Opel: Neuer Claim mit „Zukunft“

Autor Jens Rehberg

Die Opelaner sagen nicht länger: „Wir leben Autos“. Der trotzige Spruch, der damals, als die Konzernmutter General Motors in eine tiefe Krise rutschte, trotz seiner begrenzten Strahlkraft irgendwie passte, wird abgelöst. Jetzt kommt was mit „Zukunft“.

Das neue Opel-Logo - keine 3D-Optik mehr.
Das neue Opel-Logo - keine 3D-Optik mehr.
(Bild: Opel)

„Ich wechsle den Slogan erst dann, wenn ich einen neuen habe, der garantiert 50 Jahre Bestand hat“, hatte Marketing-Chefin Tina Müller »kfz-betrieb« vor drei Jahren versichert. Demnach muss der neue Slogan „Die Zukunft gehört allen“ bis 2067 durchhalten.

Während der letzten zehn Monate, in denen Opel an dem mittlerweile fünften Marken-Claim seit dem Jahr 2000 geschraubt hat, musste der Sinngehalt des Slogans allerdings umgedeutet werden. Im Sommer letzten Jahres hatte Tina Müller im Zuge der Ankündigung eines neuen Claims noch voll auf das Thema neue Mobilität gesetzt: „Wir werden unterschiedliche Mobilitätslösungen vom stationsbasierten Carsharing über Residential-Carsharing bis hin zu einem App-gesteuerten Motorpool anbieten“, hatte sie damals der „Wirtschaftswoche“ gesagt.

Ergänzendes zum Thema
Opel-Slogans seit 1990

Während beispielsweise Audi und BMW den deutschen Markt seit 40 Jahren jeweils mit ein und demselben Claim penetrieren, hat Opel in der halben Zeitspanne seine Hauptwerbenachricht mehrfach abgelöst:

1990 bis 1994: „Freude durch Technik“

1994 bis 2002: „Wir haben verstanden“

2002 bis 2007: „Frisches Denken für bessere Autos“

2007 bis 2009: „Entdecke Opel“

2009 bis 2017: „Wir leben Autos“

Seit Juni 2017: „Die Zukunft gehört allen“

Stand Opel in den 70er Jahren vor allem für zuverlässige Autos, haben sich die Werbeprofis in Rüsselsheim in der Folgezeit mehr und mehr verzettelt und die Marke zu oft umpositioniert.

Jedoch wurde das GM-Carsharing-Konzept Maven – wohl wegen des Opel-Verkaufs an PSA – in Deutschland nie gestartet. Und auch die nicht sonderlich erfolgreiche Vermittlungs-App „Carunity“, auf der Privatleute und Opel-Händler fabrikatsunabhängig Autos zur Vermietung anbieten konnten, hat der Hersteller mittlerweile diskret beerdigt.

Also interpretierte Müller den Slogan kurzerhand um. Statt ihn an den Sharing-Economy-Trend anzulehnen, soll „Die Zukunft gehört allen“ jetzt für Opels Anspruch stehen, „Vorreiter bei der Demokratisierung von Innovationen“ zu sein. In diesem Zusammenhang verweist Müller in einer aktuellen Pressemitteilung auf historische Verdienste wie die serienmäßige Einführung des Dreiwege-Kats und die Ausstattung der Opel-Flotte mit Fullsize-Airbags. Ungeschickterweise findet aber auch der Ampera-E Erwähnung, der in Deutschland praktisch nicht verfügbar sein wird.

Klopp macht weiter

Zugleich gab der Hersteller am Dienstag in Rüsselsheim die Vertragsverlängerung mit Jürgen Klopp bekannt, der seit fünf Jahren für Opel wirbt. Der Hersteller stellte zudem das überarbeitete Markenlogo vor, das wieder deutlich schlichter gezeichnet ist.

Gestern hatte Opel den Chef ausgewechselt, weil Karl-Thomas Neumann Rüsselsheim beim Übergang zu PSA verlassen will. Auf einen Vortrag bei dem für Dienstag angesetzten Mobilitätskongress in Rüsselsheim verzichteten sowohl Neumann als auch sein Nachfolger Michael Lohscheller.

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