Oldtimerpreise steigen schneller als Neuwagenpreise
Die Preise für alte Autos sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Der Oldtimerindex des VDA erreichte damit einen weiteren Höchststand. Doch ganz so turbulent wie in den Vorjahren verläuft die Entwicklung nicht mehr.

Oldtimer sind tendenziell weiterhin eine gute Geldanlage. Laut dem Oldtimer-Index des Verbands der Automobilindustrie stiegen die Preise für die automobilen Schätzchen im vergangenen Jahr durchschnittlich um 4,4 Prozent. Damit kletterte der deutsche Oldtimerindex auf einen Punktestand von 2.516 (Vorjahr 2.413 Punkte). Zum Vergleich: Die Inflationsrate lag 2016 bei etwa 0,5 Prozent, die Zinsen auf Geldanlagen liegen knapp über 0 Prozent und die Neuwagenpreise kletterten um 1,4 Prozent.
Allerdings hat sich die Preisentwicklung damit etwas verlangsamt. Im Jahr 2015 betrug die Wachstumsrate noch 5,6 Prozent. Auch im zehnjährigen Mittel fielen die Steigerung mit 5,8 Prozent höher aus als 2016.
Wie schon in den Vorjahren stechen immer wieder die Wertentwicklungen einzelner Fahrzeugmodelle besonders hervor, die zuvor kaum im Fokus der Sammlerszene gestanden hatten. Beispielhaft zeigt dies die Preisentwicklung des Mercedes 190 „Ponton“ (Baujahre 1956-1959). Das laut VDA „lange Zeit fast unbeachtete Modell“ hatte im vergangenen Jahr die größte Wertentwicklung.
Der Toyota MR2 zeigte mit der zweitstärksten Wertentwicklung erneut, dass sich japanische Sportwagen in der deutschen Oldtimer-Szene zunehmender Beliebtheit erfreuen. Und auf Platz fünf ist mit dem Lancia Delta HF Integrale (Baujahre 1988-1989) sogar ein Youngtimer zu finden – möglicherweise ein Ergebnis der Quasi-Einstellung der Marke. Und auf Platz acht im Wertsteigerungsranking findet sich mit dem Opel Ascona B (1975-1981) ein eher unscheinbarer Vertreter der Oldtimerszene.
Berechnet wird der Deutsche Oldtimerindex seit 1999. Absoluter Spitzenreiter in der Langzeitwertentwicklung ist der beliebte Volkswagen Bus Typ 2. Den zweitstärksten prozentualen Wertzuwachs seit 1999 verzeichnete die „Ente“ oder Citroën 2CV. Platz 3 bei der Entwicklung seit 1999 belegt der Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“. Als einziger Aufsteiger in die Top Ten schafft es der Mercedes-Benz W 123, ein Volumenmodell der oberen Mittelklasse, das von 1975 bis 1986 gebaut wurde, auf Platz 8.
Repräsentative Modellauswahl
Der Deutsche Oldtimer Index wurde ins Leben gerufen, um eine Trendaussage geben zu können, wie sich Preise für Oldtimer in Deutschland entwickeln. Zur Ermittlung werden lediglich Fahrzeuge berücksichtigt, die auf dem deutschen Markt gängig sind. Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Seltenheit oder ihrer Geschichte besonders teuer gehandelt werden, fließen nicht ein. Der Index basiert auf 88 Fahrzeugen, die die vielen Typen in der deutschen KBA-Statistik bestmöglich abbilden sollen.
Der Deutsche Oldtimer Index wird jährlich im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) erstellt. Grundlage für die Berechnung sind Marktbeobachtungen des Bewertungsspezialisten Classic-Analytics. Um eine möglichst gute Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden ausschließlich Fahrzeuge des Zustands 2 herangezogen, also Fahrzeuge in generell gutem Zustand mit nur leichten Gebrauchsspuren und ohne Mängel. An Fahrzeugen mit einem schlechteren Zustand sei die positive Preisentwicklung dagegen fast spurlos vorbeigegangen, so Classic-Analytics.
(ID:44508293)