Cadillac Neustart mit Eigenvertrieb und Agenturmodell für Händler

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Cadillac war nie ganz weg, startet jetzt aber in Eigenregie wieder neu in Deutschland. Zwei Flagshipstores sollen für Aufmerksamkeit sorgen. Aber auch der klassische Handel ist mit an Bord.

Das Markenlogo von Cadillac soll wieder präsenter werden in Europa. In Deutschland startet das Fabrikat im hybriden Vertrieb.(Bild:  Cadillac/Weigl)
Das Markenlogo von Cadillac soll wieder präsenter werden in Europa. In Deutschland startet das Fabrikat im hybriden Vertrieb.
(Bild: Cadillac/Weigl)

Cadillac nimmt einen neuen Anlauf in Deutschland und Europa. Die Edelmarke von General Motors will sich generell mit Elektrofahrzeugen neu erfinden und startet den Vertrieb in Europa neu – unabhängig von früheren Bindungen. Dafür setzt das Fabrikat auf einen in eigenen Worten „hybriden Vertrieb“. Das heißt, die Cadillac-Modelle gibt es stationär und online. Und im stationären Handel fungieren sowohl Eigenbetriebe des Herstellers als auch Händler als Anlaufstellen.

In Deutschland geht Cadillac zunächst mit zwei Flagship-Stores an den Start, den sogenannten „City Experience Centers“. Der erste Verkaufsraum eröffnet an diesem Freitag, 27. September, in Frankfurt für das Publikum. Die interne Eröffnungsfeier läuft bereits heute im Rahmen der Präsentation des ersten elektrischen Cadillac-Modells, des Lyriq. Ein zweites City Experience Center öffnet am 11. Oktober in Hamburg.

„Online-Shopping ist zwar bequem. Aber es gibt nichts Besseres, als einen Cadillac hautnah zu erleben“, sagte Pere Brugal, Präsident und Geschäftsführer von General Motors Europe, in Frankfurt zum Start des City Centers. Die Läden sollen dabei nicht bloße Ausstellungsräume sein, sondern Erlebniswelten, „in denen Besucher die neuesten Cadillac-Modelle erkunden und persönliche Beratung von Cadillac City Guides erhalten“ können. Dies soll gewährleisten, dass die Interessenten aus erster Hand erfahren, was die Marke Cadillac einzigartig mache.

Zurück in Deutschland: Der Cadillac-Shop in der Motorworld München ist schon länger bereit.(Bild:  Peter Diehl)
Zurück in Deutschland: Der Cadillac-Shop in der Motorworld München ist schon länger bereit.
(Bild: Peter Diehl)

Neben den beiden City Centern betreibt Cadillac zum jetzigen Zeitpunkt vier weitere kleinere Standorte als Anlaufstellen für Interessenten, insbesondere um dort auch Probefahrten zu vereinbaren. Diese gibt es in den Motorworld-Filialen in München, Köln und Berlin sowie im Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg.

Händler als Business-Elite-Partner

Schließlich kommen erfahrene Händler ins Spiel, die als Business-Elite-Partner im Agenturmodell die Cadillac-Fahrzeuge für B2B-Kunden präsentieren und vertreiben sollen. Das sind zum jetzigen Zeitpunkt vier Autohaus-Unternehmen mit sieben Standorten: das Autohaus Günther (Hamburg, Frankfurt, Berlin), das Autohaus Ulmen (Düsseldorf), das Autohaus Wiens (Münster) und Jacobs Sportscars (Köln und Aachen). Diese haben wahlweise Erfahrungen mit Premiummarken gesammelt oder mit US-Marken – oder auch beides.

Die Business-Elite-Partner (BEP) sind zudem auch Teil des Service-Netzes und sollen das Gebrauchtwagengeschäft bzw. das Remarketing abdecken. Cadillac plant, dieses Netzwerk weiter auszubauen, sodass die Kunden nicht nur einen nahen stationären Zugang zu den Cadillac-Fahrzeugen haben, sondern bei Bedarf auch umfassende Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. In Deutschland will der Importeur zunächst mit neun Servicepartnern starten, die zwölf Standorte betreiben. In Schweden startet Cadillac übrigens zeitgleich mit der Hedin-Gruppe als Partner für vier BEP-Standorte.

Im Sinne des hybriden Vertriebs will Cadillac gleichfalls den gesamten Kauf- oder Leasingprozess komplett online abbilden, „um das Fahren eines Cadillacs so einfach wie nie zuvor zu machen“. Zum Start bietet Cadillac eine Leasing-Aktion für den Lyriq an. In der Luxus- oder Sportversion ist das Modell für 973 Euro im Monat erhältlich, einschließlich Wartung. Dieses Angebot umfasst eine Laufzeit von 48 Monaten, eine Anzahlung von 8.000 Euro und bis zu 10.000 km pro Jahr.

Den Kunden Besonderes bieten

Mit den Maßnahmen in Vertrieb, Service und Gebrauchtwagenhandel wollen die Amerikaner beim Neustart „die Customer Journey außergewöhnlich gestalten und jeden Aspekt des Besitzes eines Cadillacs in Deutschland verbessern“. Dazu zählen auch eine Lade-App, die den Zugang zu 780.000 Ladestationen in Europa ermöglichen soll, sowie die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister (Cubic Telecom), die für die Konnektivität des Lyriq sowie perspektivisch des zweiten Modells Optiq in 30 Märkten sorgen soll.

Bewusst konzentriert sich General Motors Europe beim Neustart auf die elektrischen Modelle. Damit stoße das Fabrikat in Richtung Nachhaltigkeit und Innovation in Europa vor, schreibt Chan Uk Jun, Leiter Business Development und Flottenkunden in Deutschland, in einem Linkedin-Beitrag. GM Europe agiere mit einer Start-up-Mentalität, indem der Importeur Veränderungen annehme und Innovationen in der sich entwickelnden EV-Landschaft fördere. Verbrennermodelle wie der Escalade oder auch die Corvette werden derzeit von anderen freien Importeuren nach Deutschland gebracht.

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