Opel-Kastel hat geschlossen
Das Mainzer Opel-Autohaus Kastel ist laut Insolvenzverwalter „aus finanziellen Gründen“ stillgelegt worden. Immerhin haben viele Angestellte mittlerweile einen neuen Job.

Das Autohaus Kastel (Opel, Mazda Service) im gleichnamigen Stadtteil von Mainz hat bereits am 21. Juni den Betrieb eingestellt. „Das Unternehmen musste aus finanziellen Gründen stillgelegt werden“, sagte Insolvenzverwalter Jürgen Blersch aus Wiesbaden im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Seit der Beantragung des Insolvenzverfahrens Ende Februar war offenbar mit zwei Kaufinteressenten intensiver verhandelt worden, diese hätten sich jedoch schließlich wegen zu hoher Risiken zurückgezogen. „Gründe dafür waren mangelnde Standortsicherheit und die großen Altlasten“, erläuterte der Anwalt. Zumindest hätten mehr als die Hälfte der zuletzt 32 Angestellten in der Zwischenzeit einen neuen Arbeitsplatz gefunden.
In der vergangenen Woche hatten Beschäftigte des pleite gegangenen Kfz-Betriebs in einem Bericht des „Wiesbadener Kuriers“ schwere Vorwürfe gegen den Inhaber sowie den Insolvenzverwalter erhoben. „Es ist gewollt gewesen, dass der Betrieb kaputt geht“, wird etwa ein ehemaliger Mitarbeiter von der Zeitung zitiert. Unter anderem habe der Insolvenzverwalter benötigte Unterschriften im Rahmen von Teilebestellungen angeblich hinausgezögert.
„Menschlich habe ich Verständnis für diese Reaktionen“, entgegnet Jürgen Blersch. Tatsächlich seien die Bestellfaxe aber regelmäßig so spät in seiner Kanzlei eingegangen, dass auch bei sofortiger Bearbeitung eine Lieferung der Ersatzteile am selben Tag nicht mehr möglich gewesen sei. Das könne er anhand der archivierten Dokumente belegen. „Es fehlte an jeglicher administrativer Präzision“, so der Rechtsanwalt. Dementsprechend sei auch der Hauptgrund für das Scheitern des Insolvenzverfahrens im Fehlen einer koordinierenden Geschäftsführung zu sehen.
Das Autohaus Kastel gab es in Mainz seit 1950.
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