Neue Impulse aus Braunschweig

Autor / Redakteur: Stephan Richter /

Die Artur Blötz GmbH und Co. KG stellt das Unternehmen vor und nennte strategische Ziele für die Zukunft.

Betriebsleiter Carsten Büttcher ist sichtlich stolz auf das Unternehmen: die Artur Blötz GmbH und Co. KG in Braunschweig. Im Jahr 1981 begann er dort seine Ausbildung zum Bürokaufmann, war ab 1987 in der Geschäftsleitung tätig und führt das Nutzfahrzeug- Kompetenzzentrum nun mehr mit kurzer Unterbrechung seit 2001. Daher kennt er jeden Winkel des Betriebs, kann detailliert erklären, wie das Wasser in der Waschanlage aufbereitet wird, weiß, welche Fahrzeuge in der Werkstatt stehen, überwacht deren Reparaturverlauf und scherzt gern mit seinen Mitarbeitern. Zusammen mit dem Geschäftsführer, Herbert Pelz, setzt er auf Innovationen im Fahrzeugbaubereich und Reparaturbetrieb, die sich mit den Anforderungen der Herstellerbetriebe (CSI) und der ISO 9001:2000 decken.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts gründete Artur Blötz das Unternehmen als Hufschmiede am Heinrich-Büssing-Ring in der Nähe des Braunschweiger Bahnhofs. Neben der Zulieferertätigkeit für die Firma Büssing standen Pferdebeschlag und Federbau auf dem täglichen Arbeitsplan. In den sechziger Jahren folgten unter der Leitung von Otto Blötz Verträge mit Unimog und Henschel.

Neue Verträge

Mit der Erweiterung des Geschäftsfeldes Fahrzeugbau wurde im Jahr 1967 ein Standortwechsel mit Neubau im Ortsteil Kralenriede vollzogen. Im Jahr 1972 kam der Service- und Vermittlervertrag mit Mercedes-Benz zustande, der dem Unternehmen den entscheidenden Impuls zur Zukunftsfähigkeit im Reparaturgeschäft Nutzfahrzeuge gab. Infolge des expandierenden Fahrzeugbaugeschäfts schloss das Unternehmen im Laufe der Zeit mit 32 weiteren Firmen Unterverträge.

2003 kam einen Servicevertrag mit DAF-Lkw und -Busse hinzu. Die DAF-Händlerqualitätsoffensive 2010 stellt das Unternehmen vor weitere Herausforderungen zur anhaltenden Wettbewerbsfähigkeit. Laut Herbert Pelz wird es in Zukunft aber bei den bestehenden Herstellermarken bleiben. Die CI-Standards sind erfüllt.

Aufgrund des weitreichenden Portfolios und den langjährigen Erfahrungen im Fahrzeugbau stehen Büttcher und Pelz zu der Aussage: „Blötz kann alle Lkw reparieren.“ Gerade im Fahrzeugbau sei das Unternehmen markenneutral aufgestellt. „Das müssen wir auch sein, denn der Großteil unserer Kunden hat einen Mischfuhrpark und wir möchten alle individuell bedienen, um ihre Ausfallzeiten zu reduzieren.“

Das Unternehmen hat sich nicht nur durch diese Markenvielfalt in eine gute Position gerückt: Das Betriebsgelände umfasst 38.000 Quadratmeter und beherbergt eine große Halle für Reparaturen und Aufbauten, eine Lackiererei und Tischlerei sowie eine Wasch- und eine Sandstrahlhalle. „Wir brauchen nichts aus der Hand zu geben, sondern bieten unseren Kunden das volle Programm“, erklärt Büttcher.

Gute Lage

Einen deutlichen Unterschied zur Pkw-Branche sieht Pelz darin, dass sich der Nutzfahrzeug-Kundenstamm ausschließlich aus gewerblichen Kunden zusammensetzt und damit anderen konjunkturellen Bedingungen unterliegt. „Dennoch sind auch wir durch die steigenden Kosten wie Maut, höhere Kraftstoffpreise oder nicht beeinflussbare Rahmenbedingungen bedroht. Denn viele unserer Kunden sind mittelständische Betriebe, die unter den höheren operativen Kostenbelastungen leiden“, so Pelz.

Natürlich trägt auch die gute Lage des Betriebs nahe der A2 ihren Teil zu einem erfolgreichen Geschäft bei. Durch diese direkte Anbindung rollen des Öfteren Lkw mit polnischen, holländischen oder russischen Kennzeichen auf den Hof. Allerdings kämen immer noch 80 bis 85 Prozent der Kunden aus der Region. „Da wir uns mit Priorität um den Service der Nutzfahrzeuge kümmern, vermitteln wir Kundenanfragen bezüglich Daimler-Nutzfahrzeugen gleich an die Mercedes-Benz-Niederlassungen in Braunschweig und Magdeburg“, erklärt Pelz die regionale Verbundenheit.

Blötz repariert nicht nur in Niedersachsen. Zur Unternehmensgruppe zählen noch zwei weitere Standorte in Sachsen-Anhalt: Diese laufen unter dem Namen Otto Blötz GmbH & Co. KG. In Königsborn (Betriebsleiter Steffen Brunkau) findet sich seit 1990 ein Mercedes-Benz- und Iveco-Servicebetrieb und in Schönebeck (Betriebsleiter Sven Thomas) seit 1998 ein Mercedes-Benz-Pkw- und -Nfz-Servicebetrieb mit Vermittlungsrecht für Pkw und Nfz. Insgesamt sind 140 Mitarbeiter an den drei Standorten beschäftigt, Tendenz steigend: Seit Anfang 2008 verzeichnet das Unternehmen einen Personalzuwachs von fünf Prozent.

Besucher und Aussteller

In einem ist sich Pelz sicher: „Mittelständische Unternehmen dieser Art überleben nur mit der schnellen Umsetzung von Innovationen, stringenter Marktbearbeitung und hoher Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.“ Dafür bedarf es aktueller Software, moderner Werkzeuge und Fertigungstechniken sowie permanenter Personalqualifizierung. Gerade aus dem Grund ist es für ihn wichtig, auf den kommenden Messen, der Automechanika in Frankfurt und der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover, präsent zu sein. Auf der ersten als Messebesucher und der zweiten als Aussteller. „Dort können wir uns über Neuheiten informieren.“ ?

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