Nürnberger: "Werkstattbindung kommt"

Redakteur: Wolfgang Michel

Der Versicherer will im nächsten Jahr ebenfalls eine Autoversicherung mit Werkstattbindung anbieten. Zu ähnlichen Produkten der Wettbewerber gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied.

Die Nürnberger Versicherungsgruppe will im nächsten Jahr eine Autoversicherung mit Werkstattbindung im Schadenfall anbieten. Das neue Produkt wird derzeit gemeinsam mit den Handelspartnern entwickelt. Dies erklärte Dr. Armin Zitzmann, Vorstand der Nürnberger Versicherung, im Rahmen der "1. Albis Automotive Days" am Dienstag in Rottach-Egern am Tegernsee: "Unser Ziel ist es, die Quote der Schaden-Rücksteuerung in das Autohaus, dass das Fahrzeug verkauft und versichert hat, zu erhöhen." Dies unterscheidet das künftige Angebot von denen der Wettbewerber, die Unfallfahrzeuge ausschließlich in einen Kreis von ausgewählten "Partner-Werkstätten" steuern.

Mit dem Angebot reagieren die Nürnberger auf den starken Wettbewerb in der Versicherungsbranche, den speziell die HUK-Coburg als Marktführer bei den privaten Autofahrern prägt.

Generell forderte Zitzmann die Händler auf, das Versicherungsgeschäft im Autohaus künftig professioneller zu betreiben. "Es muss sichergestellt werden, das der Verkäufer in jedem Verkaufsgespräch auch Versicherungsprodukte anbietet. Jeder Abschluss sollte in die Provisionszahlungen der Verkäufer einfließen", sagte Zitzmann. Versicherungen steigerten die Kundenbindung, erhöhten die Erträge und würden zudem helfen, sich gegen den Zugriff der Wettbewerber auf die eigenen Kunden abzuschotten.

Wurden laut Zitzmann 2001 noch 69 Prozent der Unfallfahrzeuge in den Markenwerkstätten repariert, waren dies 2004 nur noch 52 Prozent - Tendenz weiter fallend. Englische Verhältnisse im Karosserie- und Lackgeschäft erwartet er hingegen nicht. Dort betreiben die Versicherungen ein eigenes Werkstattnetz für die Unfallreparatur. "Diesen Schritt werden die deutschen Versicherungen aus heutiger Sicht nicht gehen", betonte der Vorstandssprecher.