1999 erschien die erste Ausgabe der unter Markenfans beliebten Nachschlagewerke. Die eben veröffentlichte Ausgabe 2023 ist ein zweifacher Blick zurück. Einer in die Geschichte des einst großen Automobilherstellers, und einer in eigener Sache.
Mittlerweile begehrte Klassiker: die Opel-Jahrbücher von Eckhart Bartels.
(Bild: Podszun)
Die Gründe, weshalb sich Zeitgenossen bzw. Zeitgenossinen bemüßigt fühlen, Bücher herauszugeben, sind vielfältig. Alle eint sie das Bedürfnis, anderen Menschen etwas mitteilen zu wollen. Doch nicht immer trifft er oder sie mit seinen/ihren Themen ins Schwarze, bohrt sozusagen am richtigen Zahn der Zeit. Dann ist nach einem Buch auch schon wieder Schluss. One hit wonder nennt man so etwas in der Musikbranche – wenn’s denn ein Erfolg war. Genau das Gegenteil, also ein Everytime wonder zu produzieren, dazu sind nur verhältnismäßig wenige Autoren in der Lage.
Eckhart Bartels ist einer von ihnen, was die Historie von Opel betrifft. Es ist nicht vermessen zu behaupten, dass es wohl keinen auf diesem Planeten gibt, der das Rüsselsheimer Unternehmen besser kennt als der 75-Jährige. Nachdem er bereits in den Achtzigern diverse Bücher über Opel (-Modelle) veröffentlicht hatte, beschloss der Motorjournalist Ende des letzten Jahrtausend, sein Wissen über die Blitz-Marke nun regelmäßig unters Automobilvolk zu bringen. 1999 kam sein erstes „Opel Jahrbuch“ heraus. Und eben erschien mit der Ausgabe 2023 das mittlerweile 25. Exemplar der Reihe.
Auch kritisch gegenüber dem Hersteller
Ob Bartels damals, vor 25 Jahren, damit rechnen konnte, einmal einen derartigen Dauerbrenner zu produzieren? „Um ehrlich zu sein, damals, bei der ersten Idee für ein Jahrbuch, habe ich zusammen mit meinen Mitstreitern nicht im geringsten damit gerechnet“, gesteht der Niedersachse. Keiner wusste, wie sich solch ein Jahrbuch verkaufen lässt. Wird es in der damaligen Zeit – auch hier gab es ja bereits schon das Internet und damit überall leichte PR-Kost über Autos aus Rüsselsheim – genügend Fans für ein klassisches Druckwerk geben? „Unser Anspruch an ein Jahrbuch war von Anfang an ein anderer, ein höherwertiger“, blickt Eckhart Bartels zurück.
Dazu zählte auch immer wieder der Hinweis, dass sich Bartels und Kollegen keineswegs als versteckt tätiger Teil der Opel-Presseabteilung verstehen. Es gab sogar Zeiten, da war das Jahrbuch aus dem „Opel Shop“ des Herstellers verbannt. Weshalb? „Na offenbar waren unsere Aussagen zu Geschäfts- und Modellmodellpolitik in den Augen des Herstellers zu heftig“, mutmaßt der Jahrbuch-Macher. Doch diese und andere Tatsachen fechten den Mitbegründer der Alt-Opel-IG, einem der ersten und erfolgreichsten Markenclubs in der Oldtimerszene, nicht an. Er blieb seiner Linie treu und berichtet mit „Abstand“ und „Anstand“, so Bartels.
Eckhart Bartels, Herausgeber der Opel-Jahrbücher
Eckhart Bartels ist die Institution in Sachen Opel-Historie.
(Bild: Bartels)
Redaktion: Wie kamen Sie zu Opel?
Eckhart Bartels: Man sagt ja, dass der Bezug zu einem Modell oder einer Marke meist im Zuge „frühkindlicher Prägung“ entsteht. Bei mir war das der Fall. Als Vierjähriger, 1951, fiel mir der schwarze, chromfunkelnde 50er Olympia in den Reihen „stumpflackierter“ Vorkriegswagen sofort auf. Und ich beschloss: Wenn ich mal groß bin, will ich auch so einen haben. Mit 17 kaufte ich mir einen Opel Olympia-51, musste ihn auf Drängen meines Vaters wegen des anstehenden Abiturs aber wieder hergeben. Fünf Jahre später gönnte ich mir dann während meiner Lehre dafür einen Kapitän, einen 51er, den ich bis heute besitze.
Stichwort Lehre: Lassen Sie mich raten, Sie lernten was mit Automobilen?
Nein, da muss ich Sie enttäuschen: Ich wurde Industriekaufmann mit Fachrichtung Marketing-Kommunikation.
Wie wurden Sie dann Opel-Experte?
Ganz einfach: Mein Kapitän, obwohl 1969 erst 18 Jahre alt, verlangte bereits nach einer Restaurierung. Doch zu dieser Zeit gab es quasi nichts. Also keine Oldtimerzeitschriften, -Messen, Clubs oder gar Fachbetriebe wie heute, die einem hätten helfen können. Also musste ich mir Wissen und Material selbst zusammentragen. Schnell lernte ich dabei Gleichgesinnte kennen, und so gründeten wir 1972 die Alt-Opel-Interessengemeinschaft, einen der ersten Markenclubs in der Oldtimerszene. Diese IG habe ich über 25 Jahre geführt.
Und kamen vor allem dadurch zum Recherchieren und Schreiben?
Richtig! Denn Basis der Clubarbeit bildete die Redaktion und Produktion der Zeitschrift „Alt-Opel-Magazin und -Markt“. Die hatte den Anspruch, nicht nur Postille zu sein, sondern ein anspruchsvolles Magazin mit fundiertem historischem Inhalt, das dem Leser echten Nutzwert bietet. Dabei verstand ich mich zusammen mit meinen Mitstreitern nie als Sprachrohr von Opel. So gerne wir über Erfolge der Rüsselsheimer Marke berichteten, so kritisch hinterfragten wir auch Misserfolge.
Wie kam es zu den Opel-Jahrbüchern?
Bereits seit 1983 hatte ich im Podszun-Verlag die ersten Bücher über die Marke mit dem Blitz veröffentlicht. 1997, als ich bei der IG in Sachen Vorsitz den Staffelstab übergaben hatte, wie man so schön sagt, hatte ich zusammen mit Rainer Manthey die Idee für eine Opel-Jahrbuch-Reihe. Das erste Buch erschien als Ausgabe 1999 zwei Jahre später, pünktlich zum Jubiläum „100 Jahre Opel Automobilbau“ und war ein großer Erfolg. Das bestärkte uns in unserem Tun. Und so kam es, dass dieser Tage bereits die 25. Ausgabe unserer Jahrbücher erscheint.
Ich unterstelle mal, dass die 25. Ausgabe für Sie kein Grund ist, damit aufzuhören. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen einmal die Themen ausgehen?
Definitiv nein, auch wenn wir eigentlich als Typologie alle Opel-Modelle inzwischen abgearbeitet und veröffentlicht haben. Die vielen Opel-Themen, die auch im Internet mit falschen Informationen kursieren, fordern eine Richtigstellung in einem Buch, das immer wieder gern zur Gegenprüfung bereitsteht.
Von Notgeld und Pinguinen
In diesem Jahr, in Form des 25. Opel-Jahrbuchs tut er dies zusammen mit Dr. Thomas Dieckmann und Torsten Schelper wieder im Rahmen von mehr als 20 interessanten sowie packenden Geschichten – und kuriosen. Zu letzteren zählt beispielsweise die über das „Opel-Notgeld“, einer eigenen Währung für Opel-Mitarbeiter vor 100 Jahren. Oder die über den Pinguin, der als Werbefigur Opel-Partner unterstützen sollte, Umsätze in der kalten Jahreszeit zu steigern. Apropos: Auch über Partner erzählt das Jahrbuch, d. h. über Händler wie beispielsweise Opel Hofbauer, wenn auch aus eher traurigem Anlass.
Genauso kommen natürlich die Fahrzeuge und ihre Technik nicht zu kurz, egal ob die Entwicklung des ersten Corsa vor 40 Jahren, die des Motor-Projekts 3110 oder die Schaffung von Exoten wie des „Rallye GT“ von Isdera für Bitter. Auch das letzte Gespräch mit Automobil-Ikone Walter Treser findet sich im aktuellen Jahrbuch. Wer mehr erfahren möchte, der kann seinen Wissensdurst hier zum Preis von 18,90 Euro löschen. Ein Inhaltsverzeichnis mit allen bislang im Rahmen der Opel-Jahrbücher veröffentlichten Beiträge können Sie sich gleich hier unten herunterladen.
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