Autojahr Hessen Michael Kraft fordert Tempo bei der E-Prämie

Von Nick Luhmann 3 min Lesedauer

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Mit der Bilanz für das Autojahr 2025 ist das hessische Kfz-Gewerbe zufrieden. Die Aussichten für 2026 wertet Präsident Michael Kraft verhalten bis zuversichtlich. Die ausstehenden Förderkriterien und hohen Ladekosten bremsten den Absatz von E-Autos weiterhin.

Die Spitze des hessischen Kfz-Gewerbes mit Präsident Michael Kraft (v.l.), Vizepräsident und Landesinnungsmeister Thorsten Krämer und Geschäftsführer Joachim Kuhn legten die Bilanz für das Autojahr 2025 in Hessen vor.  (Bild:  Kfz-Gewerbe Hessen)
Die Spitze des hessischen Kfz-Gewerbes mit Präsident Michael Kraft (v.l.), Vizepräsident und Landesinnungsmeister Thorsten Krämer und Geschäftsführer Joachim Kuhn legten die Bilanz für das Autojahr 2025 in Hessen vor.
(Bild: Kfz-Gewerbe Hessen)

Das hessische Kfz-Gewerbe startet das Autojahr 2026 verhalten mit einem Minus von 7,6 Prozent bei Pkw-Neuzulassungen und 9,5 Prozent bei Besitzumschreibungen im Januar. Trotzdem herrscht Zuversicht, betont Präsident Michael Kraft: „Insgesamt blicken wir zuversichtlich auf das Autojahr 2026.“ Grund gebe die Jahresprognose des ZDK, die mit einem bundesweiten Aufschwung um 3,5 bis 4 Prozent auf 2,95 Millionen Neuzulassungen rechnet.

Solide Bilanz 2025 trotz Rückgängen

Der Gesamtumsatz im hessischen Autojahr 2025 sank leicht auf 29,1 Milliarden Euro, bei einer gesunkenen Rendite von 1,1 Prozent. Trotz wirtschaftlicher Schwäche, hoher Energiekosten und schwachen Kaufinteresses bilanzierte der Markt 825.000 Autokäufe, davon 322.461 Neuzulassungen und 503.091 Besitzumschreibungen.

„Nach einem schwierigen Autojahr hat das Hessische Kraftfahrzeuggewerbe eine durchaus solide Jahresbilanz 2025 vorgelegt“, sagt Präsident Kraft. Mit Blick auf die im Vorjahr andauernde wirtschaftliche Schwäche, die hohen Energiekosten, eine überbordende Regulatorik sowie ein nur schwach steigendes Kaufinteresse müsse man mit der Jahresbilanz zufrieden sein.

Skeptisch schaut er jedoch auf das laufende Jahr: Sorgen für die Zukunft lösten die steigenden Kosten der individuellen Mobilität aus, die manche Privathaushalte überfordern. Kraft wörtlich: „Wir müssen Lösungen suchen, die die Volksmotorisierung sichern.“

Neuwagen- und Gebrauchtwagenmarkt im Minus

Der Neuwagenumsatz lag danach bei 14,4 Milliarden Euro, bei höherem Durchschnittspreis von 44.780 Euro und 4-Prozent-Rückgang der Zulassungen. SUVs dominierten mit 45,5 Prozent Marktanteil. Kraft warnt jedoch vor Vorverurteilung. „SUV sind normal geworden, sie gehören heute zum Straßenbild wie andere Fahrzeugmodelle.“ Zudem handele es sich nur bei den wenigsten SUVs um die Premiummodelle. Im Gebrauchtwagenmarkt verlor der hessische Markenhandel 6 Prozentanteil, während der freie Autohandel und der Privatmarkt gewannen. Der Durchschnittspreis eines Gebrauchten lag 2025 in Hessen bei rund 18.560 Euro.

E-Mobilität wächst, ist aber kein Selbstläufer

E-Fahrzeuge verzeichneten in Hessen 189.601 Verkäufe (+47,6 Prozent BEV, +35,6 Prozent PHEV), angetrieben durch Herstellerzulassungen zur CO2-Erfüllung. Dennoch warnt Kraft: „Die Transformation im Automarkt [ist] kein Selbstläufer.“

Die staatliche Förderung der E-Mobilität setze wichtige Impulse für den Hochlauf der Elektromobilität und sorge zugleich für mehr Planungssicherheit bei Verbrauchern sowie im Kfz-Handel. Kraft bezeichnet die angekündigte E-Prämie und die Kfz-Steuerbefreiung als wichtige Impulse, wertet die zögerliche Umsetzung aber als negativ. Auch die Unsicherheit über die Strompreisentwicklung, Ladeinfrastruktur und Restwertentwicklung stellten den Hochlauf der Elektromobilität weiterhin vor zusätzliche Herausforderungen. „Für unsere Betriebe ist entscheidend, dass dieser Prozess an Tempo gewinnt. Was wir jetzt brauchen, sind Schnelligkeit und echte Umsetzungsstärke der Politik", sagte Kraft. Die Politik sei gefordert, nun zu liefern.

Der Umsatz im Service ist stabil

Der Serviceumsatz stieg um 5,2 Prozent auf 542 Euro pro Wartung, profitiert von längerer Nutzung alter Fahrzeuge (10,6 Jahre, 13.140 km/Jahr). Vizepräsident Thorsten Krämer sieht abnehmende Dynamik: „Im Service hat sich der Wachstumskurs zwar fortgesetzt, jedoch ist die Dynamik spürbar schwächer geworden.“ Markenbetriebe hielten 45 Prozent Marktanteil; 59 Prozent Kunden setzten gebrauchte Teile ein, um Kosten zu senken – Krämer mahnt zur Analyse von Teilepreisen. Und verteidigt die höheren Kosten bei E-Autos. „Zusätzliche Investitionen in die E-Mobilität rechtfertigen einen anderen, angemessenen Stundenverrechnungssatz als bei klassischen Verbrennerfahrzeugen“, erläutert Krämer.

Nutzfahrzeuge und positive Ausbildungsbilanz

Nutzfahrzeuge verloren 14,4 Prozent Neuzulassungen (52.538 Einheiten), gebrauchte Transporter stiegen um 7,1 Prozent. Krämer freut sich: „Diese Stabilität freut uns besonders, weil wir in Hessen zum kleinen Kreis der Bundesländer mit Pluszahlen gehören.“ Kraft plädiert für die Förderung gebrauchter E-Pkw: „Da ist noch viel Luft nach oben.“

In der Ausbildungsbilanz erreichte Hessen als eines von zwei Bundesländern in einem ansonsten negativen Umfeld mit plus 0,3 Prozent ein positives Ergebnis für den Beruf Kfz-Mechatroniker/in. Insgesamt wurden in Hessen 1.842 Verträge abgeschlossen.

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