Sparplan Nissan streicht Jobs und Fabriken

Von Yvonne Simon 1 min Lesedauer

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Der japanische Autobauer steckte ohnehin schon in der Krise, nun setzt auch noch Donald Trumps Zollpolitik Nissan zu. Die Japaner verbuchten im abgelaufenen Fiskaljahr hohe Verluste und greifen zu drastischen Sparmaßnahmen.

Nissan plant, sieben Werke zu schließen. Das verkündete der neue Nissan-CEO Ivan Espinosa.(Bild:  Nissan)
Nissan plant, sieben Werke zu schließen. Das verkündete der neue Nissan-CEO Ivan Espinosa.
(Bild: Nissan)

Nissan hat seine Finanzergebnisse des vergangenen Fiskaljahrs bekanntgegeben – und im gleichen Zuge einen Sanierungsplan vorgestellt. CEO Ivan Espinosa, der im März den bisherigen Konzernboss Makoto Uchida abgelöst hat, verkündete am Dienstag, mit welchen Maßnahmen Nissan aus der Krise fahren will: 7 der aktuell 17 Werke sollen bis zum Fiskaljahr 2027 geschlossen werden. Außerdem fällt der Stellenbau drastischer aus, als bislang angenommen: 20.000 Mitarbeiter müssen gehen.

Weitere Sparmaßnahmen: Nissan pausiert Entwicklungen, die Produkte nach 2026 betreffen. Das soll 3.000 Mitarbeiter mobilisieren, die sich stattdessen auf die Kostensenkung konzentrieren sollen. Die Anzahl seiner Plattformen will Nissan bis 2035 von 13 auf 7 nahezu halbieren und habe zudem einen verkürzten Entwicklungsprozess implementiert. Abgesagt wird außerdem der Bau einer Batteriefabrik in Kyushu.

Hintergrund der Einschnitte ist der Nettoverlust von 670,9 Milliarden Yen (umgerechnet ca. 4,11 Milliarden Euro) den Nissan im Ende März abgelaufenen Fiskaljahr hinnehmen musste. Eine Prognose für Betriebsergebnis und Nettogewinn für das neue Geschäftsjahr könne Nissan aufgrund der möglichen Auswirkung von Zöllen noch nicht definieren. Die Umsatzprognose beträgt 12,5 Billionen Yen (rund 77,1 Milliarden Euro). Bis zum Geschäftsjahr 2026 will Nissan wieder profitabel sein.

Was die US-Zollpolitik anbelangt, will Nissan die Folgen abmildern. Der Hersteller möchte den in den USA gefertigten Modellen Vorrang einräumen, lokale Kapazitäten verbessern, die durch Zölle belastete Produktion umstrukturieren und eng mit Zulieferern zusammenarbeiten, um lokal schnell auf die Marktanforderungen reagieren zu können.

Europa soll einer der Schlüsselmärkte von Nissan bleiben, neben den USA, Japan, China, dem Nahen Osten und Mexiko. In Europa soll der Schwerpunkt im Angebot weiter auf SUVs im B- und C-Segment liegen. Die Japaner wollen auch in Zukunft Partnerschaften mit der Renault-Gruppe und Partnern aus China nutzen, um das Angebot zu diversifizieren.

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