Der letzte Baustein der Fachkräftestrategie des Kfz-Gewerbes ist gestartet: Diesmal geht es um die Gewinnung und Integration junger Migranten für die Kfz-Betriebe. Mehr Infos dazu bietet ein Webinar am 18. Dezember.
Das Kfz-Handwerk braucht Fachkräfte. Mit einer eigenen Strategie nimmt das Kfz-Gewerbe gezielt Personengruppen in den Fokus. Neben Frauen sind es auch junge Migranten, die für die Autoberufe gewonnen werden sollen.
(Bild: ProMotor)
Weil rund 10.000 Fachkräfte pro Jahr in den Autohäusern und Kfz-Werkstätten fehlen, entwickelte der ZDK 2023 als Dachverband eine eigene Fachkräftestrategie. „Ziel ist es, Kfz-Betrieben konkrete Orientierung für Sprachförderung, Onboarding und Teamkommunikation zu geben“, fasst der Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks, Detlef Peter Grün, die Initiative zusammen.
Im Fokus steht vor allem der spürbare Fachkräftemangel in den technischen Bereichen der Autoberufe. Nun ist der letzte Baustein der Strategie gestartet. Im Mittelpunkt steht unter dem Titel #Start diesmal die Integration von Migranten in Kfz-Werkstätten und Autohäuser. Der Aktionsbaustein läuft offiziell bis Ende Januar 2026 und richtet sich an die Kfz-Betriebe, Landesverbände und Innungen.
Ziel ist es, ausländischen Fachkräften in Deutschland den Einstieg in Kfz-Betriebe zu erleichtern und die Betriebe beispielsweise bei Onboarding, Integration und Nutzung von Förderstrukturen zu unterstützen. Ein zentraler Bestandteil ist ein „Wissenscontainer“, der Informationen, Links, Ansprechpartner und Hinweise zu Behördenwegen und Förderprogrammen bereitstellt sowie Checklisten für eigene Social-Media-Kampagnen bietet. Der Zugang ist für die Mitglieder sowohl über Kfz.Gewerbe.de kfzgewerbe.de als auch über den Werkzeugkasten der Initiative AutoBerufe möglich.
Autoberufe in den Fokus stellen und Interesse bei den Zielgruppen wecken
Mit seiner Fachkräftestrategie bündelt der ZDK erforderliche Maßnahmen, um Nachwuchs und Fachkräfte für Autoberufe zu gewinnen, sie gut auszubilden und langfristig zu binden. Im Blick hat er dabei unterschiedliche Zielgruppen – unter anderem junge Frauen (#She), Ausbildungsbetriebe mit Vorbildfunktion (#Best) und nun als letzten Baustein #Start, Migranten.
#She richtete sich gezielt an weibliche Fachkräfte und Auszubildende und brachte Frauen aus dem Kfz-Gewerbe zusammen, unter anderem beim Women’s Leaderboard, dem Vertreterinnen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen und -ebenen angehören. Sie sollen als Botschafterinnen fungieren und so die Sichtbarkeit des Kfz-Gewerbes als attraktive Arbeitgeber- und Ausbildungsbranche erhöhen.
Unter dem Baustein #Best stellte die Fachkräftestrategie Best-Practice-Beispiele aus sieben Ausbildungsbetrieben vor und rückte Ausbildungsqualität und -vielfalt in den Fokus. Die Kampagne wurde über Social-Media-Kanäle ausgespielt und erreichte dort überdurchschnittliche Interaktionsraten. Insbesondere Beiträge mit persönlicher Ansprache und direktem Azubi-Bezug erzielten unter anderem auf Instagram hohe Aufmerksamkeit.
Mit dem letzten Baustein #Start endet die Fachkräftestrategie Ende Januar offiziell, nicht aber die Bemühungen und Angebote der Abteilung Berufsbildung. Die Bausteine und darin gesammelten Informationen und Hilfen stehen für die Kfz-Betriebe daher weiterhin zur Verfügung. Ein Fazit der bisher durchgeführten Strategie lässt sich bereits ziehen. Sie sorgte für eine hohe Sichtbarkeit bei in den Fokus genommenen Zielgruppen, aber auch für die hohe Qualität der dualen Ausbildung im Kfz-Gewerbe, sagt Claudia Kefferpütz, Referentin der Abteilung Berufsbildung und Fachkräftesicherung.
Ob auch bundesweit die Ausbildungsbilanz so positiv ausfällt, wird die Auswertung der Kfz-eigenen Ausbildungsumfrage zeigen, die aktuell noch läuft und an der Kfz-Betriebe und Innungen aufgerufen sind, teilzunehmen.
Stand: 08.12.2025
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Webinar für Kfz-Betriebe zeigt Hilfen auf
Weitere Informationen zu diesem Aktionsbaustein der Fachkräftestrategie bietet am Donnerstag, 18. Dezember, 14 Uhr, ein Webinar. Unter anderem wird Anika Jansen vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) aufzeigen, welche staatlichen und regionalen Förderangebote zur Verfügung stehen, und wie Betriebe diese gezielt nutzen können, um jungen Menschen mit Migrationshintergrund einen Ausbildungsplatz anzubieten.
Behandelt werden unter anderem sprachliche Unterstützung im Alltag, Mentoring im Betrieb sowie Kooperationsmöglichkeiten mit BAMF, Agentur für Arbeit und weiteren Behörden. Das Webinar richtet sich an Unternehmer, Ausbilder, Personalverantwortliche und an die Kfz-Innungen. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Online-Anmeldungen wird gebeten.