Millionen für ein Wrack: Teuerste Oldtimer 2015

Autor / Redakteur: sp-x / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Sammler zahlen auch in diesem Jahr Fabelpreise für teure Klassiker. Perfekt restauriert müssen sie aber längst nicht mehr sein. Auch das Alter spielt immer öfter eine Nebenrolle.

Teuerster Oldtimer des Jahes 2015: 18 Millionen Dollar zahlte ein Sammler für einen unrestaurierten und ziemlich heruntergekommenen Ferrari 250 GT California Spider von 1961.
Teuerster Oldtimer des Jahes 2015: 18 Millionen Dollar zahlte ein Sammler für einen unrestaurierten und ziemlich heruntergekommenen Ferrari 250 GT California Spider von 1961.
(Foto: Classic-Analytics)

Der teuerste auf einer Auktion verkaufte Oldtimer in diesem Jahr war wieder einmal ein Ferrari – allerdings einer in ziemlich schlechtem Zustand. 18 Millionen Dollar zahlte ein Sammler für einen unrestaurierten und ziemlich heruntergekommenen Ferrari 250 GT California Spider von 1961. Die Marktbeobachter von Classic-Analytics haben eine Zwischenbilanz des Oldtimer-Auktionsjahres gezogen. Demnach stammen sieben der zehn teuersten Klassiker in diesem Jahr aus Maranello.

Das Fazit der Experten: Im Hochpreissegment hält der Boom weiter an. Die Erfolgsformel heißt dabei: schön, schnell, selten. „Der Trend geht ganz klar zu attraktiven, leistungsstarken Sportwagen mit geringer Stückzahl“, so Geschäftsführer Frank Wilke. Besonders beliebt seien Rennwagen mit zweifelsfreier Herkunft und erfolgreicher Renngeschichte. Erst im August hatte ein Ferrari 250 LM – eines von 23 gebauten Exemplaren – auf einer Auktion 17,6 Millionen Dollar erzielt.

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Auch die einzigen Jaguar und Porsche der Top Ten können mit geschichtsträchtigen Fakten aufwarten. So ist der Jaguar C-Type von 1953 (Platz sechs, 13,2 Millionen Dollar) einer von nur drei produzierten Werksrennwagen. Der Porsche 956 (Platz acht, 10,1 Millionen Dollar) holte 1982 sogar den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Beide Autos sind derzeit die teuersten Vertreter ihrer Marke.

Dass auch ein junges Auto schon „Klassiker“ sein kann, beweist die Nummer fünf in der Rangliste: Der McLaren F1 mit LM-Spezifikation wurde für 13,75 Millionen Dollar verkauft. Die Verkaufspreise beziehen sich aufgrund der Nachweisbarkeit ausschließlich auf Auktionsergebnisse, Verkäufe von Händlern, Privatpersonen und Clubs bleiben außen vor.

Geld in teure Klassiker anzulegen sei ein Trend, eine Blase sei jedoch nicht in Sicht, meint Experte Wilke: „Der Markt ist transparent, die Käufer im Hochpreissegment sind gut informiert und arbeiten fast ausschließlich mit eigenem, nicht mit geliehenem Geld.“ Außergewöhnliche Summen werden auch nur für wirklich außergewöhnliche Autos gezahlt. Sie sind aber die Ausnahme: Der Durchschnittspreis eines Oldtimers in Deutschland liegt bei rund 15.000 Euro.

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