Opel: Abgestimmte Reparaturprozesse
Die Grundlage der hohen passiven Sicherheit des Opel Insignia sind drei Karosseriezonen mit aufeinander abgestimmtem Crashmanagement. Bei der Unfall-Reparatur gelten sechs Reparaturstufen.
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Fünf Sterne im Euro NCAP, „Auto des Jahres 2009“, beste Limousine beim „Gelben Engel 2009“ – die Würdigungen für den neuen Opel Insignia reißen nicht ab. Sie bedeuten aber gleichzeitig eine hohe Verantwortung, wenn es um die Instandsetzung von Unfallschäden geht. Schließlich sollen die Gründe zur Vergabe der NCAP-Sterne auch nach einer Karosseriereparatur vollständig erhalten bleiben.
Jürgen Peitz, der Opel-Spezialist für die Unfallschaden-Instandsetzung, erklärt am Beispiel der Frontairbag- und Gurtstraffer-Auslösung, wie Karosseriearbeiten und Crashmanagement zusammenhängen: „Die Sensoren für das Auslösen von Frontairbag und Gurtstraffer reagieren im Falle eines Aufpralls auf den negativen Beschleunigungsimpuls. Je nach Stärke des Impulses zündet die erste oder zweite Stufe des Airbags in abgestimmter Funktion mit dem Gurtstraffer. Wird die Karosserie entgegen den Opel-Vorgaben instand gesetzt, kann die Charakteristik des Impulssignals für Airbag und Gurtstraffer beeinflusst werden und Reaktionen auslösen, die nicht auf die Unfallschwere abgestimmt sind.
Dies geschieht dann, wenn zum Beispiel eine Werkstatt Karosseriepartien in unerlaubter Weise richtet und es dadurch zu einer Kaltverfestigung des Materials kommt. In ähnlicher Weise wird die Karosseriepartie versteift, wenn der reparierende Betrieb in einem Schweißflansch mehr Schweißpunkte oder an anderer Stelle als vorgeschrieben setzt. Bei all diesen unerlaubten Reparaturen kann bei einem erneuten Aufprall der Crashsensor den Airbag und Gurtstraffer zu einer verfrühten Reaktion veranlassen.“
Das geschilderte Szenario verdeutlicht den „noch leichteren“ Fall, in dem lediglich die Frontinsassen unvorbereitet stark in die Sitze gezogen und die Instandsetzungskosten unnötig heraufgesetzt werden (z. B. Airbag-/Gurtstraffer-Erneuerung). Wesentlich kritischer ist es, wenn aufgrund einer fehlerhaften Karosserie-Instandsetzung die betroffene Karosseriepartie geschwächt (weicher) wird, beispielsweise durch Warmrichten oder mangelhafte Schweißpunkte. Der Crashsensor könnte dann erst wesentlich später Gurtstraffer und Airbag auslösen, als es aufgrund des Anstoßes erforderlich wäre.
Als Folge würde sich unweigerlich das Verletzungsrisiko der Fahrzeuginsassen erhöhen. Für jeden Karosserie-Instandsetzer gilt daher das oberste Gebot: „Die Reparaturvorschriften des Fahrzeugherstellers genau kennen und einhalten“, verdeutlicht Peitz.
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