Mini Countryman: Vorstoß in neue Dimension
Die Mini-Familie hat schwerwiegenden Zuwachs bekommen. Als Crossover-Modell soll der Countryman die Brücke zwischen dem klassischen Mini und einem modernen SUV schlagen. Sagt BMW.
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Ganz früher war der Mini ein ungewöhnlich geräumiger Kleinstwagen. Dann war er ein sportlich erfolgreicher Kleinstwagen, Dann wurde er ein Kult-Kleinstwagen. Irgendwann war er ein liebenswertes Überbleibsel, das nur durch typisch britische Traditionsverbundenheit in einer vergessenen Fabrik zwischen den Teepausen weiter zusammengeschraubt werden durfte.
Dann kam BMW, und mittlerweile ist der Mini ein „Crossover-Modell, das die Brücke zwischen dem klassischen Fahrzeugkonzept des Mini und einem modernen Sports Activity Vehicle schlägt“. So versucht es die Pressemappe von BMW in bedenklichem Denglisch zu erklären. Mit Sicherheit jedoch ist der Mini Countryman, so der Name des neuesten Modells, der größte und schwerste Wagen der Marke bis jetzt.
BMW sagt: „Auf der Basis der Mini-Formensprache werden die besonderen Eigenschaften des Mini Countryman authentisch visualisiert.“ Mit seinen klaren Linien, der vergleichsweise steilen Frontscheibe und den schlanken Dachsäulen ist der Countryman tatsächlich unverkennbar ein Mini. Die riesigen, chromumrandeten, ovalen Scheinwerfer, der bullige vordere Stoßfänger und die übergroßen Räder haben jedoch fast schon karikatureske Züge. Ob sich das Mini-Design beliebig in neue, immer größere Fahrzeugklassen stretchen lässt? Der Austin Seven, wenn man so will das Original, dürfte neben dem Countryman jedenfalls wie Spielzeug wirken.
Kraftvolle Sitzposition
BMW sagt: „Im markentypischen Interieur des Mini Countryman werden neuartige Design- und Funktionselemente eingesetzt.“ Darunter versteht das Unternehmen etwa die erhöhte Sitzposition, die „den Überblick auf das Verkehrsgeschehen optimieren und den kraftvollen Charakter des neuen Modells unterstreichen soll.“
Neben der kraftvollen Sitzposition erwartet die potenziellen Kunden noch das „weltweit einzigartige Center Rail“, eine Art Schiene zwischen den Vordersitzen, die diverse Ablagefächer für Mobiltelefone, Audiogeräte und andere Reiseutensilien aufnimmt. Serienmäßig ist das Auto ein Viersitzer, gegen Aufpreis gibt es aber auch eine Rücksitzbank mit drei Plätzen. „Durch die Integration der Passagiere in das Fahrzeug wird das Mini-spezifische Fahrerlebnis erzeugt“, sagt BMW.
Beide Sitzkonfigurationen bieten eine Variabilität, wie man sie aus modernen Kompaktvans kennt: Die Rücksitze lassen sich einzeln verschieben und umklappen. Der Gepäckraum hat ein Volumen von 350 bis 1.170 Liter.
Maßnahmen in Kombination
BMW sagt: „Im Rahmen von Minimalism werden serienmäßig und in modellspezifischer Kombination umfangreiche Maßnahmen zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung eingesetzt.“ Um den Verbrauch zu senken, besitzt der Mini ein Start-Stopp-System, bedarfsgerecht gesteuerte Nebenaggregate und eine Schaltpunktanzeige. Genaue Verbrauchswerte hat der Hersteller allerdings noch nicht bekannt gegeben.
Das Motorenprogramm des Countryman reicht vom 66 kW/90 PS starken Diesel bis zum 135 kW/184 PS starken Ottomotor mit Twin-Scroll-Turbolader, Direkteinspritzung und neuerdings der vollvariablen Ventilsteuerung Valvetronic.
Der Allradantrieb kostet Aufpreis und basiert auf einem elektrohydraulischen Mittendifferenzial, das die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse stufenlos verteilt. Im Normalfall erhalten beide Achsen jeweils 50 Prozent, im Extremfall kann das Differenzial aber die gesamte Kraft an eine Achse schicken. BMW sagt: „Dadurch entsteht eine neue, traktionsoptimierte Ausprägung des Mini-typischen agilen Handlings.“
Besonders stimmige Charaktere
Mini wäre nicht Mini, wenn sich der (noch nicht gemeldete) Grundpreis nicht durch eine Vielzahl von Sonderausstattungen in beliebige Höhen schrauben ließe. BMW sagt: „Die Mini-typischen, umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten im Exterieur und Interieur ermöglichen die Zusammenstellung besonders stimmiger Charaktere.“
Auf der Liste der Sonderausstattungen finden sich unter anderem ein großflächiges Panoramadach, adaptives Kurvenlicht in Verbindung mit Xenon-Scheinwerfern, eine beheizbare Frontscheibe, eine Anhängevorrichtung, Leichtmetallräder in Größen zwischen 16 und 19 Zoll und ein Sportfahrwerk, mit dem sich der hochgelegte Mini-SUV gegen Aufpreis wieder tieferlegen lässt.
Schließlich soll „das Mini-typische Gokart-Feeling gewahrt bleiben.“ Sagt BMW.
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