Neue Obermeisterin in Bruchsal
Birgit Leicht ist Nachfolgerin von Martin Zondler an der Spitze der Innung Bruchsal. Die Chefin eines Mercedes-Betriebs ist die erste Obermeisterin im Landesverband Baden-Württemberg.
Die Innung Bruchsal hat die erste Obermeisterin im Landesverband Baden-Württemberg: Die Mitglieder haben Birgit Leicht zur Nachfolgerin von Martin Zondler gewählt. Die diplomierte Maschinenbauerin, die einen Mercedes-Betrieb führt, ist in der Verbandsorganisation keine Fremde: Bereits seit 1993 gehört sie dem Vorstand der Innung an und kümmert sich knapp 20 Jahren um die Pressearbeit.
Zum stellvertretenden Obermeister wählten die Mitglieder Michael Wittemann. Der Opel-Händler aus Bruchsal hat vor rund drei Jahren die Geschäftsführung im elterlichen Betreib übernommen. Er löst Helmut Drach ab, der das Amt mehrere Jahre bekleidete. Sowohl Zondler als auch Drach bleiben der Innung erhalten: Zondler wird künftig als Ehrenobermeister agieren und Drach als stellvertretender Ehrenobermeister.
Ein Thema für die neue Obermeisterin ist der Nachwuchs. „Die zurückgehende Ausbildungsbereitschaft in der Innung gibt Anlass zur Sorge“, sagte Innungsgeschäftsführer Armin Wittemann. Die Zahl der Auszubildenden sei von 162 Jugendlichen in 2007 um mehr als ein Drittel auf 105 Azubis in 2011 zurückgegangen. Eine Möglichkeit um Jugendliche für die Branche zu gewinnen stellen Anreize dar. „Wir hatten auch schon Zeiten, in denen man einem Azubi für seine Zusage ein Moped geschenkt hat.“ Der Geschäftsführer prophezeite, man werde bald durch die Ausbildungsjahrgänge den Bedarf an Fachkräften nicht mehr decken können.
Neue Aufgaben für ältere Mitarbeiter
Auf ältere Mitarbeiter der Kfz-Betriebe könnten dadurch weitere Aufgaben zukommen. Statt in vorgezogenen Ruhestand zu gehen, könnten sie ihre Fähigkeiten weiter im Betrieb einbringen. „Um nicht auf das Wissen der älteren Mitarbeiter verzichten zu müssen, könnten sie mit einer reduzierten Stundenzahl weiterarbeiten“, schlug Wittemann vor. Sie könnten auch bei durch Urlaub und Krankheit verursachten Engpässe aushelfen.
Zudem droht auf die Betriebe durch die geplanten Änderungen der Rundfunkgebühren eine Mehrbelastung zu zukommen. Für das Kfz-Gewerbe in Baden-Württemberg würden sich die Gebühren etwa verdreifachen, so Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Baden-Württemberg. Laut Beuß sollen die Gebühren in Baden-Württemberg nochmals überprüft werden, gegebenenfalls auch mit juristischen Mitteln.
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