Polestar Michael Lohscheller rechnet mit Preiserhöhungen durch Zölle

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Können Autobauer höhere Kosten durch Zölle ohne Preisanstiege verdauen? Nicht auf Dauer, glaubt der Chef des Tesla–Herausforderers Polestar. Tesla–Fahrer lockt er derweil mit einem Zusatzrabatt.

Michael Lohscheller soll die globale Marktposition von Polestar stärken.(Bild:  Polestar)
Michael Lohscheller soll die globale Marktposition von Polestar stärken.
(Bild: Polestar)

Der Chef des Elektroautobauers Polestar, Michael Lohscheller, rechnet mit Preiserhöhungen in der Branche, wenn Zölle die Kosten hochtreiben sollten. Kurzfristig könne man das zwar mit „taktischen Maßnahmen“ abfedern, „aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man das mittel– und langfristig nicht im Markt weitergibt“, sagte Lohscheller der Deutschen Presse–Agentur. „Ich bin davon überzeugt, dass die Industrie in Summe preisen wird“, auch wenn man mit Kostensenkungen gegensteuere.

Der in Schweden beheimatete Elektroautobauer wird vom chinesischen Geely–Konzern kontrolliert, der auch hinter Volvo steht. Polestar produziert bisher größtenteils in Asien – aber für den US–Markt auch im Volvo–Werk in South Carolina. Für Elektroautos aus China gilt in den USA schon seit der vergangenen Regierung von Präsident Joe Biden ein Zoll von 100 Prozent. Die unter Donald Trump drohenden weitreichenden Zölle sollen auch für Bauteile aus verschiedenen Ländern gelten und dürften damit alle Autohersteller treffen.

Lokalisierung als Zukunft

„Das Werk ist schon mal sehr hilfreich“, sagte Lohscheller mit Blick auf die Fabrik in South Carolina. Es gebe genug Kapazität, um die Produktion dort sowohl für Volvo als auch für Polestar auszubauen. Es gehe aber auch darum, mehr Lieferanten in den USA oder idealerweise in der Nähe des Werkes zu finden. „Teile über große Strecken zu verschiffen, kann ja nicht die Zukunft des Geschäftsmodells sein“, sagte der Polestar–Chef. Die Umstellung gehe zwar nicht von heute auf morgen, aber Lokalisierung werde die Marschrichtung sein. In Europa will die Firma den künftigen Kompakt–SUV Polestar 7 bauen.

Extra–Rabatt für Tesla–Fahrer

Im vergangenen Quartal steigerte Polestar die Auslieferungen im Jahresvergleich um 76 Prozent auf 12.304 Fahrzeuge. In den USA lockt die Firma speziell Tesla–Fahrer mit einem zusätzlichen Rabatt von 5.000 Dollar, mit dem man einen Polestar 3 im Leasing insgesamt

20.000 Dollar günstiger bekommt. Tesla führt seit Jahren den Elektroauto–Markt an, aber die Experten sehen einen Imageschaden für die Marke durch die politischen Aktivitäten von Konzernchef Elon Musk. In den USA stiegen die Polestar–Auslieferungen um 74 Prozent. In Deutschland gab es einen Zuwachs von 35,5 Prozent.

Der frühere Opel–Chef Lohscheller führt das Wachstum auch auf den Verkauf nicht nur über Ausstellungsräume, sondern verstärkt auch bei Händlern zurück. Die Beratung beim Autokauf sei Kunden weiterhin wichtig: „Die Welt verändert sich, aber es gibt ein paar Sachen, die bleiben.“

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