Obermeister warnt vor Auswirkungen der Reaktorkatastrophe

Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Dreifach-Katastrophe in Japan könnte sich bald auf das Kfz-Gewerbe auswirken. Rüdiger Schlomm, Obermeister der Innung Bielefeld, warnt vor Konsequenzen.

Auswirkungen der Reaktorkatastrophe in Japan könnten auch bald im Kfz-Gewerbe zu spüren sein. „Wenn in dem globalen Räderwerk der ,Just-in-time’-Lieferungen ein Rädchen ins Stocken gerät, dann hat das fatale Auswirkungen auf die Autoindustrie weltweit und natürlich auch auf das Kfz-Gewerbe in Deutschland und damit auch bei uns in Bielefeld“, sagte Obermeister Rüdiger Schlomm bei der Jahresversammlung der Kfz-Innung Bielefeld.

Ohne Schwarzmalerei zu betreiben warnte der Obermeister die Mitglieder vor möglichen Folgen: „Wenn Autohersteller Kurzarbeit ankündigen, weil Bauteile für ihre Fahrzeuge, die bislang in Japan produziert wurden, nicht mehr lieferbar sind, dann gehen natürlich auch bei uns die Warnleuchten an.“ Dies treffe vor allem auf in Japan produzierte Elektronikbauteile wie Chips oder Teile von Beleuchtungsanlagen zu. „Fehlt etwas, können Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden, die mit diesen Bauteilen oder Chips bestückt sind.“

Zudem stand das Thema „Elektromobilität“ auf der Agenda. „Wir sollten bei der E-Mobilität am Ball bleiben“, forderte Stephan Reichert vom Landesverband NRW die Teilnehmer auf. Auch wenn derzeit die Nachteile der Technologie noch überwiegen würden.

Rund 6.000 Elektrofahrzeuge bis 2020 in Bielefeld

Reichert rechnet mit einem Übergang zur E-Mobilität in Teilschritten. Sie mache nur Sinn, wenn dadurch indirekt regenerative Energien gefördert würden, so Reichert. Kosten und Gewicht reiner E-Fahrzeuge seien noch zu hoch. Zudem fehle es an geeigneten Speichermöglichkeiten für elektrische Energie sowie der notwendigen Infrastruktur.

Ähnlich sieht es Holger Mengedoth von den Stadtwerken Bielefeld: „Die Autos sind zu teuer und ihre Reichweite ist zu gering“. Derzeit seien sie noch ein Nischenprodukt und dies würden sie in den nächsten Jahren auch bleiben. Für 2020 rechnet Mengedoth mit etwa 6.000 E-Fahrzeugen in Bielefeld. Dabei sehen sich die Stadtwerke als Flottenbetreiber und auch öffentliche Institutionen wie die Stadt könnten sich einen E-Fuhrpark zulegen.

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