Netcar 24: Die Risiken des Cloud-Computings

Redakteur: Julia Mauritz

Zehn Jahre müssen Unternehmen ihre elektronisch erfassten Daten speichern. Wird ein DMS eingestellt, beginnt für ein Autohaus ein Ritt auf der Rasierklinge - wie beispielsweise für Sascha Schmitz.

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Sascha Schmitz, Geschäftsführer des Autozentrums Schmitz, muss nach der Kündigung seines DMS seine Daten aus der Cloud holen.
Sascha Schmitz, Geschäftsführer des Autozentrums Schmitz, muss nach der Kündigung seines DMS seine Daten aus der Cloud holen.
(Foto: Autozentrum Schmitz)

Das Kündigungsschreiben im Oktober des vergangenen Jahres kam für Sascha Schmitz, Inhaber des Mönchengladbacher Autozentrums Schmitz, völlig überraschend: Seit 2013 arbeitet der Unternehmer, der sich auf den Verkauf von hochwertigen Gebrauchtwagen spezialisiert hat, mit dem Dealer-Management-System Händler-Assistent 2.0 von Netcar 24 und ist mit dem webbasierten Programm sehr zufrieden. „Das DMS läuft sehr stabil, es sorgt für eine hohe Transparenz, und dank der Fahrzeughistorie haben wir eine lückenlose Dokumentation“, schildert Sascha Schmitz.

Bald ist damit jedoch Schluss, denn zum 30. April stellt der Softwarespezialist Netcar 24 den Händler-Assistenten 2.0 ein. Im Kündigungsschreiben gab Netcar 24 bekannt, zum Stichtag 30. April alle Daten, die bis dahin noch in der Cloud liegen und die die Anwender zwischenzeitlich nicht gesichert haben, zu löschen. Für die Betriebe lauert hier eine große Gefahr: Die Abgabenverordnung verpflichtet nämlich alle Unternehmen, sämtliche elektronisch erfassten Daten, die für den Geschäftsverkehr und die Besteuerung relevant sind, zehn Jahre zu speichern. Wenn die Händler es also versäumen, die Daten zu speichern, die Netcar 24 ihnen im gängigen CVS-Dateiformat zur Verfügung stellt, stehen sie bei der nächsten Betriebsprüfung womöglich im Regen.