Autotests Mehr Nachhaltigkeit in der Produktion bringt Zusatzpunkte

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ verändert ihr Testschema. Mit dem Jahresstart 2023 wird bei der Beurteilung der Umweltfreundlichkeit eines Autos auch seine Herstellung berücksichtigt.

Der aktuelle Vergleichstest zwischen dem Mercedes GLB und dem Skoda Kodiaq erfolgt schon nach dem neuen Bewertungsschema der „Auto Motor und Sport“.(Bild:  Hans-Dieter Seufert)
Der aktuelle Vergleichstest zwischen dem Mercedes GLB und dem Skoda Kodiaq erfolgt schon nach dem neuen Bewertungsschema der „Auto Motor und Sport“.
(Bild: Hans-Dieter Seufert)

Die wenigsten Autofahrer können während einer kurzen Probefahrt das Fahrverhalten eines Autos im Grenzbereich selbst bewerten, den Verbrauch messen oder die Leistungsfähigkeit der Fahrerassistenzsysteme überprüfen. Deshalb beziehen viele in ihre Kaufentscheidung auch die Testergebnisse der Automobilmagazine mit ein.

Doch diese müssen bei ihren Testverfahren und Bewertungsschlüsseln mit der Zeit gehen. Denn für die Bewertung eines neuen Autos sind mittlerweile nicht mehr nur die reinen Fahreigenschaften wichtig, sondern auch Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Deshalb nutzt die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ ab der Ausgabe 1/2023 ein erneuertes Testschema: Künftig spielen bei der Bewertung der Umweltfreundlichkeit eines Autos nicht nur Verbrauch, Emissionen und Recyclingquote der Fahrzeugteile eine Rolle, sondern auch Energie- und Rohstoffeinsatz bei der Herstellung.

Chinesischer Kohlestrom ist nicht nachhaltig

„Mit Greenwashing haben wir unsere Probleme. Was nützt dem Planeten ein tolles Elektroauto, wenn es in China zusammengebaut wird und einen langen Weg bis in die Verkaufsräume zurücklegt? Deshalb wird das jetzt bepunktet“, kündigt Chefredakteur Michael Pfeiffer an. Damit berücksichtigt die Redaktion den Energie- und Rohstoffeinsatz zur Herstellung der Akkus sowie den hohen Kohlestromanteil in China.

Das Umweltkapitel hat zudem einen deutlich größeren Einfluss auf die Gesamtnote. Auch die maximal erreichbare Punktzahl steigt von 900 auf 1.000. Neu ins Testschema aufgenommen wird zudem der Ausrollversuch. „Auto Motor und Sport“ misst damit die mittlere Verzögerung des frei rollenden Fahrzeugs. Daraus lässt sich der Fahrwiderstand ermitteln und der Leistungsbedarf eines Autos bei konstant 130 km/h ableiten. In diesem Wert spiegeln sich beispielsweise die aerodynamische Qualität eines Autos wider, die mechanische Effizienz des Antriebs und der Rollwiderstand der Reifen. „Das ist ein weiterer Umweltfaktor“, betont Jens Dralle, Ressortleiter Test und Technik. „Je leichter ein Auto durch den Wind gleitet und über den Asphalt rollt, desto weniger Ressourcen werden verbraten, desto umweltfreundlicher ist ein Auto grundsätzlich ausgelegt.“

Zudem gibt es jetzt nur noch ein Bewertungsschema für alle Fahrzeugklassen. Das bedeutet: Jedes Fahrzeug muss sich nicht nur weiterhin mit seinen Wettbewerbern in Vergleichstests messen, sondern zugleich an den Leistungen der besten Autos. Es gibt nur noch einen Maßstab für alle, also keinen „Rabatt“ mehr beispielsweise für kleinere und mittlere Fahrzeugklassen. „Weiterhin im Fokus bleiben das Auto und seine Qualität als Gesamtprodukt“, unterstreicht Dralle. „Motorleistung, Fahr-, Lenk- und Bremsverhalten, Federungskomfort, Verarbeitungsqualität, Platzangebot und technische Anforderungen bleiben zentrale Testkriterien.“

Das neue Test- und Bewertungsschema findet erstmals Anwendung im aktuellen Vergleichstest der Hybridversionen des Mazda 3 und Honda Civic, der beiden SUVs Mercedes GLB und Skoda Kodiaq sowie in den beiden Einzeltests des BMW-Mildhybrid X1 X-Drive 23i und des Nio ES 8.

(ID:48961092)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung