Neuerungen bringt das überarbeitete Berufsbild auch für die Lehrer in den Berufsschulen mit sich, wie Professor Dr. Matthias Becker von der Uni Flensburg in seinem Referat erklärte. Die fünf Schwerpunkte finden natürlich auch dort ihren Niederschlag, wobei ein übergeifender Unterricht in den ersten beiden Lehrjahren nicht nur möglich, sondern sogar erwünscht sei. Der Rahmenlehrplan sei nach wie vor in Lernfelder unterteilt, die aber nicht objekt-, sondern handlungsorietiert seien. Ziel sei es, den jungen Menschen im Lauf ihrer Ausbildung fit für den Beruf zu machen, also alle notwendigen Kompetenzen für die Arbeiten im Betrieb zu entwickeln.
Kfz-Gewerbe gut gerüstet
Mit der Überarbeitung seines wichtigsten Berufsbildes nach nur zehn Jahren beweise das Kfz-Gewerbe einmal mehr, dass es auf einem guten Weg in die Zukunft sei, lobte Dr. Volker Born vom Zentralverband des Deutschen Handwerks in seinem Keynotevortrag. Das Handwerk sei generell dafür zuständig, Deutschland fit für die Zukunft zu machen, „aber uns gehen die Hände aus.“ Die Zahl der Schulabgänger gehe zurück, sodass Lehrstellen unbesetzt blieben. Angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels müsse sich das duale Berufsausbildungssystem dem Wettbewerb mit den Hochschulen stellen. „Wir müssen Konzepte entwickeln, um auch in Zukunft Jugendliche für das Handwerk zu begistern“, forderte Born.
Das Kfz-Gewerbe sei in dieser Hinsicht gut aufgestellt und könne durchaus als Blaupause für andere Gewerke dienen. Als Beispiel dafür nannte er die aufeinander abgestimmten Weiterbildungsmöglichkeiten, die den Jugendlichen klare Karriereoptionen vom Gesellen über den Servicetechniker bis zum Meister und zum Betriebswirt aufzeigen. Außerdem appellierte Born an das Handwerk, greifbare Bildungsmarken zu etablieren, um damit Marketing betreiben zu können.
E-Mobilität in der Ausbildung
Wie sich das Thema Elektromobilität in die Ausbildung von Kfz-Mechatronikern integrieren lässt, vermittelte noch einmal Professor Matthias Becker den Kongressteilnehmern. Dabei hatte er gleich eine gute Nachricht parat: „Die Integration funktioniert, und sie ist auch gar nicht so schwer.“ Entscheidend sei es, die verschiedenen Aspekte von elektrischen Antrieben an den jeweils passenden Stellen in die Lernfelder einzubauen und keine zusätzliche, losgelöste Spezialausbildung zu entwickeln.
Hybrid- und Elektroantriebe würden über kurz oder lang eine so wichtige Rolle im Werkstattalltag einnehmen, dass jeder junge Kfz-Mechatroniker mit deren Grundlagen vetraut sein müsse. Deshalb gehörten die entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten ebenso wie die Sicherheitsregeln zu den berufsprofilgebenden Kernkompetenzen, die alle Azubis erlernen müssten – egal, für welchen Schwerpunkt sie sich entschieden haben. Im Schwerpunkt „System- und Hochvolttechnik“ sollte die Kompetenzvermittlung dann weiter in die Tiefe gehen.
Den krönenden Abschluss von „Auto und Ausbildung“ bildete traditionell die Auszeichnung der besten Berufsschulen des Jahres für das Kfz-Gewerbe. Die Oskar-von-Miller-Schule in Kassel, das Berufskolleg Hilden des Kreises Mettmann und die Gewerbliche Schule Nagold durften in Würzburg ihre Urkunden und Siegerschecks entgegennehmen.
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