Michelin Alpin A4: Reifen für Eis und Schnee

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Pünktlich zum erneuten Wintereinbruch präsentiert Michelin seinen neuen Winterreifen Alpin A4. Bei seiner Entwicklung stand eine hohe Leistung auf Eis und Schnee im Mittelpunkt.

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Der Winter hat Deutschland weiter fest im Griff. Selten zuvor haben die Auto- und Reifenhändler noch bis zum März neue Winterreifen verkauft. Das Jahr 2010 hat gezeigt, dass trotz gestiegener Durchschnittstemperaturen weiter mit der kalten Jahreszeit zu rechnen ist.

Mit seinem neuen Winterreifen Alpin A4 hat sich Michelin auf diese Rahmenbedingungen eingestellt. Während sich die Reifenindustrie in den letzten Jahren mehr um die Nässeeigenschaften von Winterreifen gekümmert hat, haben sich die französischen Ingenieure beim neuen Alpin vor allem um gute Traktion auf Schnee und Eis bemüht.

Das Ziel waren zehn Prozent mehr Traktion und fünf Prozent weniger Bremsweg bei gleichzeitig längerer Lebensdauer. Um dies zu erreichen, brach Michelin mit einer langen Techniktradition.

Das V-Profil kommt wieder

Der Neuling baut auf einem V-förmigen Profil auf, obwohl die Franzosen diese Konstruktion lange abgelehnt hatten. Doch laut Helge Hoffmann, Leiter Test und Technik bei Michelin Deutschland, waren die Anforderungen des Lastenheftes nur mit einem V-Profil zu erfüllen. Die früheren Nachteile dieses Profils – beispielsweise die Sägezahnbildung, die zu unruhigem Lauf und schnellem Verschleiß führte – ließen sich dagegen mit neuen Reifenwerkstoffen und Konstruktionsmethoden beseitigen.

Weil das V-Profil laut Hoffmann ein stabileres Fahrverhalten ermöglicht, konnten die Techniker im Gegenzug die Zahl der Profilblöcke und Lamellen erhöhen, ohne die Fahrsicherheit zu gefährden. Gegenüber dem Vorgänger A3 besitzt der A4 jetzt 71 statt zuvor 59 Profilsegmente. Das sorgt für bessere Traktion auf Schnee, weil sich das Profil stärker mit dem Untergrund verzahnt.

Lamellen für jeden Winkel

Auch die Anzahl der Lamellen ist gestiegen. Mit 50 Prozent mehr Gripkanten beißt sich der Reifen regelrecht im Schnee fest, wie »kfz-betrieb ONLINE« während der Präsentation im österreichischen Saalfelden erleben konnte. Die Lamellen hat Michelin in vielen unterschiedlichen Winkeln angebracht, sodass sie nicht nur bei Geradeausfahrt wirken, sondern auch in Kurven mehr Seitenführungskraft aufbauen.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt war die Lebensdauer des Reifens. Michelin verspricht seinen Kunden, dass sie auf seinen Reifen „einen Winter mehr“ fahren können. In einem Langlauftest, den der TÜV Süd für Michelin durchgeführt hat, erreichte der Alpin A4 eine um 20 Prozent höhere Laufleistung als der nächstbeste Wettbewerber.

Der Michelin Alpin A4 kommt zur nächsten Wintersaison in vorerst 17 Größen zwischen 15 und 17 Zoll in den Handel. Eine 14-Zoll-Variante folgt im nächsten Jahr.

Ganzjahresreifen für Porsche

Auf der Präsentation des Alpin A4 kündigte Michelin einen weiteren Paradigmenwechsel an. Obwohl das Unternehmen sich lange gegen Ganzjahresreifen ausgesprochen hatte, will es in diesem Jahr unter der Marke Kleber einen solchen All-Season-Reifen auf den Markt bringen. „Wir können dieses Marktsegment nicht mehr vernachlässigen“, erklärte Verkaufsleiter Wolfgang Weynand.

Damit könnte der Markt der Ganzjahresreifen ebenso vor einem technischen Wettrüsten stehen wie es bei den Sommer- und Winterreifen der Fall ist. Wozu die Michelin-Entwickler imstande sind, zeigt ab September ein neuer Reifen, den das Unternehmen exklusiv für den neuen Porsche Panamera entwickelt hat. Er soll nicht nur ganzjahrestauglich sein, sondern auch einen besonders niedrigen Rollwiderstand haben – und das bei Porsche-typischen Formaten und Geschwindigkeitsklassen. Auf diese „Quadratur des Reifens“ darf man wirklich gespannt sein.

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