Opel-Händler sprechen im Kanzleramt vor

Redakteur: Jens Rehberg

Peter Dahlmann (Dresen-Gruppe) prescht mit seinem verwegenen Plan ganz nach vorne: Er und einige seiner Kollegen wollen im Falle einer GM-Pleite Opel kaufen. Wo das Geld herkommen soll, das weiß er auch schon.

Einige große Opel-Händler haben am Dienstag in Berlin einem Wirtschaftsberater der Bundeskanzlerin ihren möglichen Rettungsplan für Opel vorgestellt. Wie der Geschäftsführer der Dresen-Gruppe (elf Fabrikate), Peter Dahlmann, der „Süddeutschen Zeitung“ sagte, will „ein Konsortium großer Händler“ im Falle einer GM-Insolvenz die Adam Opel GmbH kaufen und in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Dabei müsste allerdings der Bund für hohe Kredite geradestehen, denn neben dem Kaufpreis würden kurzfristig auch milliardenschwere Kosten für Entwicklungsprojekte fällig.

Dem Termin im Kanzleramt ist offenbar am Montag ein Gespräch zwischen Peter Dahlmann und Opel-Chef Hans Demant zum selben Thema vorangegangen.

Dem Pressebericht zufolge bietet Dahlmann den Politikern Aufsichtsratsmandate an. Der Opel-Betriebsrat unterstützt angeblich die Pläne des Managers. Auch die größten deutschen Opel-Händler seien für das Projekt.

Dem widerspricht jedoch der Opel-Händlerverband VDOH. Verbands-Sprecher Thomas Bieling stellte im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« klar, dass es sich bei dieser Initiative um eine von einzelnen Händlern vorangetriebene Aktion handle, der keine breitere Basis zugrunde liegt. „Der Plan ist sicherlich gut gemeint“, so Bieling wörtlich, „er kann in der jetzigen Situation aber auch Schaden anrichten“.

(ID:282583)