2022 wird Volkswagen Nutzfahrzeuge gleich drei verschiedene Kleinbusse anbieten: den T6.1, den T7 und den ID Buzz. Warum die Hannoveraner das machen und wie sich der T7 als vorerst neuester Bulli in ersten Testfahrten schlägt.
Der VW T7 steht in den Startlöchern.
(Bild: Seyerlein/VCG)
Vom Schweizer Taschenmesser zur Quadratur des Kreises: So umschreibt Lars Krause, Vertriebsvorstand von Volkswagen Nutzfahrzeuge den Plan, den sich die Hannoveraner für ihre T-Baureihe überlegt haben. Der kommt auf den ersten Blick unübersichtlich daher: Die Markteinführung des T7 steht unmittelbar bevor, dennoch soll es den T6.1 noch bis 2024 geben. Und ab dem dritten Quartal 2022 dann auch noch den elektrischen ID Buzz.
Warum diese Produktfülle? Der T6.1 soll künftig neben Gewerbetreibenden nicht auch noch weiter die Privatkäufer ansprechen. Diese Rolle fällt dem T7 zu. Zumindest bei den Einzelkunden, die nicht auf reinelektrisch betriebene Fahrzeuge umsteigen wollen. „Der T6.1 ist ein Schweizer Taschenmesser. Aber er eignet sich nicht optimal für spezifische Anwendungsfälle. Darauf ist unsere neue Strategie die Antwort“, erklärt Krause.
Der T7 soll dabei die Rolle des „ultimativen Familienautos, Shuttles und Reisegleiters“ ausfüllen. „Weg vom Multifunktions-Taschenmesser hin zu der Klinge, die für Privatkunden wirklich schneidet“, bleibt Krause seiner Bildsprache treu.
Das Ziel: Der T7 soll VW noch deutlich mehr Privatkäufer im MPV-Segment bringen als der T6.1. Doch gibt es die überhaupt? Schließlich haben sich zuletzt immer mehr aus eben jener Fahrzeugklasse verabschiedet.
VW steht zum Kleinbus-Segment
„Wir stehen zu diesem Produkt und zu diesem Segment“, sagt der Vertriebsvorstand. „Und wir setzen damit auch ein Statement.“
Gelitten hatten die Kleinbusse ähnlich wie Vans in der jüngeren Vergangenheit unter dem Boom der SUVs. Dem soll sich der T7 entgegenstemmen, kündigt Lars Krause an: „Wenn Sie mich fragen, ist der Bulli einem SUV überlegen. Wir wollen auch SUV-Fahrer für uns gewinnen.“
Neben denjenigen, die bereits jetzt Kleinbus fahren, hat VW auch Besitzer von größeren Kombis und Vans als Zielgruppe im Blick. Wie viele T7-Einheiten sich der Hersteller in Deutschland perspektivisch zutraut, will Krause aber nicht verraten.
Jeder dritte soll zum PHEV greifen
Der Vorverkauf des Fahrzeugs hat bereits begonnen, die Markteinführung erfolgt in der 46. Kalenderwoche (ab 15. November). Zum Start wird es drei Motorvarianten geben: Zwei Benziner (1,5 Liter, 100 kW und 2,0 Liter, 150 kW) sowie erstmals auch einen Plug-in-Hybrid mit einem 1,4-Liter-Benziner mit 110 kW sowie einem 86 kW-E-Motor. Die Systemleistung beträgt 160 kW. Im ersten Quartal 2022 soll dann auch noch ein Diesel mit 110 kW Leistung folgen.
Lars Krause erwartet, dass etwa jeder dritte Bulli-Käufer künftig zum Plug-in-Hybrid greifen wird. Da er den geforderten Wert von 50 Gramm CO2 pro Kilometer unterschreitet, ist er auch noch im kommenden Jahr in Deutschland förderfähig. Zumindest solange die CO2-Regelung noch greift. Sollte es so kommen, dass perspektivisch die Reichweite entscheidet, könnte das für den T7 zum Problem werden.
Auf dem Papier schafft er 50 Kilometer reinelektrisch. Zu wenig für eine reichweitenbasierte Förderung. Was empfiehlt Vertriebschef Krause deshalb Händlern, wenn Kunden Bedenken bezüglich der Subventionierung äußern?
„Wir müssen ehrlich sein“, sagt der Topmanager. „Im Moment gibt es kein Problem. Und wir sollten auch nicht spekulieren. Das hilft niemandem weiter. Wenn sich die Spielregeln ändern sollten, müssen wir das akzeptieren. Aber das kann man jetzt noch nicht absehen“, so Krause.
T7 kommt flexibel daher
Auch wenn Volkswagen sich daran nicht beteiligen möchte, bleibt beim Antrieb als zumindest ein wenig Spielraum für Spekulationen. Was soll Privatkunden aber in jedem Fall in einer Entscheidung für den T7 bestärken? VW setzt beispielsweise auf die Flexibilität.
Alle Sitze im Fond sind verschiebbar und können einzeln ein- und ausgebaut werden. Dank eines bestromten Schienensystem sind die äußeren Plätze sogar beheizbar. Im Mittelgang kann die Konsole zwischen Fahrer- und Beifahrersitz flexibel nach hinten verschoben und als Multifunktionstisch verwendet werden. Ein cleveres Detail, mit dem das Auto punkten kann. Auch die vier USB-Ports im Fond zeugen davon, dass die Entwickler mitgedacht haben.
Stand: 08.12.2025
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Mit 1,90 Meter Höhe ist der Kleinbus flacher als seine Vorgänger. Das hat VW vor allem deshalb entschieden, da es für T-Fahrer bislang in einigen Ländern schwierig werden konnte, wenn sie in Tiefgaragen einfahren wollten. Platzangebot und Kopffreiheit sollen darunter aber nicht leiden. Beispielsweise hat VW als Ausgleich die Klimakanäle nun an den Seiten platziert.