Halbjahresergebnis Nissan muss seine Zentrale verkaufen

Von Jens Rehberg 2 min Lesedauer

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Die US-Zölle drücken mächtig auf die Bilanzen des japanischen Herstellers. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, verkauft Nissan jetzt auch Tafelsilber.

Hauptsitz der Nissan Motor Co., Ltd. in Yokohama. Der Hersteller verkauft das Gebäude und will es anschließend zur Weiternutzung leasen.  (Bild:  Nissan)
Hauptsitz der Nissan Motor Co., Ltd. in Yokohama. Der Hersteller verkauft das Gebäude und will es anschließend zur Weiternutzung leasen.
(Bild: Nissan)

Der kriselnde japanische Autobauer Nissan kämpft weiter mit den erhöhten Zöllen auf seinem wichtigsten Markt USA. Auch in China läuft es nach wie vor nicht rund. Im ersten Halbjahr weitete sich der operative Verlust im Autogeschäft um die Hälfte auf knapp 177 Milliarden Yen (umgerechnet rund 1 Mrd. Euro) aus, wie das Unternehmen am Donnerstag in Yokohama mitteilte.

Erhöhte Zölle kosteten allein fast 150 Milliarden Yen. Erst vergangene Woche hatten die Japaner einen düsteren Konzernausblick für das Geschäftsjahr 2025/26 (Ende März) vorgelegt. Demnach rechnet Nissan mit einem operativen Verlust von 275 Milliarden Yen, der vollständig auf Zollbelastungen zurückgeht. Die Aktie fiel in Tokio um 1,7 Prozent.

Nissan-Chef Ivan Espinosa will den schon länger unter Druck stehenden Konzern im kommenden Jahr zurück in die Gewinnspur führen. Dafür werden 20.000 Jobs gestrichen und Werke geschlossen. Zudem verkauft der Konzern auch Tafelsilber in Form der Konzernzentrale in Yokohama, was einen Buchgewinn von fast 74 Milliarden Yen einbringt. Espinosa will die Kehrtwende auch mit neun neuen Modellen bis zum Geschäftsjahr 2027/28 schaffen.

Markenmonitor 2025

»kfz-betrieb«-Dossier

Vertriebsnetze – Gute Stimmung, schlechte Stimmung

Der Markenmonitor 2025 beleuchtet, wie zufrieden der Handel mit 28 Marken ist.
(Bildquelle: VCG)

Seat und Cupra sind top, Citroën ist das Schlusslicht im diesjährigen Markenmonitor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Nur warum ist das so? Gibt es Entwicklungspotenzial und wie schätzt die Branche die Fabrikate ein? Um Antworten zu geben, hat »kfz-betrieb« die Markenmonitor-Daten durchgesehen, komprimiert und durch Grafiken anschaulich aufbereitet. Dadurch ist ein Kompendium entstanden, das die Gemütslage des Handels in 28 Vertriebsnetzen durchleuchtet und auf den Punkt bringt. Die Ergebnisse finden Abonnenten im Online-Dossier Markenmonitor 2025.

Schon in den kommenden Monaten soll sich die Lage im Tagesgeschäft laut Finanzchef Jeremie Papin bessern. Die zweite Jahreshälfte solle Wachstum bringen, sagte er vor Journalisten. Im ersten Halbjahr sah das noch ganz anders aus: Insgesamt wurden 1,48 Millionen Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert und damit 7,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das leichte Plus von zwei Prozent in Nordamerika wurde mehr als aufgezehrt von schwachen Verkäufen in China, Japan und Europa.

Aufs Jahr gesehen will Nissan nach wie vor 3,25 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Vor allem in China rechnet das Unternehmen jetzt mit besseren Geschäften als bisher gedacht. Dort dürfte der Rückgang im Geschäftsjahr nun nicht mehr ganz so herb ausfallen wie ursprünglich befürchtet.

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