Europäischer Automarkt Neuwagenverkäufe sinken auf 30-Jahres-Tief

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der europäische Neuwagenmarkt ist auf den tiefsten Stand seit fast 30 Jahren gefallen. Trotz eines starken Schlussspurts in einigen Ländern lag der Gesamtabsatz im vergangenen Jahr deutlich unter dem Wert von 2021. Die Aussichten sind weiterhin nicht rosig.

(Bild:  Rehberg / »kfz-betrieb«)
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa waren im vergangenen Jahr so wenige wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Im Dezember gab es zwar dank eines starken Schlussspurts in den großen Märkten Deutschland, Italien und Großbritannien ein EU-weites Plus von 14,8 Prozent auf 1.091.119 neu zugelassene Autos, wie der europäische Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Im Gesamtjahr wurden in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien mit 11,29 Millionen Einheiten 4,1 Prozent weniger zugelassen als im ohnehin schwachen Vorjahr – und damit so wenige Autos wie seit 1993 nicht mehr.

Experten schätzen auch die Zukunftsaussichten als weniger rosig ein. Zwar hätten sich die Lieferengpässe bei Halbleitern und Vorprodukten etwas entspannt, sagte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY. Die Lieferfähigkeit der Industrie werde sich im Jahresverlauf weiter verbessern, sodass mit der steigenden Verfügbarkeit von Neuwagen auch deren Lieferzeiten sinken dürften. „Unklar ist aber, wie groß die Nachfrage von Unternehmen und Privatleuten dann noch ist“, schränkte Fuß ein. „Denn die Konjunktur schwächelt, und selbst wenn die befürchtete Rezession ausbleibt, bleiben Unternehmen und Privatleute bei Neuwagenbestellungen zurückhaltend.“

Zahlen weit unter Vorkrisenniveau

Dem Berater zufolge spricht viel dafür, dass die Nachfrage nach Neuwagen weiter deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau liegen wird. 2022 lagen die Neuzulassungen rund ein Drittel niedriger als im Vorkrisenjahr 2019.

In Deutschland hatte die zum Jahresende auslaufende Förderung von Plug-in-Hybriden sowie die sinkenden Prämien auf den Kauf von BEVs im Dezember für Vorzieheffekte gesorgt. Von den größten EU-Automärkten zogen die Neuzulassungen auch im Gesamtjahr nur in Deutschland leicht an (+1,1 %), in Italien (minus 9,7 %), Frankreich (minus 7,8 %) und Spanien (minus 5,4 %) ging es hingegen abwärts. Großbritannien entwickelte sich mit einem Rückgang um 2 Prozent annähernd stabil. Autobauer in Europa klagten vor allem über eine mangelhafte Teileversorgung unter anderem bei Elektronikchips.

VW bleibt vorn

Marktführer in Europa war mit knapp 1,2 Millionen Autos weiter die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw (-6,9 %). Wolfsburg insgesamt lag mit rund 2,8 Millionen Einheiten (-5,7 %) auch im Herstellerranking an der Spitze vor der Peugeot-, Fiat- und Opel-Mutter Stellantis mit 2,05 Millionen Pkw (-13,7 %). Der Renault-Konzern lag mit 1,06 Millionen Autos auf Rang drei (-2,9 %). BMW kam mit allen Marken auf 818.000 Neuregistrierungen (-4,8 %), Mercedes auf 656.000 (-3,5 %).

Aufgeschlüsselt nach Wirtschaftsräumen gingen die Neuwagenverkäufe in der EU um 4,6 Prozent auf 9,26 Millionen Einheiten zurück, die Efta-Länder Island, Schweiz, Norwegen verloren zusammen 2,5 Prozent auf 417.000 Einheiten und der britische Absatz fiel um 2 Prozent auf 1,6 Millionen. In den USA kam es nach Zahlen des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) zu einem Rückgang der Verkäufe von Pkw und leichten Trucks um 8 Prozent auf 13,7 Millionen Fahrzeuge. In Japan ging der Absatz um 6 Prozent auf 3,4 Millionen verkaufte Pkw zurück.

Im größten Automarkt China gab es hingegen laut VDA im vergangenen Jahr ein Plus von 10 Prozent auf 23,2 Millionen Neufahrzeuge.

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