Opel dementiert von DUH gemessene Prüfstandserkennung

Autor / Redakteur: dpa/jr / Jens Rehberg

Jetzt ist es soweit: Ein von der DUH beauftragtes Institut will eine Prüfstandserkennung bei einem Zafira-1,6-CDTi festgestellt haben. Rüsselsheim widerspricht entschieden.

(Foto: Opel)

In der Affäre um manipulierte Abgastests bei Volkswagen erhebt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun auch schwere Vorwürfe gegen Opel. Die Abgasprüfstelle der Berner Fachhochschule habe einen Opel Zafira 1.6 CDTI untersucht und dabei in bestimmten Fahrsituationen bis zu 17-fach höhere Stickoxid-Emissionen gemessen als nach dem Euro-6-Grenzwert zulässig, teilte die DUH am Freitag in Berlin mit.

Der Autobauer wies die Anschuldigungen als unseriös und nicht nachvollziehbar zurück. „Da ist überhaupt nichts dran“, sagte ein Opel-Sprecher der dpa in Frankfurt.

Nach DUH-Angaben stieß der getestete Zafira im offiziellen Prüfzyklus – allerdings mit drehenden Hinterrädern – in drei Tests jeweils zwei bis viermal mehr Stickoxid aus als erlaubt. Im Zwei-Rad-Antriebsmodus des Rollenprüfstandes habe das Fahrzeug die Vorschriften hingegen erfüllt.

Darüber sei bei nicht drehenden Hinterrädern eine weitere Besonderheit festgestellt worden: Bei einer kontinuierlichen Erhöhung der Geschwindigkeit auf 150 km/h stiegen die NOx-Emissionen schlagartig an und überschritten die Messskala des Analysengerätes. Im Prüfgutachten heißt es dazu: „Das Verhalten könnte durch eine Abschaltung der Ad-Blue-Dosierung erklärbar sein. Ein ähnliches Verhalten sei während des Vier-Rad-Antriebsmodus nicht feststellbar gewesen.“

In den Schlussfolgerungen der Berner Abgasprüfstelle heißt es weiter:
„Die durchgeführten Messungen zeigen folgende Tendenz: Die NOx-Emissionen im NEDC sind abhängig vom Prüfstandmodus 2WD/4WD. Im Zwei-Rad-Antriebmodus erfüllte das Fahrzeug die NOx-Vorschriften. Bei tiefen Geschwindigkeiten sind die NOx-Emissionen nicht immer identisch und hängen wahrscheinlich von der Aktivität oder Speichereffekt des SCR-System ab. Das Verhalten der SCR-Anlage scheint vom Prüfstandmodus abhängig zu sein, da die NOx-Verläufe in beiden Prüfstands-Betriebsarten unterschiedlich sind.“

Rüsselsheim: „Anschuldigungen sind falsch und unbegründet“

Opel hat unterdessen die Behauptungen der DUH scharf zurückgewiesen. „Für alle unsere Autos gilt nach wie vor und ohne Einschränkung: Von GM entwickelte Software hat keine Features, die feststellen, ob das Fahrzeug einem Emissionstest unterzogen wird.“

Opel-Ingenieure hätten nach der DUH-Anfrage zusätzliche Tests mit einem entsprechenden Fahrzeug – einem Zafira mit 1,6-Liter-Euro-6-Dieselmotor – nach den gesetzlichen Vorschriften sowohl auf einem Zwei- als auch auf einem Vier-Rollen-Prüfstand nachgefahren und protokolliert. Das Resultat laut Opel: „Die Werte sind absolut korrekt und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Das heißt: Die Anschuldigungen sind eindeutig falsch und unbegründet.“

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