Opel: Neuer Claim mit „Zukunft“
Die Opelaner sagen nicht länger: „Wir leben Autos“. Der trotzige Spruch, der damals, als die Konzernmutter General Motors in eine tiefe Krise rutschte, trotz seiner begrenzten Strahlkraft irgendwie passte, wird abgelöst. Jetzt kommt was mit „Zukunft“.

„Ich wechsle den Slogan erst dann, wenn ich einen neuen habe, der garantiert 50 Jahre Bestand hat“, hatte Marketing-Chefin Tina Müller »kfz-betrieb« vor drei Jahren versichert. Demnach muss der neue Slogan „Die Zukunft gehört allen“ bis 2067 durchhalten.
Während der letzten zehn Monate, in denen Opel an dem mittlerweile fünften Marken-Claim seit dem Jahr 2000 geschraubt hat, musste der Sinngehalt des Slogans allerdings umgedeutet werden. Im Sommer letzten Jahres hatte Tina Müller im Zuge der Ankündigung eines neuen Claims noch voll auf das Thema neue Mobilität gesetzt: „Wir werden unterschiedliche Mobilitätslösungen vom stationsbasierten Carsharing über Residential-Carsharing bis hin zu einem App-gesteuerten Motorpool anbieten“, hatte sie damals der „Wirtschaftswoche“ gesagt.
Jedoch wurde das GM-Carsharing-Konzept Maven – wohl wegen des Opel-Verkaufs an PSA – in Deutschland nie gestartet. Und auch die nicht sonderlich erfolgreiche Vermittlungs-App „Carunity“, auf der Privatleute und Opel-Händler fabrikatsunabhängig Autos zur Vermietung anbieten konnten, hat der Hersteller mittlerweile diskret beerdigt.
Also interpretierte Müller den Slogan kurzerhand um. Statt ihn an den Sharing-Economy-Trend anzulehnen, soll „Die Zukunft gehört allen“ jetzt für Opels Anspruch stehen, „Vorreiter bei der Demokratisierung von Innovationen“ zu sein. In diesem Zusammenhang verweist Müller in einer aktuellen Pressemitteilung auf historische Verdienste wie die serienmäßige Einführung des Dreiwege-Kats und die Ausstattung der Opel-Flotte mit Fullsize-Airbags. Ungeschickterweise findet aber auch der Ampera-E Erwähnung, der in Deutschland praktisch nicht verfügbar sein wird.
Klopp macht weiter
Zugleich gab der Hersteller am Dienstag in Rüsselsheim die Vertragsverlängerung mit Jürgen Klopp bekannt, der seit fünf Jahren für Opel wirbt. Der Hersteller stellte zudem das überarbeitete Markenlogo vor, das wieder deutlich schlichter gezeichnet ist.
Gestern hatte Opel den Chef ausgewechselt, weil Karl-Thomas Neumann Rüsselsheim beim Übergang zu PSA verlassen will. Auf einen Vortrag bei dem für Dienstag angesetzten Mobilitätskongress in Rüsselsheim verzichteten sowohl Neumann als auch sein Nachfolger Michael Lohscheller.
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