»kfz-betrieb« Auto-Check Mitsubishi Colt – Hightech auf vier Metern

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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Von wegen, Kleinwagen hätten keine Zukunft: Der Mitsubishi Colt mit Vollhybrid ist ein vollwertiges Reiseauto und überzeugt mit Komfort und guter Ausstattung. Der Aufpreis für den Hybridantrieb ist allerdings happig.

Dunkle Wolken über der Kleinwagen-Zukunft? Das haben Modelle wie der Mitsubishi Colt nicht verdient.(Bild:  Mauritz – VCG)
Dunkle Wolken über der Kleinwagen-Zukunft? Das haben Modelle wie der Mitsubishi Colt nicht verdient.
(Bild: Mauritz – VCG)

Kleinwagen – das klingt immer noch etwas abwertend, obwohl Modelle wie der VW Polo oder der Renault Clio heute mit über vier Metern Länge so groß sind wie früher ein ausgewachsener Kompaktwagen. Und sie über Technik verfügen, die noch vor ein paar Jahren der Oberklasse vorbehalten waren.

Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen an den neu aufgelegten Mitsubishi Colt, einen Zwilling des Renault Clio. Ist er vielleicht sogar eine getarnte Luxuslimousine, mit der man trotz des unauffälligen Äußeren im Komfort schwelgen und lange Strecken bequem und ermüdungsfrei zurücklegen kann? Die Ausstattung deutete schon einmal darauf hin: Denn in der höchsten Ausstattungsvariante „Top“ besitzt der Colt Feinheiten wie Voll-LED-Scheinwerfer, ein Bose-Soundsystem mit neun Lautsprechern inklusive Subwoofer, digitale Instrumente auf einem 10,25-Zoll-Farbdisplay sowie ein Infotainment mit einem 9,3-Zoll-Touchscreen im praktischen Hochformat.

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Beim Fahren unterstützt der Franko-Japaner den Piloten mit zahlreichen Assistenzsystemen, zu denen unter anderem ein Parkassistent zählt, der das Einparken auf Wunsch teilautomatisch übernimmt. So viel vorab: Das Einparken fällt dank der kompakten Abmessungen und der praktischen Vogelperspektive auf dem Bildschirm dermaßen leicht, dass wir uns gar nicht die Mühe machten, den Schalter für den Einparkassistenten zu suchen.

Flottes Überholen ist möglich – bei voller Batterie

Motorisiert war der Testwagen mit dem stärksten verfügbaren Antrieb, dem Multimode-Vollhybrid aus dem Renault-Regal. Dabei handelt es sich um einen Vierzylinder-Saugmotor, der von einem 36 kW/49 PS starken Elektromotor unterstützt wird. Ein Wechselgetriebe mit vier Fahrstufen für den Verbrenner und zwei für den E-Motor verwaltet die Leistungsabgabe. Der Antrieb entpuppt sich problemlos, flott und komfortabel. Beim Anfahren spielt der E-Motor sein hohes Drehmoment aus und setzt den Colt verzögerungsfrei und ohne aufheulenden Motor in Bewegung. Auch Überholvorgänge auf der Landstraße absolviert der kleine Mitsubishi souverän – allerdings nur so lange, wie die 1,2-kWh-Batterie genügend Energie hat, um den E-Motor zu bestromen. Bei mehreren Sprints nacheinander wird es dann schon merklich zäher.

Nicht so richtig mag der Antrieb auch Kickdown-Manöver bei höheren Geschwindigkeiten, beispielsweise auf der Autobahn. Hier muss sich die komplizierte Mechanik des Multimode-Getriebes erst einmal sortieren, was der Fahrer in längeren Schaltpausen und Drehmomentschwankungen spürt. Mit 6,2 Litern Verbrauch bei überwiegender Autobahnnutzung ist der HEV zudem nicht übermäßig sparsam. Ein gut gemachter „normaler“ Benziner würde das auch schaffen, ein Diesel läge deutlich darunter. Doch unsere Erfahrung zeigt, dass der Renault-Hybrid im Stadtverkehr und bei Landstraßentempo ein deutlich höheres Sparpotenzial besitzt.

Günstige Preise und lange Garantie

Mit dem guten Eindruck, den der Antrieb vermittelt, kann auch die Fahrerkabine mithalten: Die Sitze sind bequem, die Bedienung dank vieler klassischer Knöpfe und Drehschalter einfach und meist selbsterklärend, und die Verarbeitung wirkt routiniert – wenn auch die Materialien keinen besonders hochwertigen Eindruck hinterlassen. Aber für die Klasse passt das. Nur das Platzangebot auf den Rücksitzen und im Kofferraum erinnert noch an Kleinwagen. Hier haben andere Modelle im gleichen Außenformat doch mehr zu bieten.

Und wie unterscheidet sich der Mitsubishi Colt nun vom Renault Clio – abgesehen von der markenspezifischen Frontmaske? Im Preis – hier unterbietet die Einstiegsversion das entsprechende Renault-Modell um ein paar Scheine. Der getestete Vollhybrid steht für 28.990 Euro in der Liste, wobei der Aufschlag zum nächstkleineren Motor (Dreizylinder-Turbo, 67 kW/91 PS) mit 5.000 Euro happig ist.

Attraktiv sind auch die Garantieleistungen, und das könnte durchaus für den einen oder anderen Kunden den Ausschlag geben. Wie alle Mitsubishi-Modelle kommt der neue Colt nämlich mit fünf Jahren Garantie, die durch die aktuelle „Nimm Acht“-Aktion um weitere drei Jahre verlängert werden können. Zudem gewährt Mitsubishi eine achtjährige Garantie auf die Hochvoltbatterie beim Hybrid.

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