Mercedes-Welt ist erster zertifizierter Hochvoltbetrieb

Autor / Redakteur: Timo Schulz / Christoph Baeuchle

Elektromobilität gewinnt an Relevanz für den Service: Die Mercedes-Benz Niederlassung Berlin bereitet sich intensiv auf Brennstoffzellen- und E-Fahrzeuge vor und erhält dafür ein bundesweit bisher einmaliges Zertifikat.

Die Kfz-Innung Berlin hat die Mercedes-Benz Niederlassung in der Hauptstadt als bundesweit ersten „Fachbetrieb für Hochvoltfahrzeuge und Brennstoffzellentechnik“ ausgezeichnet. „Elektromobilität ist kein Zukunftsthema mehr - die Branche richtet sich darauf ein, dass dieser Markt und die notwendigen Technologien bereits in relativ kurzer Zeit etabliert sein werden“, sagte Dieter Rau, Geschäftsführer der Kfz-Innung Berlin bei der Übergabe des Zertifikats.

Während Hybridfahrzeuge bereits öfters zu sehen sind, fahren reine Elektrofahrzeuge noch relativ selten auf der Straße. „Wir gehen davon aus, dass Elektrofahrzeuge bis 2020 einen weltweiten Anteil von zehn Prozent erreichen“, so Rau. In ähnlichen Größen rechnet die Bundesregierung, die das Ziel verfolgt, bis 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Die Mercedes-Benz Niederlassung, Gewinnerin des Service Award 2011 in der Kategorie Nutzfahrzeuge, setzt nach Angaben von Niederlassungsleiter Walter Müller schon seit vielen Jahren auf die Auseinandersetzung mit alternativen, umweltschonenderen Antriebstechnologien.

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Bereit für den Serienanlauf

„Wir bereiten uns bereits vor Serienanlauf der entsprechenden E-Fahrzeuge auf deren Betreuung und Wartung vor. In unserer neuen E-Mobility-Servicewerkstatt konzentrieren wir alle Betreuungs- und Reparaturtätigkeiten für sämtliche elektrisch, mit Brennstoffzellen- und Hybridtechnologie angetriebenen Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart in Berlin“, erklärte Müller das strategische Konzept. Seine Niederlassung wolle mit der spezialisierten Servicewerkstatt zusätzliches Wissen erwerben, und bilde damit die Spezialisten für das Werkstatt-Geschäft der Zukunft aus.

Auf die Wartung dieser alternativen Antriebe müssen sich Kfz-Betriebe einstellen. Dazu gehören entsprechende Schulungen. „Die Gefahren der Hochvolttechnologie werden oft unterschätzt. Stromschlag oder Batteriebrand sind nur für wenige Werkstätten ein Thema“, warnte Rau. Bei Spannungen bis zu 750 Volt bedeute ein falsches Handling direkte Lebensgefahr. „Grundlage hierfür bilden vor allen Dingen fachlich hochqualifizierte Mitarbeiter sowie ein mit Spezialwerkzeugen ausgestatteter Betrieb.“

Schulungsangebote für die Zertifizierung

Die Zertifizierung basiert generell auf Prüfkriterien, die Fragen der personellen Voraussetzung ebenso betreffen wie der betrieblichen und technischen Ausstattung. Nachzuweisen waren u.a. erfolgreich absolvierte Ausbildungen der Mitarbeiter, eine sicherheitsrelevante Arbeitsplatzgestaltung sowie technologiekompatible Werkzeuge und -ausstattungen.

Um die Mitarbeiter der Kfz-Betriebe mit den neuen Herausforderungen vertraut zu machen, führen Innungen wie die Innung Berlin und die Akademie Deutsches Kfz-Gewerbe (TAK) Schulungen durch.

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