Gefahren Nissan Micra: Runde Sache

Von Yvonne Simon 4 min Lesedauer

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Mit dem Micra ist Nissan nach drei Jahren zurück im Kleinwagen-Segment. Preislich bewegt sich der Kleinwagen auf Basis des Renault 5 in anderen Sphären als seine Vorgänger – dafür hat er viel zu bieten.

Der neue Nissan Micra fällt mit seinen runden Leuchten auf.(Bild:  Simon – VCG)
Der neue Nissan Micra fällt mit seinen runden Leuchten auf.
(Bild: Simon – VCG)

Nach über drei Jahren Pause hat Nissan wieder einen Micra im Angebot. Die sechste Generation des sympathischen Kleinwagens ist reinelektrisch und teilt sich die Plattform mit dem Renault 5, der bereits seit einem Jahr am Markt ist. Anders als es bei vielen Rebadge-Modellen der Fall ist, haben es die Nissan-Designer geschafft, dem Micra äußerlich eine eigenständige Optik zu verleihen. Mit den großen, kreisförmigen Frontscheinwerfern und Rückleuchten setzt sich der Micra auf den Straßen nicht nur von seinem Zwillingsmodell ab. Angelehnt ist das Design an der dritten und wohl bislang einprägsamsten Generation des Micra, welche die Japaner zwischen 2003 und 2010 produziert haben und die mit ihren runden Formen bis heute im Straßenbild auffällt.

Optische Parallelen zum R5 fallen am Seitenprofil auf, aber vor allem auch Im Innenraum – das ist kein Nachteil. Die Materialien machen einen guten Eindruck und das dem Fahrer zugewandte Zentraldisplay lässt sich sehr intuitiv bedienen. Je nach Ausstattung sind Google-Dienste an Bord, unter anderem die Navigation über Google Maps.

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Punkten kann der Micra auch beim Fahrgefühl. Man ist komfortabel, ruhig und rundum harmonisch unterwegs. Über die Fahrmodi Eco, Comfort und Sport lässt sich das Fahrverhalten gut individualisieren. Je nach Ausstattungsvariante können Fahrer auch die Rekuperation stufenweise regeln, auf Wunsch bis zum One-Pedal-Driving. Den Blick von der Straße nehmen muss man dafür nicht, die Einstellung geht unkompliziert über Schaltwippen hinter dem Lenkrad. Beschleunigen lässt sich der Micra auf maximal 150 km/h. Von 0 auf 100 km/h schafft man es je nach Batteriegröße in 9 beziehungsweise 8 Sekunden.

Zwei Batteriegrößen zur Wahl

Obwohl der Micra ein Kleinwagen ist, finden Fahrer und Beifahrer vorne komfortable Platzverhältnisse vor. Auf der Rückbank ist es dafür richtig eng – für längere Fahrten mit größeren Kindern oder gar Erwachsenen auf der Hinterbank ist der Micra als Kleinwagen nicht konzipiert. In den Kofferraum passen 326 Liter, das reicht für Einkäufe und kleineres Gepäck. Unglücklich ist die hohe Ladekante.

Den Nissan Micra gibt es mit zwei Batterie-Optionen: Einem kleinerer 40-kWh-Akku in Kombination mit einem 90 kW/122 PS starkem Elektromotor oder einer größeren 52-kWh-Batterie und 110kW/150 PS-Motor. Die Reichweiten nach WLTP gibt Nissan mit maximal 317 bzw. 416 Kilometern an, den Verbrauch für die kleinere Batterie mit 14,2 bis 14,5 kWh/100 Kilometern, für die größere mit 14,7 bis 14,9 kWh/100 Kilometern. Auf einer Fahrt von Düsseldorf nach Brüssel mit dem größeren Akku zeigte uns der Bordcomputer aber 18,4 kW Verbrauch auf 100 Kilometer an. Allerdings führte die Route überwiegend über die Autobahn.

Schnellladen soll mit beiden Varianten mit bis zu 100 kW möglich sein. Binnen 30 Minuten soll die Batterie von 15 bis 80 Prozent geladen werden. Für das Laden mit Wechselstrom ist der Micra mit einem 11-kW-On-Board-Ladegerät ausgestattet. Eigene Erfahrungen mit dem Ladeverhalten konnten wir im Test nicht machen.

Käufer können zwischen drei Ausstattungslinien wählen. Die Basisversion „Engage“ kommt unter anderem mit Infotainmentsystem mit 10,1-Zoll-Bildschirm, einem 7-Zoll-Fahrerinformations-Farbdisplay, schlüssellosem Zugang, Klimaautomatik und LED-Scheinwerfern. Die Basisausstattung ist nur mit der kleineren Batterie verfügbar und bietet keine Batterie-Vorkonditionierung. Wenig überraschend rechnet Nissan damit, dass sich Käufer überwiegend für die höheren Ausstattungen entscheiden werden.

Die mittlere Ausstattung „Advance“ kann mit beiden Akku-Varianten bestellt werden. Sie umfasst zusätzlich die integrierten Google-Dienste mit Routenplanung, eine kabellose Ladeschale für das Smartphone und ein größeres, 10,1-Zoll-großes Fahrerdisplay.

Die Topausstattung „Evolve“, die es nur mit dem größeren Akku gibt, bietet eine Sitzheizung vorn, ein beheizbares Lenkrad, ein Audiosystem von Harman/Kardon mit neun Lautsprechern sowie einen V2L-Adapter, mit dem elektrische Geräte extern aufgeladen werden können.

Zur Wahl stehen zudem 14 Farben beziehungsweise Farbkombinationen, darunter Varianten mit schwarzem oder silbernem Dach.

Kein Preisvorteil gegenüber Renault

Nicht nur technologisch, auch preislich bewegt sich der Micra in anderen Sphären als seine vorhergehenden Generationen. Die Listenpreise starten bei 27.990 Euro. Möchte man den Kleinwagen mit der größeren Reichweite, werden mindestens 32.990 Euro fällig. Unser Testwagen mit Topausstattung kostet 34.990 Euro. Zum Vergleich: Den Renault 5 gibt es zum fast gleichen Einstiegspreis ab 28.000 Euro. Dafür ist die größere Reichweite ab 31.000 Euro etwas günstiger zu haben, weil Renault diese bereits in der Basisausstattung anbietet.

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Punkten möchte Nissan gegenüber den Franzosen mit seinem Garantiepaket, das sich auf bis zu zehn Jahre verlängern lässt. Ansonsten ist die Wahl zwischen den beiden Modellen in erster Linie Geschmackssache oder eine Frage der Bindung zum ursprünglich namensgebenden Modell. Wem die runden Formen und gedeckte Farben im Innenraum gefallen, der wir eher einen Micra kaufen, wer eine sportliche Optik und Farbkontraste mag, den R5.

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