Nägel mit Köpfen

Autor / Redakteur: Isabella Finsterwalder / Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Ein gelungener Generationswechsel ist eine der größten unternehmerischen Leistungen. Deshalb helfen die Hersteller und Importeure mit Händlernachwuchsprogrammen bei der Staffelübergabe im Betrieb.

Anbieter zum Thema

Ein Problem in vielen Kfz-Betrieben ist die Staffelübergabe an eine neue Generation von Unternehmern. „Ein gelungener Generationswechsel ist eine der größten unternehmerischen Leistungen“, bringt es Stefanie Salzberger vom BMW-Managementtraining auf den Punkt. Gerade auch angesichts eines sich rasend schnell wandelnden Automobilmarkts sind daher beim Gros der Automobilhersteller und -importeure individuell angelegte Händlernachwuchsprogramme erste Pflicht. Opel beispielsweise vergleicht sein Junior-Management-Programm mit einer „Balanced Scorecard“, in der alle wichtigen Bereiche eines Automobilbetriebs beleuchtet und die Junioren je nach Bedarf auf den Einmarken- oder auf den Mehrmarken-Geschäftsbetrieb vorbereitet werden.

Schwerpunkt Mitarbeiterführung

Marktführer Volkswagen, bei dem Händlernachwuchsprogramme bereits seit 1983 auf der Agenda stehen, legt den Schwerpunkt klar auf der Mitarbeiterführung. Diese Fokussierung schätzen der Volkswagen- und der Audi-Händlerverband, denn, so erklärt Geschäftsführer Michael Lamlé: „Erfolgreiche Unternehmen bestehen aus einer guten Führungsebene und zufriedenen Mitarbeitern.“

Überhaupt weiß die Händlervertretung die Angebote ihres Herstellers in Sachen „Staffelübergabe“ zu schätzen. „Die Qualität der Volkswagen-Nachwuchsförderung ist hoch und den Bedürfnissen unseres Händlernachwuchses sehr gut angepasst“, ergänzt Lamlé.

Stabilität und Veränderung

Ins gleiche Horn stößt die Konzerntochter Audi, die seit 1998 auf ein exklusives Unternehmernachfolger-Programm im Handelstraining baut. Angesichts der Zeit des Umbruchs und der wachsenden Geschwindigkeit im Automobilgeschäft weiß Uwe Schröder, verantwortlich für die Audi-Händlerjunioren, dass automobiles Fachwissen allein nicht mehr ausreicht: „Persönliche Stabilität und gleichzeitige Veränderungsbereitschaft entscheiden heute über eine erfolgreiche Führungskarriere.“ Daher setzt Audi mit Nachdruck auf eine Verbindung zwischen fachlichen und persönlichkeitsorientierten Modulen.

Lohnenswerte Investition

Die Teilnahme am seit 1988 existierenden hauseigenen Young Generation Programm sieht Toyota als eine der lohnenswertesten Investitionen in die Zukunftssicherung eines Betriebs. Der 1999 gegründete Mazda-Juniorenclub mit seinen heute mehr als 120 Mitgliedern stellt sich ebenfalls den steigenden Anforderungen an Geschäftsführer und Inhaber eines Autohauses. „Unser Förderprogramm bietet in komprimierter Form eine Grundlage für die benötigten Kompetenzen“, sind die für die Mazda-Junioren Verantwortlichen Götz Kühne und Cornelia Schmitz überzeugt. Überdies soll ein Forum wie der Mazda-Club den Junioren zeigen, dass sie mir ihrer Situation nicht allein sind.

Seit 2006 mischt auch Fiat wieder mit. Der Importeur hatte bereits von 1992 bis 1998 ein Nachwuchsförderungsprogramm. Das neue Nachwuchsangebot versteht das Unternehmen laut Michael Fligge, Leiter Händlertraining, als individuell auf den Junior zugeschnittenes Personalentwicklungsprogramm.

Die Branche ist überzeugt, mit ihren Angeboten für den Nachwuchs einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung und konsequenten Weiterentwicklung der Betriebe leisten zu können. Gleichzeitig sehen Hersteller und Importeure wie Peugeot in der Entwicklung des Händlernachwuchses einen wichtigen Beitrag zur Sicherung ihrer Netzentwicklungsstrategien und Vertriebsziele.

(ID:213908)