Mitsubishi-Händlerverband: Zurück zum Dialog

Redakteur: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Die deutschen Mitsubishi-Partner fordern vom Importeur eine „nachhaltige Geschäftsstrategie mit langfristiger Erfolgsperspektive“. Deutliche Kritik übten sie auf ihrer Jahrestagung in Flörsheim an „kurfristigem Zulassungsdenken“.

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„Statt des bloß kurzfristigen Zulassungsdenkens braucht Mitsubishi Motors Deutschland (MMD) endlich wieder eine nachhaltige Geschäftsstrategie, die den Händlern eine langfristige Erfolgsperspektive eröffnet.“ Mit diesem Appell umriss Verbandsgeschäftsführer Henning Bramlage auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Mitsubishi-Partnerverbands im hessischen Flörsheim die Forderung der Händlerschaft nach einer „grundlegenden Kurskorrektur“ des Importeurs. Dabei verwies Bramlage auf die in den vergangenen beiden Jahren „schwierige Zusammenarbeit“ mit MMD. MMD-Geschäftsführer Thomas Kursch habe sich gegen eine Kooperation „oftmals gesträubt“. Nachdem der Partnerverband die Japanzentrale von Mitsubishi Motors eingeschaltet habe, sei die Zusammenarbeit inzwischen wieder aufgenommen worden. Bramlage zeigte sich zuversichtlich, dass „die Händlerinteressen künftig wieder mehr Berücksichtigung finden“.

„Vorstoß hat einiges bewirkt“

„Es scheint, dass unser Vorstoß einiges bewirkt hat“, so Bramlage. So fänden nun beispielsweise wöchentliche Telefonkonferenzen mit der MMD-Geschäftsleitung statt. Auch werde der Verband bei den Themen Vertrieb/Marketing wieder eingebunden. Dies sei umso wichtiger, als es in etlichen Punkten weiterhin dringenden Handlungsbedarf gebe und der Importeur seine Vertriebs- und Händlerpolitik „deutlich verändern“ müsse. So etwa müssten die Verkaufsförderprämien künftig wieder allen Händlern zur Verfügung stehen und der Fokus klar auf den Endkundenzulassungen liegen. Zudem gelte es, die Sonderkonditionen für wenige ausgewählte Händler („Trader“) deutlich zurückzufahren. Diese Sonderrabatte ermöglichten es „Tradern“, im Internet Autos zu Preisen anzubieten, die für viele andere Händler nicht darstellbar seien.

Streit um die Marge

Zu schaffen macht dem Partnerverband ein weiteres, virulentes Problem. „MMD ist unzufrieden mit der aktuellen Margenstruktur und will ein deutlich volumendifferenzierteres Margensystem“, meinte Bramlage. Das Margensystem sei jedoch fester Bestandteil der Händlerverträge und könne deshalb nicht einseitig geändert werden. „Das derzeitige Margensystem passt aus Sicht des Partnerverbands zur Händlernetzstruktur, sodass wir insoweit keinen Änderungsbedarf hinsichtlich der Volumenkomponente sehen“, so Bramlage weiter. Ziel des Partnerverbands sei es in jedem Fall, eine netzweite Kündigung der Händlerverträge zu verhindern. Dies gelte sowohl mit Blick auf etwaige Änderungen des Margensystems als auch hinsichtlich der 2010 auslaufenden GVO. Jörg Lenz monierte in seinem Vorstandsbericht insbesondere „die sinkende Kundenzufriedenheit“ und den „problematischen Umgang“ des Importeurs mit den Händlern.

„Planbare“ Verkaufsförderung

Beispielhaft verwies er dabei auf den Versuch von MMD, die Teilevergütung bei Garantiearbeiten drastisch zu reduzieren. Dies habe der Verband erst nach heftigen Interventionen verhindern können. Zudem müsse die Verkaufsförderung des Importeurs für den Händler „planbarer“ werden. Sie dürfe auch nicht – bedingt durch restriktive Teilnahmevoraussetzungen – einen Großteil der Händlerschaft ausschließen. „Denn ohne eine gezielte Verkaufsförderung geht für uns Händler derzeit nichts am Markt“, so Lenz. Ebenso forderte er eine zeitnahe Auszahlung der Werbekostenzuschüsse, eine terminsichere Ersatzteilbelieferung und ein Gebrauchtwagen-Konzept, das den Händlern „echten Mehrwert“ bringe. Auch das Medien-Gestaltungs-System (MGS) müsse dringend modifiziert werden, da es in seiner jetzigen Form zu unflexibel sei. „Der Händlerverband hat bislang immer versucht, Probleme im Dialog mit dem Importeur zu lösen. Dabei wird es auch künftig bleiben, sofern auch MMD an dieser Gesprächskultur festhält“, meinte Lenz abschließend.

Neuer Vorstand

Um diesen Dialog will sich in den nächsten zwei Jahren der neu gewählte Vorstand des Mitsubishi-Partnerverbands kümmern. Dem sechsköpfigen Führungsteam gehören an: Gaby Breitenwischer, Roland Erndle, Peter Kranich, Jörg Lenz, Jörg Lessing und Guido Riemann. Riemann, Geschäftsführer der Michael Hadad Autohandel GmbH in Berlin, wurde von seinen Vorstandskollegen zugleich zum Sprecher des Führungsgremiums bestimmt.

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