Nissan-Absatz: Europa hui, Deutschland pfui
Der japanische Hersteller hat den Marktanteil in Europa deutlich erhöht. Vor allem der boomende Markt in Russland treibt den Absatz, aber auch andere Länder sind im Plus. Nur Deutschland nicht.

Nissan hat europaweit seinen Marktanteil im Geschäftsjahr 2012/13 erhöht. Nach Angaben von Nissan Europe kommt der japanische Hersteller auf 3,8 Prozent der Verkäufe (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) zwischen dem 1. April 2012 und dem 31. März 2013. Damit konnte der Autobauer seinen Marktanteil trotz der stark rückläufigen Autokonjunktur in Europa stabilisieren, der zuvor vier Jahre in Folge gestiegen war. Zum Vergleich: 2010 hatte der Anteil noch bei 3,1 Prozent gelegen.
Entscheidenden Anteil an der Entwicklung hat der russische und für Nissan Europe größte nationale Markt. Der japanische Autohersteller verkaufte dort von April 2012 bis März 2013 insgesamt 147.546 Einheiten und erreichte einen Marktanteil von 5,7 Prozent - der höchste Wert in ganz Europa. Zusammen mit den vom Herstellerverband ACEA gemeldeten Einheiten für die 27 Länder der EU und die Efta-Staaten ergibt sich ein Nissan-Absatz in Europa von rund 540.000 Pkw-Einheiten.
Mit einem hervorragenden Monatsergebnis hat Nissan in Europa das zum 31. März 2013 beendete Geschäftsjahr 2012 abgeschlossen. Allein im März 2013 setzte der japanische Automobilhersteller europaweit 80.689 Fahrzeuge ab und steigerte seinen stetig wachsenden Marktanteil auf nunmehr 4,5 Prozent. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Plus von 0,3 Prozentpunkten. Über das gesamte Geschäftsjahr 2012 sicherte sich Nissan damit einen Marktanteil in Europa von 3,8 Prozent.
Zweitwichtigster Markt für das Fabrikat ist Großbritannien, wo im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 120.000 Neufahrzeugen abgesetzt wurden. Das entspricht einem Marktanteil von 5,1 Prozent. Auf der Insel hat Nissan durch die Produktion in Sunderland eine Art Heimvorteil. In Belgien, Dänemark und Österreich erzielte der Hersteller nach eigenen Angaben jeweils den höchsten Marktanteil seit 2000, in Frankreich, Italien, Norwegen, Spanien und der Slowakei sogar den besten Wert seit 1995.
Rückläufige Zahlen in Deutschland
Anders sieht es in Deutschland aus, für Nissan der viertgrößte Markt hinter Frankreich (71.563 Fahrzeuge). Im vergangenen Geschäftsjahr setzte Nissan Center Europe hierzulande 59.835 Einheiten ab, davon nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts 56.880 Pkw. Im Vergleichszeitraum von April 2011 bis März 2012 hatte der Importeur noch rund 69.000 Pkw zugelassen. Den Rückgang hatte Vicent Wijnen, Geschäftsführer von Nissan Center Europe, gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« auf dem Genfer Salon unter anderem mit dem Einbruch des Privatmarkts in den vergangenen Monaten begründet. In den kommenden Monaten soll der Marktanteil, der zuletzt zum Teil wieder unter zwei Prozent gesunken war, wieder steigen.
Zufrieden mit den Zahlen „trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ äußerte sich Paul Willcox, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Nissan Europe. „Mit der nächsten Generation des Note und dem neuen Leaf sind wir zuversichtlich, unseren Wachstumskurs auch 2013 fortsetzen zu können“, sagte er laut Mitteilung. Er bekräftigte das Ziel, dass Nissan zur beliebtesten asiatischen Marke in Europa aufsteigen solle. 15 neue Modelle in den kommenden drei Jahren sollen Nissan die entsprechende Schubkraft verleihen.
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