Opel: Astra-Kombi soll Segment-Herrscher werden

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Der neue Astra Sports Tourer – ein Produktfazit:

Es ist immer gut, wenn man sich daran erinnert, wo man herkommt. Opel hat in den 50er-Jahren in Deutschland den „Kombinations-Kraftwagen“ maßgeblich populär gemacht. Die Idee, den Autofahrern mit einer Vielfalt an Zuladungs-Optionen hohen Nutzwert anzubieten, haben die Rüsselsheimer mit dem neuen Astra Sports Tourer konsequent weiterentwickelt.

An einem Vorab-Vorführwagen am Frankfurter Flughafen konnte man in der letzten Woche beobachten, wie Interessenten ein begeistertes Erstaunen ins Gesicht geschrieben stand, als sie sahen, wie man mit einem lässigen Schubser die Gepäckraumabdeckung auf eine sanft gleitende Reise durch den Innenraum schicken kann.

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Die Summe an guten Ideen in puncto Zuladung, wenn auch einiges davon optional, ist beeindruckend: der barrierefreie, mit robustem Teppich ausgekleidete Laderaum, der mehrfach unterteilbare Unterbodenstauraum, die elektrisch umklappbaren Rücksitze, das umfangreiche Paket mit Anwendungen zur Raumorganisation oder auch die deutliche Verlängerung der Ladetiefe (28 cm). Das und die vielen anderen kleinen Details müsste Kombi-affine Kunden eigentlich überzeugen, wenn es ihnen in Gänze vermittelt werden kann.

Dazu kommen eine ganze Reihe anderer Argumente, die den neuen Astra-Kombi gegen den Wolfsburger Hauptwettbewerber gut aussehen lassen und auch dem Anfang 2011 auftretenden neuen Ford Focus Turnier mit elektrisch schließender Heckklappe Probleme machen werden: Die dynamische Optik, die zahlreichen Premium-Optionen (multifunktionale Front-Kamera, adaptives Fahrlicht, zertifiziert rückenfreundliche Vordersitze…), effiziente Motoren, eine versteifte Karosserie, eine deutlich verbesserte Geräuschdämmung, niedrige Betriebskosten sowie eine sehr gute Restwertprognose.

Dazu ein Fahrwerk, das ein gutes Handling bietet und mit einer adaptiven Steuerung aufgerüstet werden kann, die das Komfort- und Sicherheitspotenzial des Basiswerks spürbar ausreizt. Hier gibt es allerdings auch einen Kritikpunkt, der den Kunden bei der Probefahrt auffallen dürfte: Ein langer Kupplungsweg trifft eine nicht gerade leichtgängige Schaltung mit ebenfalls ausgedehnten Wegstrecken. Für effektives Schnellschalten muss intensiv geübt werden.

Opfer an die Designabteilung

Die Fachpresse bemängelte bislang zudem vor allem die etwas durchsichtige Taktik der beschränkten Aufrüstbarkeit der beiden niedrigen Ausstattungslinien, ein paar Liter der Designabteilung geopfertes theoretisches Gesamtladevolumen sowie eine unübersichtliche Anordnung von Schaltern in der Mittelkonsole. Letzteres ist erstaunlicherweise seit dem Start der Limousine ein Dauerthema, wo doch eigentlich die wenig wackelnden Schalter mit klarem Druckpunkt ausschließlich sinnvolle Funktionen vertreten.

Alles in allem nichts, was ein Verkaufsberater im persönlichen Gespräch nicht einordnen könnte. Das Opel-Marketing hat also alle Trümpfe in der Hand – es muss sie jetzt nur noch richtig ausspielen.

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