Versicherungen OCC – vom Zwei-Mann-Büro zum Marktführer

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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Vor 40 Jahren begann eine Reise und ist noch lange nicht zu Ende. Denn aus dem einstigen kleinen Nischenanbieter ist mittlerweile Deutschlands führender Versicherer für automobile Klassiker geworden. Der Oldie Car Cover hat also allen Grund zum Feiern.

Das inzwischen berühmt gewordene Foto vom Nürburgring 1984: OCC-Gründer Christian Bartelt sitzt auf einem Klappstuhl, im Mercedes liegt Prospektmaterial zu der neuen Versicherungsidee.(Bild:  OCC)
Das inzwischen berühmt gewordene Foto vom Nürburgring 1984: OCC-Gründer Christian Bartelt sitzt auf einem Klappstuhl, im Mercedes liegt Prospektmaterial zu der neuen Versicherungsidee.
(Bild: OCC)

1984 war ein besonderes Jahr. Man denke nur an „Nineteen Eighty-Four“, George Orwells weltbekannten dystopischen Roman. Doch nicht nur für Leseratten sowie Fantasie- und Science-Fiction-Fans ist diese Jahreszahl etwas Besonderes. Nein, auch für Oldtimerfans – oder besser gesagt zwei Oldtimerfans, die damals eine Idee hatten. Und zwar die Idee, Besitzern historischer Fahrzeuge eine genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Versicherung anzubieten. Die sich aus der Idee entwickelnde Erfolgsgeschichte beginnt in besagtem Jahr in der ehrwürdigen Hansestadt Lübeck, der Stadt der drei Nobelpreisträger Thomas Mann, Willy Brandt und Günter Grass. In einem Büro in der Dankwartsgrube auf der Lübecker Altstadtinsel erfinden die beiden hanseatischen Kaufleute Thomas Sühr und Christian Bartelt die Versicherung für Oldtimer.

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Beide verbindet zudem das Hobby automobile Klassiker. Deswegen wissen sie, dass diese Fahrzeuge im Wert steigen und deswegen einen besonderen Schutz brauchen. Auf dem Nürburgring stellen sie beim Oldtimer-Grandprix ihr neues, bis dahin in Deutschland einmaliges Konzept vor. So entsteht das inzwischen berühmte Foto der OCC-Geburtsstunde mit dem dunkelblauen Mercedes 280 TE, einem Klapptisch, einem blau-weiß gestreiften Sonnenschirm und zwei Klappstühlen. Auf einem sitzt Christian Bartelt. Im Mercedes-Kofferraum liegt viel Prospektmaterial über die neue Idee „Oldie Car Cover“

Starke Partner mit an Bord

Fünf Jahre später folgt das förmliche Prozedere. 1989 wird OCC als eigenständige Firma mit Stammsitz Hansestadt Lübeck ins Handelsregister eingetragen. Mit an Bord zwei wichtige Partner, die OCC auch auf dem späteren Weg begleiten sollen: der Lübecker Versicherungsmakler Martens & Prahl und die Provinzial Versicherung. 1994 ruft OCC gemeinsam mit renommierten Experten wie Klaus Kleophas („Kleophas Almanach“), Klaus Kukuk und Norbert Schröder die OCC-Gutachtenzentrale ins Leben. Das bundesweite Netzwerk von Oldtimer-Sachverständigen wird ein wichtiger Baustein bei Fahrzeugbewertungen und Schadenregulierungen – und ist es bis heute!

Um direkt bei der Szene zu sein, eröffnet OCC im Jahr 2000 ein Büro im Meilenwerk Berlin (einem ehemaligen Straßenbahndepot). 2006 folgt ein Büro im Meilenwerk Düsseldorf. Heute sind die beiden Gebäude mit ihrem Mix aus Dienstleistungszentren für Klassiker und gläsernen Einstellboxen als Classic Remise bekannt. 2004 heißt es „Servus Austria!“. In Wien eröffnet das Unternehmen die erste ausländische Repräsentanz. Heutiger Chef von OCC-Österreich ist Bernhard Eder – ein ausgewiesener Kenner der Community und begeisterter Oldtimer-Fan (besitzt selbst einen Alfa Romeo GT 1600 Junior).

Oldtimer-Events starten erfolgreich

2005 wagt sich OCC unter die Event-Macher und veranstaltet die erste OCC-Bergtrophy in Lech am Arlberg (70 Teilnehmer). Dr. Thomas Keller (Unternehmensberater und Inhaber einer Firma für Oldtimer-Leasing) wird 2006 weiterer OCC-Geschäftsführer. Sein Ziel: das Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten und neue Strukturen schaffen. „Grüezi Schweiz“! – 2008 etabliert sich OCC auch im kleinen Nachbarland und bietet dort seine Versicherungslösungen an. Mit der neuen OCC-„Jungfrau-Rallye“ trifft das Unternehmen den Nerv der Oldtimer-Szene – es ist eine Rallye nur für Frauen. Das Event ist nach Start immer sofort ausgebucht.

Auch in Deutschland wagt man nun ein eigenes Event: mit der legendären OCC-Küstentrophy gelingt OCC der große Wurf. 100 Fahrzeuge gehen gleich bei der ersten Ausgabe 2010 an den Start. Teilnehmer schätzen vor allem Streckenführung, familiäre Atmosphäre, Betreuung und das Rahmenprogramm. 2024 feiert die Oldtimer-Rallye am Meer schon ihren 15. Geburtstag. 2011 gründet OCC eine der größten markenunabhängigen Oldtimer-Communitys. Der Deutsche Oldtimer Club hat bis zu 20.000 Mitglieder. 2012 geht OCC-Gründer Christian Bartelt in den Ruhestand, 2016 folgt der zweite Gründer Thomas Sühr.

Kreativ in die digitale Zukunft

Ein Jahr zuvor übernimmt Carsten Möller als neuer Geschäftsführer das Steuer. Sein Fokus liegt auf Präsenz in der Szene. Rallyes, Events und Roadshows füllen die Terminkalender. 2018 wird nach über drei Jahrzehnten das inhabergeführte Familienunternehmen verkauft und eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Provinzial-Nord-West-Konzerns. Ein grundlegender Wandel in der OCC-Unternehmenskultur und Struktur erfolgt 2019. Erstmals übernimmt mit Désirée Mettraux eine Frau die Führung. Die kreative Schweizerin bringt nicht nur eine Menge neuer Begriffe wie Digital-Business, Social Media, Onlinemarketing und Customer Journey mit nach Lübeck, sondern auch flache Hierarchien. Ihr Ziel: die Digitalisierung von OCC.

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2020 erscheint OCC in neuem, frischem Look: Das Design einer Schweizer Agentur mit neuem Logo wird mehrfach prämiert (u. a. iF Design Award 2021 und German Design Award 2022). Gleichzeitig wird die neue Homepage gelauncht. Erstmals können Versicherungen mit wenigen Mausklicks bequem von PC, Handy oder Laptop abgeschlossen werden. Ein Onlinemagazin informiert mit Reportagen, Interviews und News aus der Klassikerszene. Außerdem erhalten interessierte Leser auf Wunsch den wöchentlichen OCC-Newsletter, der über die neuesten Trends in der Oldtimer-Community berichtet und praktische Tipps parat hat. Während der Corona-Krise startet OCC die erste digitale Oldtimer-Messe „Classics to Click“.

Neue Tochter und viele Ideen

So viel Dynamik bleibt auch in der Branche nicht unbemerkt: OCC wird dreimal hintereinander mit dem begehrten TOP-100-Siegel ausgezeichnet und gehört zu den 100 innovativsten Mittelständlern in Deutschland. Das Unternehmen wächst stetig weiter und erreicht die Marktführerschaft bei Versicherungslösungen für klassische Liebhaberfahrzeuge. 130.000 Kunden vertrauen OCC inzwischen ihre automobilen Schätze an (der Wert aller Fahrzeuge liegt bei über sechs Milliarden Euro). Die Belegschaft wächst auf 120 Mitarbeiter. 2022 gibt es einen erneuten Wechsel in der Führungsmannschaft: Nina Schmal und Andreas Vietor vom Provinzial Konzern setzen sich ans Steuer, das Geschäftsleitungsteam wird mit Marcel Neumann, Christian Pursch, Torsten Jaeger und Till Waitzinger komplettiert.

2023 beweist OCC erneut seine Innnovationskraft und erweitert quasi den Fuhrpark. In wenigen Monaten entwickelte ein Team um Marcel Neumann, Christian Pursch, Dennis Nagel und Torsten Jaeger ein neues Geschäftsmodell, aus dem schließlich eine eigenständige Tochtergesellschaft hervorgeht. Mit der Campingfreunde GmbH (Geschäftsführung: Marcel Neumann und Christian Pursch) kümmert sich das Unternehmen künftig auch um die große und ständig wachsende Community der Camper, Wohnmobil- und Wohnwagen-Fans, die sich über maßgeschneiderte Versicherungsprodukte freuen darf.

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