Agenturbericht Nissan soll Fiskers Rettungsanker werden

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Nach der Hiobsbotschaft von Fisker, dringend finanzielle Hilfe zu benötigen, spekuliert die Branche, wer der rettende Partner wird. Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ steht Nissan bereit. Die Japaner sind an einem bestimmten Fisker-Modell interessiert.

Der E-Auto-Bauer Fisker ist in Schwierigkeiten, das bislang einzige Modell Ocean kommt verzögert und wurde bislang zu wenig verkauft.(Bild:  Fisker Inc.)
Der E-Auto-Bauer Fisker ist in Schwierigkeiten, das bislang einzige Modell Ocean kommt verzögert und wurde bislang zu wenig verkauft.
(Bild: Fisker Inc.)

Der in finanzielle Not geratene Elektroautobauer Fisker befindet sich in aussichtsreichen Gesprächen mit dem japanischen Hersteller Nissan. Das geht aus einem unbestätigten Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ hervor, die sich darin auf „zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen“ beruft. In den Verhandlungen scheinen die Japaner an dem elektrischen Pick-up Alaska interessiert zu, den Fisker eigentlich im Jahr 2025 in den USA auf den Markt bringen wollte.

Im August 2023 hatte der US-Hersteller beim „Product Vision Day“ den Fahrplan für die künftigen Modelle neben dem Fisker Ocean vorgestellt. Neben dem Alaska (für rund 42.000 Euro) sollte das um ein Jahr verschobene Familienauto Fisker Pear ebenfalls im Jahr 2025 in den Markt kommen (für 30.000 Euro). Allerdings wurde die Pläne für weitere Modelle mit der Bekanntgabe der finanziellen Schwierigkeiten von Fisker zunächst auf Eis gelegt. Man konzentriere sich darauf, mit dem Fisker Ocean Marktanteile zu gewinnen, hieß es in der Mitteilung vom 29. Februar.

Laut dem „Reuters“-Bericht sind die Gespräche zwischen Fisker und Nissan schon weit fortgeschritten und könnten noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Im Raum steht eine Kapitalspritze von 400 Millionen Euro durch die Japaner sowie der Bau des Alaska-Modells in einem der Nissan-Werke in den USA. Produktionsstart wäre dann allerdings erst im Jahr 2026. Der künftige elektrische Nissan-Pick-up würde dann auf der gleichen Plattform entstehen wie das Fisker-Modell.

Gleichwohl würde die Verzögerung für Fisker ein Rückschlag sein. Unternehmenschef Henrik Fisker hatte selbst erklärt, das Zeitfenster, dass neue Elektroautobauer Erfolg haben könnten, schließe sich bis 2025. Dazu kommt, dass die Konkurrenz im Bereich Elektro-Pick-ups wächst. Dazu zählen insbesondere der Ford F-150 Lightning und Teslas Cybertruck, aber auch die Elektro-Variante des Chevrolet Silverado und der US-Neuling Rivian R1T.

Nissan zählte ursprünglich zu den Pionieren der Elektromobilität. Bereits im Jahr 2010 hatten die Japaner den Leaf vorgestellt, ein echtes BEV. Allerdings verlor Nissan den Vorsprung über die Jahre wieder und ist nun etwa mit dem Elektro-SUV Ariya an den Start gegangen. Seit der Neustrukturierung der Allianz mit Renault geht Nissan inzwischen eigene Wege, um in der Elektromobilität zu punkten bzw. individuelle Partnerschaften zu schließen.

Fisker selbst äußerte sich auf „Reuters“-Anfrage nicht zu dem Bericht. Unternehmenschef Henrik Fisker hatte allerdings in einem früheren Gespräch mit der Agentur erklärt, der E-Autobauer stehe mit fünf anderen Herstellern in Kontakt zwecks einer Partnerschaft. Vergangenen Donnerstag hatte er dann eingeschränkt, dass sich die Gespräche auf einen Autohersteller eingegrenzt hätten.

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