Motortuning für den Renault Zoe
Renault hat sein erfolgreiches E-Modell überarbeitet. 17 elektrische PS mehr sorgen für bessere Beschleunigung.
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Größere Ventile, höhere Verdichtung oder mehr Ladedruck – alle diese Rezepte fallen aus, wenn man einen Elektromotor tunen will. Was genau die Renault-Techniker aber getan haben, als sie den neuen Motor für das erfolgreiche Elektroauto Zoe entwickelten, bleibt noch bis zum Genfer Salon im Dunklen.
Vorerst hat der französische Konzern nur die Fakten veröffentlicht: Das Aggregat R 110 leistet 80 kW/109 PS und übertrifft damit den Vorgänger R 90 um 12 kW/17 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 225 Newtonmeter. Trotz des Leistungszuwachses benötigt die Maschine laut Hersteller keinen zusätzlichen Bauraum und wiegt auch nicht mehr.
Die Reichweite von 300 Kilometern, wie sie aus dem aktuellen Zertifizierungsverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) hervorgeht, bleibt erhalten. Dank der Zusatzleistung absolviert der neue Zoe die Beschleunigung von 80 auf 120 km/h zwei Sekunden schneller als bisher.
Der Motor braucht keine Permanentmagnete aus seltenen Erden
Der R 110 ist nach seiner Bauart ein fremderregter Drehstrom-Synchronmotor. Drehstrommaschinen werden, wie der Name schon sagt, mit Drehstrom betrieben. Drei Leiter in ihnen, die jeweils um 120 Grad versetzt sind, führen eine Wechselspannung. Wenn man (mindestens) drei Spulen damit speist, entsteht jeweils ein Magnetfeld, das ebenso um ein Drittel der Schwingungsperiode versetzt ist. Diese drei Magnetfelder summieren sich zu einem Feld auf, das mit der Geschwindigkeit dreht, welche die Frequenz vorgibt. Dieser „natürlichen“ Rotation des Drehstroms folgt der magnetische Rotor der E-Maschine und gibt sie analog zur Kurbelwelle an Getriebe oder direkt den Antrieb weiter. Bei der fremdstromerregten Variante trägt der Rotor gleichstromerregte Wicklungen. Diese Bauart ist preisgünstiger, weil man keine Permanentmagnete braucht. Allerdings sind Schleifkontakte erforderlich, um den Rotor mit Strom zu versorgen.
Mit der Einführung des neuen Aggregats sind Renault-Elektromotoren jetzt in Varianten mit 44 kW/60 PS, 57 kW/76 PS, 68 kW/92 PS und 80 kW/109 PS verfügbar. Sie treiben die Modelle Kangoo Z.E., Zoe und den neuen Elektrotransporter Master Z.E. an. Hinzu kommt der Smart Electric Drive des Kooperationspartners Daimler.
Smartphone-Integration über Android Auto
Als weitere Neuheit des überarbeiteten Zoe nennt Renault die Smartphone-Integration über Android Auto. Damit lassen sich Apps vom Endgerät über die Bedienelemente des Fahrzeugs nutzen – per Sprachsteuerung, am Lenkrad oder über den Touchscreen. Musik- und Hörbuch-Streamingdienste wie Spotify und Audible gehören ebenso dazu wie Messaging Apps und Navigationsdienste mit Echtzeitverkehrsdaten.
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