Stellantis Nockenwellenkette sorgt für Rückruf-Welle und Garantieverlängerung

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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In Deutschland müssen markenübergreifend und schrittweise 141.700 Fahrzeuge mit 1,5-Liter-Dieselmotor aus der Stellantis-Welt in die Werkstätten. Gleichzeitig gewährt der Konzern eine Sonderkulanz für zehn Jahre oder 240.000 Kilometer und bietet eine Erstattung bereits angefallener Reparaturkosten an.

Diverse Stellantis-Fabrikate rufen Modelle wegen Problemen mit dem 1,5-Liter-Blue-HDi-Motor in die Werkstätten.(Bild:  Stellantis)
Diverse Stellantis-Fabrikate rufen Modelle wegen Problemen mit dem 1,5-Liter-Blue-HDi-Motor in die Werkstätten.
(Bild: Stellantis)

Nach den negativen Schlagzeilen rund um den Rückruf von Fahrzeugen mit Takata-Airbags scheint Stellantis nun wieder Kundenvertrauen zurückgewinnen zu wollen. Der Konzern kündigte am Donnerstag eine erweiterte Garantie für bestimmte Blue-HDi-Motoren mit 1,5 Litern Hubraum an. Einher geht diese Maßnahme mit einem Rückruf für 141.700 Fahrzeuge in Deutschland.

Ursächlich dafür ist ein möglicher vorzeitiger Verschleiß der Nockenwellenkette im Dieselaggregat. Dies könne zu ungewöhnlichen Geräuschen und im schlimmsten Fall zu einem Kettenbruch und damit Motorschaden führen, erklärte ein Konzernsprecher auf Anfrage. Betroffen sind die Marken Fiat (Aktionscode „F511“), Opel („KUH“), Peugeot („MXL“), Citroën und DS (beide „NY5“) aus dem Bauzeitraum Oktober 2017 bis Januar 2023. Wie viele Modelle weltweit betroffen sind, blieb offen.

Laut dem Sprecher sollen die Kunden schrittweise in die Vertragswerkstätten einbestellt werden, beginnend mit den ältesten Fahrzeugen. Dort erhalten die Autos einen Ölwechsel sowie ein Update der Motorsteuerung, das den Öldruck erhöht und bei zu hohem Ölverbrauch die Motorleistung reduziert. Zudem analysiert die Werkstatt mit einem speziell entwickelten Servicetool die Geräuschentwicklung des laufenden Triebwerks. Je nach Ergebnis wird bei einigen Exemplaren auch die Nockenwellenkette ersetzt. Die Analyse-App soll auch bei jeder nachfolgenden Wartung zum Einsatz kommen.

Garantieverlängerung und rückwirkende Kostenerstattung

In einer offiziellen Mitteilung gab Stellantis zudem eine Verlängerung der „Sonderkulanz“ im Zusammenhang mit dem frühzeitigen Verschleiß der Nockenwellenkette bekannt. Bei Erfüllung „bestimmter Bedingungen“ – gemeint sind eingehaltene Intervalle von nach Herstellervorgaben durchgeführten Wartungen – übernehme man nun bei Folgeschäden 100 Prozent der Teile- und Arbeitskosten für bis zu zehn Jahre nach Erstzulassung oder 240.000 Kilometer, je nachdem, was zuerst eintritt.

„Darüber hinaus können Kunden, die in der Vergangenheit Probleme mit der Nockenwellenkette hatten, ab Mitte Juli eine Erstattung der damit verbundenen Kosten beantragen“, hieß es weiter. Diese ergänzende Regelung gelte für Reparaturen, die zwischen Januar 2023 und Juni 2025 von einem Vertragsbetrieb des Stellantis-Netzes durchgeführt wurde. Der Kunde könne den Antrag auf Rückzahlung online unter https://stellantis-support.com über eine dann freigeschaltete spezielle Online-Plattform stellen. Sie soll später auch auf den Webpages der einzelnen Marken zu finden sein.

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