„Nimm mich mit auf die Reise!“ – 75 Jahre Kapitän von Opel

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Tatsächlich folgten nun typisch amerikanische, jährliche Designmodifikationen, die 1958 im Kapitän P 2,5 kulminierten. Dieser brach in der europäischen Oberklasse alle Rekorde. In gut drei Jahren verkaufte Opel über 145.000 Einheiten, dies auch dank zeitgenössischer Accessoires wie Zweifarbenlackierung, neuartiger Servolenkung und „Hydra-Matic“-Getriebeautomatik. Noch einmal galt wie schon in den fünfziger Jahren: Die Prominenz aus Geschäfts- und Filmwelt gönnte sich den größten Opel. Walter Giller, Gerd Fröbe, Heinz Rühmann, Hildegard Knef und Boxer-Legende Max Schmeling, sie alle fuhren Kapitän im Film und im Leben.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

1964 holte die Marke im Zeichen des Blitzes zum entscheidenden Schlag aus: Aus einem Oberklassemodell wurden die „Großen Drei“, wie sie Opel bezeichnete. Auf den Kapitän folgten Admiral und Diplomat, in der Werbung kurz „KAD“- oder „Prominentenklasse“ genannt. Während der Admiral als Luxusversion des Kapitän fungierte, sollte der Diplomat durch einen 140 kW/190 PS starken Chevy-V8 gegenüber der Mercedes-Benz S-Klasse mit Sechszylindermotoren einen Prestigevorsprung aufbauen.

Vor allem aber war es Tempo, das zählte. Der Kapitän galt als schnellster Sechszylinder mit sechs Sitzplätzen in zwei Reihen, der Diplomat als spurtstärkste deutsche V8-Limousine, die sogar die prestigeträchtige 200-km/h-Marke knackte und so mit dem Mercedes-Benz 600 gleichzog. Für Kostenbewusste bot Opel die Noblesse des Achtzylinders ab 1965 auch in den Typen Admiral und Kapitän an.

Als die KAD-Reihe im Dezember 1968 auslief, zeigte sich Opel mit dem Absatzerfolg zufrieden. Allerdings konnte dies nur noch für die Gesamtstückzahl gelten. Der Kapitän war deutlich weniger gefragt als die besser ausgestatteten Schwesternmodelle Admiral und Diplomat. Mit dem Abgang des Kapitän verlor Opel nicht nur eine automobile Führungspersönlichkeit, sondern auch einen Leitstern, der die Marke hell leuchten ließ. Diesen Glanz versucht Opel bis heute wieder zu finden.

(ID:39409910)