Opel-Hoffmann stellt Insolvenzantrag
Aufgrund massiver finanzieller Schwierigkeiten hat die Autohaus Hoffmann GmbH & Co. KG (Saalfeld) beim Amtsgericht Gera die Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens beantragt.
Das Opel-Autohaus Hoffmann im thüringischen Saalfeld steckt in massiven finanziellen Engpässen. Wie die Online-Ausgabe der „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) am Samstag berichtete, hat Geschäftsführer Gerald Hoffmann (57) in Abstimmung mit den Gläubigern deshalb bereits am 15. März beim Amtsgericht Gera die Eröffnung eines „gerichtlichen Sanierungsverfahrens“ beantragt. Das Gericht bestimmte den auf Unternehmenssanierungen spezialisierten Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Dresdner Kanzlei Kulitzscher & Ettelt zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
„Die Ursachen für die eingeleiteten und nötigen Sanierungsschritte sind insbesondere in der allgemein schwierigen Situation in der Automobil-Industrie zu suchen„, heißt es in einer Pressemitteilung des seit über 20 Jahren bestehenden Unternehmens.
Die Sanierungsmaßnahmen seien lediglich im Hinblick auf das Opel- und Suzuki-Autohaus Hoffmann in Saalfeld erforderlich. „Der VW-Betrieb Auto-Centrum Hoffmann GmbH in Pößneck und Saalfeld sowie die Lackiererei in Saalfeld sind hiervon nicht betroffen", so Geschäftsführer Gerald Hoffmann gegenüber der Zeitung. Der Geschäftsbetrieb werde bis auf Weiteres „vollumfänglich fortgeführt“.
Das Amtsgericht Gera hat dem Zeitungsbericht zufolge im Zuge des eingeleiteten Insolvenzverfahrens einen Gläubigerausschuss bestellt, dem Vertreter der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt, der Adam Opel AG , der Auto-Centrum Hoffmann GmbH und der Bundesagentur für Arbeit angehören. Vertreten sind zudem ein Arbeitnehmervertreter, ein Rechtsanwalt und ein Steuerberater. Bei ersten Gesprächen des Gremiums sei „Einvernehmen im Hinblick auf die nunmehr weiteren notwendigen Schritte erzielt werden“, heißt es.
„Sowohl die Hersteller Opel und Suzuki als auch die begleitende Hausbank/Herstellerbanken sowie Mitarbeiter und Lieferanten befürworten die eingeleiteten Maßnahmen und werden diese positiv begleiten“, heißt es in der Mitteilung weiter. Geschäftsführer Gerald Hoffmann selbst wolle eine „möglichst schnelle und interessengerechte Verfahrensdurchführung im Sinne aller Beteiligten“ erreichen, schreibt die Zeitung weiter.
Die Autohaus Hoffmann GmbH & Co. KG wurde im März 1990 gegründet. Mitte der 1990er Jahre eröffnete das Familienuntneternehmen im Saalfelder Gewerbegebiet Mittlerer Watzenbach einen Opel-Betrieb. Ende der 90er Jahre wurde Hoffmann zudem Vertragshändler der Marken Honda und Seat. Im Oktober 2007 schließlich übernahm Hoffmann das VW-Autohaus Bauer mit Standorten in Pößneck und Saalfeld. Heute vertritt das Autohaus Hoffmann die Marken Opel, Suzuki, Volkswagen (Nutzfahrzeuge), Seat, Honda und Isuzu und zählt damit zu den größten Mehrmarkenhändlern in der Region. Das Unternehmen betreibt eigenen Angaben zufolge insgesamt fünf Standorte in Saalfeld (3) und Pößneck (2) und beschäftigt insgesamt rund 80 Mitarbeiter/innen.
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