Mitarbeiterschulung: Fiat geht online

Autor / Redakteur: Gerd Steiler / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Fiat Deutschland setzt für die Mitarbeiter seiner rund 540 Handelspartner auf eine neue Trainingsstrategie. Dabei gewinnt das Internet als „virtuelles Klassenzimmer“ klar an Bedeutung.

FGA-Cheftrainer Rainer Ohlenhard: „Dank der neuen Trainingsstrategie werden unsere Mitarbeiter rund 25 Prozent weniger häufig an Präsenz-Seminaren teilnehmen müssen.“
FGA-Cheftrainer Rainer Ohlenhard: „Dank der neuen Trainingsstrategie werden unsere Mitarbeiter rund 25 Prozent weniger häufig an Präsenz-Seminaren teilnehmen müssen.“
(Foto: Fiat)

Die Fiat Group Automobiles Germany (FGA) baut im Zuge der bevorstehenden Produktoffensive auch ihr Trainingsangebot für die Handelspartner weiter aus. Wie der Importeur am Montag in Frankfurt/M. mitteilte, hat das in Deutschland für die Marken Fiat, Fiat Professional, Alfa Romeo, Lancia, Abarth und Jeep verantwortliche Unternehmen eine neue die Trainingsstrategie unter dem Motto „Weniger ist mehr“ gestartet.

Die neue Strategie setzt verstärkt auf Online-Trainings via Internet. Durch die Mitarbeiterschulungen im „virtuellen Klassenzimmer“ soll zum einen das Trainingsangebot hinsichtlich neuer Technologien, Systeme und Prozesse weiter professionalisiert und ausgebaut werden. Zum anderen soll die Abwesenheitszeit der Mitarbeiter in den Händlerbetrieben spürbar verringert werden.

„Virtuelles Klassenzimmer“ statt Präsenz-Seminar

Angesichts der Vielzahl neuer Modelle sieht Rainer Ohlenhard, Director Training Shared Services der FGA, einen deutlich höheren Informationsbedarf. So sei für die Marken der FGA bis 2016 ein im Vergleich zu 2013 „verdoppelter Aufwand“ für die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter zu erwarten. Diese stütze sich künftig auf drei zentrale Säulen: klassisches Präsenz-Training, Online-Training sowie das Internet-basierte „virtuelle Klassenzimmer“. Dabei aber sollen sich die Gewichte zugunsten des Internet-basierten Lernens verschieben. Derzeit liege das Verhältnis zwischen konventionellem Seminar und Online-Training bei etwa 80:20, künftig solle der Anteil der Online-Fortbildung auf etwa 40 Prozent steigen.

Die virtuellen Klassenzimmer sollen in Zukunft verstärkt dem traditionellen Präsenz-Seminar vorgeschaltet werden, um den dafür nötigen Zeitaufwand zu reduzieren. Auf diese Weise könnten Seminare, die bisher zwei Tage gedauert haben, an nur noch einem Tag stattfinden. Damit würden die Abwesenheitszeiten der Mitarbeiter verkürzt und Reisekosten eingespart. „Die neue Trainingsstrategie wird dazu führen, dass die Mitarbeiter im Vergleich zur klassischen Trainingsmethode rund 25 Prozent weniger häufig an Präsenz-Seminaren teilnehmen müssen“, so Ohlenhard.

Fiat verspricht keine Mehrkosten

Laut Mitteilung soll in den Online-Trainings bevorzugt theoretisches Wissen (z. B. über neue IT-Systeme) vermittelt werden, das individuell erlernbar ist. Das „virtuelle Klassenzimmer“ dagegen läuft unter der Leitung eines zugeschalteten Trainers zu festen Zeiten im Internet ab und bietet den Teilnehmern die Möglichkeit zur aktiven Diskussion. Bereits im April sei für die Handelspartner ein neues „Learning Management System“ eingeführt worden, das die Basis der neuen Trainingsstrategie bilde, heißt es.

Besondere technische Voraussetzungen sind für Online-Training und das „virtuelle Klassenzimmer“ den Angaben zufolge nicht nötig. Die Internet-basierten Programme und erforderten keine spezielle Software auf den Computern des Händlers. Lediglich für das virtuelle Klassenzimmer seien Kopfhörer und Mikrofon für die teilnehmenden Mitarbeiter erforderlich, um online kommunizieren zu können.

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