ZDK-Berufsbildungsausschuss Ohne Fachkräfte keine Zukunft

Von Johannes Büttner 3 min Lesedauer

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Ohne Fachkräfte gäbe es keine Betriebe und damit auch kein Kfz-Gewerbe. Um einem drohenden Mangel zu begegnen, hat der ZDK eine Fachkräftestrategie entwickelt. Die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses lernten die verschiedenen Aktionsfelder kennen.

Der Zentralverband hat eine Strategie gegen den künftigen Fachkräftemangel erarbeitet.(Bild:  ZDK)
Der Zentralverband hat eine Strategie gegen den künftigen Fachkräftemangel erarbeitet.
(Bild: ZDK)

Der Befund ist nicht ganz neu, und er trifft in unterschiedlich ausgeprägter Form auf beinahe alle Betriebe und Länder zu: Es mangelt an Bewerbungen für Praktikums- und Ausbildungsplätze, Fachkräfte sind rar gesät. Nach Berechnungen der Arbeitsagentur fehlen der Kfz-Branche schon heute rund 10.000 Fachkräfte. Jobportale listen fünfstellige Zahlen an offenen Stellen in den Autoberufen. Und wenn sich in den kommenden Jahren mehr und mehr Babyboomer in den Ruhestand verabschieden, dürfte sich diese Entwicklung noch verschärfen.

Vor diesem Hintergrund ist Fachkräftesicherung „das entscheidende Thema für den Fortbestand des Kfz-Gewerbes“, erklärte René Gravendyk im jüngsten Onlinemeeting des ZDK-Berufsbildungsausschusses. Der Unternehmer hat gemeinsam mit seinem Kollegen Anselm Lotz den Vorsitz des Gremiums inne. Zusammen mit der ZDK-Geschäftsführerin für Berufsbildung, Birgit Behrens, stellten sie rund 20 Bildungsexperten aus Landesverbänden und Innungen die aktuelle Fachkräftestrategie des Verbandes vor.

Das ambitionierte Ziel für die Jahre 2024/25 lautet, 10.000 Mitarbeiter zu holen, zu halten und herauszufordern. „Dafür müssen wir alle Kräfte bündeln und das Thema nach innen und außen tragen“, betonte Gravendyk. Der Zentralverband könne zwar die Kampagne starten, benötige aber gerade für die Kommunikation nach innen in die Betriebe auch die Unterstützung der Landesverbände und Kfz-Innungen.

Kleine Betriebe mitnehmen

Die große Bedeutung des Themas zweifelte niemand im Ausschuss an. Als Knackpunkt sahen einige Mitglieder allerdings, vor allem die vielen kleinen Betriebe im Gewerbe zu erreichen und zu mobilisieren. Diese müssten besser angesprochen werden, finden auch die Ausschuss-Vorsitzenden. Deshalb wird unter anderem der digitale Werkzeugkasten aktualisiert und ergänzt, in dem Betriebe kostenlose Hilfsmittel für alle Phasen des Bewerbungs- und Rekrutierungsprozesses finden. Zudem sollen Webinare praktische Tipps zum Recruiting vermitteln.

Nach außen hat der Verband verschiedene Zielgruppen identifiziert, die verstärkt für eine Karriere im Kfz-Gewerbe begeistert werden sollen. In einem ersten Schritt sind das Mädchen und Frauen sowie Migranten und Migrantinnen. Im kommenden Jahr sollen als zusätzliche Zielgruppen die Studienumsteiger und Kurzzeitarbeitslose folgen.

Der erste Aufschlag nach innen wird über eine Best-Practice-Kampagne für Landesverbände, Innungen und Kfz-Betriebe erfolgen. Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis sollen zeigen, wie hochwertig und vielfältig die Ausbildung im Kfz-Gewerbe ist. Zugleich finden Betriebe Inspirationen für ihr eigenes Recruiting.

Überarbeitung des Berufsbildes

Um Nachwuchskräfte zu finden und zu binden, braucht es attraktive Berufsbilder. Hier sieht sich das Kfz-Gewerbe bereits gut aufgestellt. Doch die Ausbildungsordnung für Kfz-Mechatroniker ist in die Jahre gekommen, eine mögliche Überarbeitung steht im Raum. Einen dringenden Handlungsbedarf erkannte hier zwar niemand im Berufsbildungsausschuss, doch müsse man die bereits angestoßene Debatte fortführen. Das geschieht im Juni in einem Gespräch mit der IG Metall.

Zwei Themenkomplexe dürften dann im Mittelpunkt stehen:

  • 1. Wie geht es mit den fünf Schwerpunkten weiter? Während Pkw- und Nutzfahrzeugtechnik gesetzt sind, entfallen auf Karosserietechnik sowie Motorrad nur wenige Ausbildungsverhältnisse. Für die Informations- und Hochvolttechnik könnten sich manche Teilnehmer Änderungen vorstellen.
  • 2. Wie lässt sich die Ausbildung modularer gestalten? Wer nicht bis zur erfolgreichen Gesellenprüfung Teil II durchhält, steht aktuell ohne Abschluss da. Wie könnte man diesen Personen, die teilweise auch weiterhin im Kfz-Gewerbe tätig sind, einen qualifizierten Ausstieg ermöglichen?

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