Mobile.de: Gebrauchtwagenpreise stagnieren

Autor Udo Schwickal

Der Gebrauchtwagenmarkt hat im April eine kleine Pause eingelegt. Die Preise auf Mobile.de lagen mit minus 0,4 Prozent leicht unter dem Vormonat, aber immer noch deutlich über dem Jahr 2015.

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Erstmals seit Anfang des Jahres sind die Preise für Gebrauchtwagen zurückgegangen.
Erstmals seit Anfang des Jahres sind die Preise für Gebrauchtwagen zurückgegangen.
(Foto: Schwickal / kfz-betrieb)

Der Gebrauchtwagenmarkt hat sich einpendelt. Das zeigt der aktuelle Automarkt-Report von Mobile.de. So ist der Durchschnittspreis für inserierte Gebrauchtwagen im April von 21.349 Euro (- 0,4 %) gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Dafür verantwortlich war insbesondere der deutlich geringere Anteil an einjährigen Gebrauchtwagen (- 6,8 %) als im Vormonat. Das Durchschnittsalter auf dem Gesamtmarkt stieg um 2,7 Prozent gegenüber dem März 2016.

Erstmals im Jahresverlauf sanken die Preise in den meisten Segmenten. Dabei verzeichnen Minis den größten und die Mittelklasse den geringsten Preisrückgang gegenüber dem März 2016. Dennoch kann der Handel in fast allen Segmenten höhere Preise als noch vor einem Jahr aufrufen, beispielsweise Minis mit plus 2,8 Prozent und Mittelklasse mit plus 7,7 Prozent.

Das Preisniveau bei Gebrauchtwagen lag im April um fast acht Prozent über dem Vorjahr (zum Vergrößern bitte klicken).
Das Preisniveau bei Gebrauchtwagen lag im April um fast acht Prozent über dem Vorjahr (zum Vergrößern bitte klicken).
(Grafik: Mobile.de)

Standtage sinken im Schnitt auf 84 Tage

Durchschnittlich gingen die Gebrauchten segmentübergreifend einen Tag schneller (84 Tage) von den Händlerhöfen als noch im Vorjahr. Den größten Sprung machten Sportwagen, die ihren Abverkauf um 4,5 Prozent gegenüber dem Vormonat März beschleunigten. Weitere Schnelldreher waren Minis (- 1,8 %), Kleinwagen (- 1,3 %), Kompaktklasse (- 0,8 %) und die obere Mittelklasse (- 0,8 %). „Der Gebrauchtwagenmarkt ist stark in das neue Jahr gestartet. Die weiterhin sinkenden Standtage zeigen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die Margen zu optimieren“, kommentiert Torsten Wesche, Leiter Händlervertrieb bei Mobile.de die Analyse seines Unternehmens.

Mini- und Kleinwagen-Saison eröffnet

Im April waren segmentübergreifend 5,5 Prozent mehr Fahrzeuge auf Mobile.de verfügbar als noch im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vormonat nimmt das Angebot aber nur leicht zu, zuletzt um 0,2 Prozent. Während in den meisten Segmenten gegenüber dem Vormonat nur geringe Angebotsschwankungen zu beobachten sind, stieg die Anzahl der angebotenen Minis und Kleinwagen um 3,0 bzw. 2,3 Prozent. Trotz des ebenfalls steigenden Alters und der zugenommenen Laufleistung wechseln sowohl Minis (- 1,8 %) als auch Kleinwagen (- 1,3 %) gegenüber dem Vormonat schneller den Besitzer. „Bereits in den vergangenen Jahren konnten wir zum Ende des ersten Quartals eine Aufstockung der Mini- und Kleinwagenbestände feststellen. Die Entwicklung der Standtage belegt, dass der Handel damit auf eine starke Nachfrage reagiert“, sagt Wesche.

Sportwagen weiterhin auf Überholspur

Sportwagen stellten im April einen Rekord auf: Seit Beginn der Mobile.de-Aufzeichnungen war der Preis im Jahresvergleichswert nie so hoch wie im April. Der Durchschnittspreis lag bei 61.085 Euro und damit um ein Fünftel höher als im April 2015. Hauptverantwortlich für den massiven Anstieg waren zuletzt zwei Faktoren: Hochpreisige Supersportler wie beispielsweise ein Lamborghini Veneno (10 Mio. Euro) oder ein Porsche 911 R (1,2 Mio. Euro) lassen die Durchschnittspreise rasant ansteigen. Zudem können kleine Segmente wie die Sportwagen – 15.345 Inserate waren im April 2016 auf Mobile.de gelistet – Ausreißer schlechter kompensieren. „Die wachsende Zahl hochpreisiger Sportwagen übt einen großen Einfluss auf die Segmententwicklung aus. Zusätzlich heben junge Modelle wie der Ford Mustang den Segmentdurchschnitt an“, erklärt Wesche.

Der Fahrzeugmarkt Mobile.de analysiert jeden Monat die Inserate der dort angebotenen unfallfreien Fahrzeuge mit einer Laufleistung zwischen 1.000 und 200.000 Kilometern und einem maximalen Alter von zehn Jahren. Die Aufteilung der Segmente folgt der Klassifizierung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

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