B-On Neustart mit dem E-Transporter Pelkan

Von Julia Mauritz 3 min Lesedauer

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Mit dem Elektrotransporter Pelkan aus dem Hause Chery bringt das Start-up nach dem Streetscooter-Aus nun ein neues Nutzfahrzeug für Zusteller auf den Markt. Das soll vor allem mit seiner Vernetzung punkten.

Der Pelkan ist in zwei Ausführungen erhältlich: mit einer 43,5 kWh-Batterie und einem 53,6 kWh-Akku.(Bild:  Mauritz – VCG)
Der Pelkan ist in zwei Ausführungen erhältlich: mit einer 43,5 kWh-Batterie und einem 53,6 kWh-Akku.
(Bild: Mauritz – VCG)

Stellantis, Ford, Mercedes, Toyota, Maxus: Es gibt einige Hersteller, die in Deutschland im durchaus noch überschaubaren Segment der elektrischen Transporter um Marktanteile buhlen: Mit B-On kommt jetzt noch ein neuer Player dazu. Nach der missglückten Streetscooter-Episode, die in einer Insolvenz der deutschen B-On GmbH mündete, wagt das Start-up mit Hauptsitz in Paris den Neustart – mit Chery als Partner im Rücken und einem One-Stop-Shop-Ansatz: B-On greift den Kunden auf Wunsch auch beim Flottenmanagement, dem Lade- und Batteriemanagement sowie der Elektrifizierung des Fuhrparks unter die Arme.

Im Visier hat B-On mit seinem ersten Modell Pelkan, das preislich bei 35.000 Euro startet und das bereits ab dem vierten Quartal 2024 ausgeliefert werden soll, speziell die KEP-Branche. Entwickelt und produziert wird der Elektrotransporter komplett von Chery. Neu ist das Fahrzeugkonzept des Pelkan nicht: In China ist das Modell als Karry Dolphin bereits seit 2019 unterwegs.

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Im Visier hat B-On mit seinem optisch durchaus modern anmutenden E-Transporter in erster Linie die KEP-Branche, die ihre Ware sowohl innerstädtisch als auch im ländlichen Raum zustellt.

Erhältlich ist das Modell in zwei verschiedenen Ausführungen: Im Fahrzeugboden des Pelkan 43 ist, wie der Name schon suggeriert, ein 43-kWh-Lithium-Ionen-Akku verbaut. Der Pelkan 54 hat hingegen hat eine 54-kWh-Batterie an Bord. Je nach Ausführung muss der Pelkan, im WLTP-Zyklus gemessen, nach 226 oder 279 Kilometern wieder an die Ladesäule. Im Winter dürften es deutlich weniger sein. Wobei B-On darauf hinweist, dass Lieferdienste im Schnitt pro Tag gerade einmal 40 Kilometer zurücklegen – egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

An einer AC-Ladesäule braucht der Pelkan laut Hersteller je nach Ausführung acht bis zehn Stunden, bis er wieder vollgeladen ist. An einer Schnellladesäule lässt er sich in 35 Minuten von 30 auf 80 Prozent laden – rekordverdächtig ist das nicht. Aber bei der anvisierten Zielgruppe dürfte ein Stopp an einer DC-Säule ohnehin eine Ausnahme bilden.

Was deutlich mehr zählt, sind die Praktikabilität und die Gesamtbetriebskosten. Auf beides habe man gesteigerten Wert gelegt, unterstreicht B-On. So bietet der Pelkan 43 eine Nutzlast von 1.350 Kilogramm, beim Pelkan 54 sind es 50 Kilo weniger. Bei einer Fahrzeug-Gesamtlänge von knapp 5,46 Metern Länge ist der Laderaum 2,98 Meter lang. Zwischen den Radläufen ist er 1,29 Meter breit. In Summe ist der Laderaum 71 Kubikmeter groß.

Beladen lässt sich der elektrische Transporter über eine Hecktür, die sich im Verhältnis 50:50 öffnen lässt. Deren Scharniere lassen sich im 270-Grad-Winkel öffnen. Alternativ bietet auch eine nicht sehr breite Seitentür an der Beifahrerseite Zugang zum Laderaum, der eine Aluminium-Ladefläche hat.

Der 86 kW/116 PS starke Elektromotor mit 266 Nm-Drehmoment des Pelkan erfüllt seinen Zweck – mehr nicht. Aber mit Blick auf die Kundengruppe, die B-On gewinnen will, ist Leistung ohnehin zweitrangig. Die Fahrer wollen schnell losfahren, leicht rangieren und sicher bremsen. All das geht mit dem 1,85 Meter breiten Pelkan, wenngleich der Wendekreis von 13,9 Metern nicht gerade beeindruckend ist.

Für die nötige Verkehrssicherheit sorgt im Pelkan ein akustisches Warnsystem, das Passanten auf das Fahrzeug aufmerksam macht. Zudem erleichtern Rückfahrsensoren und eine Rückfahrkamera den Fahrern das Rangieren.

Der recht lieblos gestalteten Fahrerkabine merkt man an, dass der Pelkan vorwiegend auf Funktionalität und Robustheit getrimmt ist. Gleichwohl verfügt der E-Transporter über ergonomische Sitze, ein Multifunktionslenkrad für das Infotainment und einen 10,1 Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole.

Software für das Flotten-, Lade- und Batteriemanagement

Was den Pelkan besonders macht, ist mit Blick auf die Gesamtbetriebskosten des Fahrzeugs seine Vernetzung. So liefert die serienmäßig verbaute Telematik-Steuereinheit den Fuhrparkmanagern wertvolle Daten, um ihre Flotteneffizienz zu steigern. Auch Over-the-Air-Updates sind möglich. Zudem bietet B-On optional eine Flottenmanagement-Software an und ein Programm, das das Strom- und Lademanagement überwacht und verwaltet. In das Batteriemodul des Pelkan lässt sich zudem ein Batteriemanagementsystem integrieren. Dieses liefert Leistungsdaten, um die Reichweite zu optimieren.

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Großen Flotten mit einem hohen Elektrifizierungsgrad bietet B-On darüber hinaus auch externe Elektroenergiespeicher an. Ob das von B-On entwickelte intelligente Paket-Ausgabesystem künftig eine mögliche Kaufoption im Pelkan sein wird, hängt indes von dessen Kundennachfrage ab.

Offiziell präsentiert wird der Pelkan auf der Messe IAA Transportation, die vom 17. bis zum 22. September in Hannover stattfindet. Bereits angekündigt hat B-On derweil, im Jahr 2026 einen zweiten Elektrotransporter einführen zu wollen. Dessen Namen hat B-On noch nicht offiziell verraten. Allerdings stellt das Start-up ein „disruptives“ Modell in Aussicht.

 

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