Neuer Motor, neues Getriebe
VW bringt einen neuen Downsizing-Turbomotor und ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in die Golf-Klasse. Mit beiden Aggregaten zusammen soll ein Golf nur noch 5,9 Liter verbrauchen.
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Der neueste Vertreter der TSI-Baureihe von Volkswagen basiert auf dem 1,4-Liter-Twincharger-Motor mit 103 bzw. 125 kW, verzichtet aber auf den mechanisch angetriebenen Kompressor. Mit einer Leistung von 90 kW/122 PS ist er der leistungsschwächste TSI-Motor und könnte als Volumenantrieb in Golf und Passat den bisher verwendeten 1,6-Liter-Sauger ablösen.
Gegenüber diesem Motor bietet der 1,4-Liter-Turbo fast 30 Prozent mehr Drehmoment: 200 Newtonmeter bei 1 500 min-1. Im unteren Drehzahlbereich steigert der TSI das Moment sogar um bis zu 66 Prozent, und das, obwohl die Ingenieure auf den Kompressor verzichteten. Der schien für die stärkeren Twincharger-Varianten noch unersetzlich für einen ausgeglichenen Drehmomentverlauf ohne „Turboloch“. Ob VW dieser Effekt auch ohne mechanischen Lader gelingt, müssen die Fahrtests beweisen. Der wichtigere Effekt des Downsizings ist aber der geringere Verbrauch. Trotz mehr Leistung und Drehmoment versprechen die Wolfsburger rund sechs Prozent weniger Spritdurst als beim 1,6-Liter-Sauger.
DKG mit Trockenkupplung
Eine weitere Weltneuheit ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe – bei VW Direktschaltgetriebe (DSG) genannt. Gegenüber dem bekannten Sechsgang-DSG laufen die Kupplungen des neuen Getriebes nicht in einem Ölbad. Der Vorteil der trockenen Kupplung liegt im besseren Wirkungsgrad, weil die so genannten Planschverluste wegfallen. Außerdem braucht das Getriebe keine Ölpumpe mehr, da elektrische Aktoren sowohl die Kupplung betätigen als auch die Gänge wechseln. Entwicklungspartner für diese Komponenten war der Zulieferer Luk.
Für die Kombination der beiden neuen Aggregate verspricht Volkswagen hervorragende Verbrauchswerte: Im Golf soll der Verbrauch bei lediglich 5,9 Litern auf 100 Kilometern liegen. Das neue Siebengang-DSG ist für ein Fahrzeugspektrum vom Polo bis zum Passat vorgesehen und kann bis zu 250 Newtonmeter Drehmoment übertragen.
Beide Aggregate sollen in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Damit hält der Wolfsburger Konzern den Vorsprung gegenüber seinen Wettbewerbern, die frühestens in diesem Jahr (Ford) ein Doppelkupplungsgetriebe auf den Markt bringen wollen bzw. können. Dank DSG liegt der Automatikanteil bei VW höher als sonst in der Kompaktklasse, die meist auf antiquierte Viergang-Wandlerautomaten oder unkomfortable automatisierte Schaltgetriebe baut. Beim Touran etwa bestellen bereits 25 Prozent der Kunden das DSG.
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