Moderne Technik im Klassiker

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Außerdem weist Klenk darauf hin, dass alle vorgenommenen Veränderungen zurückgebaut werden können. Wer also nach einiger Zeit lieber auf die Kraft des modernen Motors verzichten möchte, soll das Aggregat wieder gegen das Original austauschen lassen können – jedenfalls wenn Geld keine Rolle spielt. Denn was Mechatronik anbietet, lässt sich nicht mal so eben aus der Portokasse bezahlen. Für eine reine Techniktransplantation werden bis zu vier Monate Arbeitszeit angesetzt, die Kosten liegen dann zwischen 70.000 und 90.000 Euro. Noch kostspieliger wird die Sache, wenn außerdem Arbeiten an Karosserie und Interieur zu erledigen sind. Das dauert dann 12 bis 18 Monate und kostet bis zu 350.000 Euro.

Auch Georg Memminger Feine Cabrios setzt mit seiner Firma zumindest teilweise auf moderne Technik, wenn er wieder einmal einem klassischen Käfer Cabrio zu neuem Glanz verhilft. So gehört zu seinem Angebot ein selbst entwickeltes ABS-System. Das ordern laut Memminger vor allem jene Kunden, die mit dem Wagen auch mal den Nachwuchs fahren lassen wollen – denn den Umgang mit einem Auto ohne den Blockierverhinderer haben heutige Führerscheinneulinge nie gelernt. Besseres Licht für den Käfer ermöglicht Memminger ebenfalls: mit Bi-Xenon in den unverändert runden Scheinwerfergehäusen.

Den Höhepunkt des Angebots stellt jedoch ein neuer Einspritzmotor dar. Der Vierzylinder leistet gut 74 kW/100 PS, vor allem aber verbraucht er im Schnitt gerade einmal sieben Liter – der ursprüngliche Boxer im Heck des Käfers leistete bestenfalls um die 50 PS und soff dafür im Schnitt gut und gerne seine zwölf Liter, wenn er gefordert wurde. Wie auch bei Mechatronik sind derartige Umbauten keine Option für sparsame Naturen. Ein Motorumbau kann bis zu 20.000 Euro verschlingen, für den Rest gelten Preise „auf Anfrage“.

Modern auch in Details

Moderne Technik im Klassiker gibt es aber auch günstiger und mit weniger Aufwand. Weil alte Radios weniger durch guten Klang als vielmehr durch eine Tendenz zu ausgiebigem Rauschen auffallen, gibt es mittlerweile Geräte, die eine Optik im Stil der alten bieten, sich aber mit Musik von CD oder MP3 füttern lassen. Sendersuchlauf, Kartensteckplätze und USB-Anschlüsse sind ebenfalls selbstverständlich.

Auch Fahrwerksspezialisten wie H&R haben den Oldtimer-Liebhaber als Klientel entdeckt. Das Unternehmen Bilstein bietet sogar einen umfangreichen Klassikerkatalog an. Mit aktuellen Federn und Stoßdämpfern lässt sich manch betagtes Fahrwerk optimieren, womit das Fahrverhalten an das moderner Fahrzeuge heranreichen kann. Spezialisten wie Histronic wiederum nehmen sich der Motorelektronik an. Die Berliner rüsten alte Vergasermotoren mittels frei programmierbarer Kennfeldeinspritzung und -zündung auf und bauen auch alte mechanische Einspritzsysteme durch Elektronik auf – das Ganze von außen unsichtbar. Das verbessert die Fahreigenschaften und senkt gleichzeitig den Verbrauch.

Das alles ist sicher keine Option für jedermann. Aber es ist eine Option für diejenigen, die Oldtimer lieben und gleichzeitig die Errungenschaften aktueller Technik schätzen.

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