Teilemarkt Osteuropa braucht Ausbildung
Der Teilehändler ZF Trading führt in Osteuropa Schulungsveranstaltungen durch, um die Werkstätten mit westeuropäischer Technik vertraut zu machen. »kfz-betrieb« war in Kiew dabei.
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In Kiew muss man sie schon fast mit der Lupe suchen: Wolga, Lada und Co., die Autoklassiker aus Sowjetzeiten. Auf den Straßen der boomenden ukrainischen Hauptstadt dominieren asiatische und westeuropäische Neuwagen. Landesweit machen ausländische Marken bereits über 30 Prozent des Fahrzeugbestands von knapp 6,6 Millionen Einheiten aus.
Um diese Fahrzeuge warten und reparieren zu können, reicht das Wissen um Vergaser und Trommelbremse nicht mehr aus. Elmar Bauer, der als Regionalverkaufsleiter bei ZF Trading unter anderem für die Ukraine zuständig ist, findet Ausbildungsaktivitäten deshalb noch wichtiger als in Deutschland: „Das Fehlen qualifizierter Fachkräfte schränkt das Wachstum der Werkstattbranche ein. Darum ist es wichtig, technisches Know-how zu vermitteln.“
Ein Baustein in dieser Strategie sind Informationsveranstaltungen wie die „Innovation Days“, die das Schweinfurter Unternehmen im Juni in Kiew abhielt. Elmar Bauer: „Die Innovation Days gehen ganz bewusst über unsere eigentlichen Produkte wie Kupplung und Stoßdämpfer hinaus. Der Schwerpunkt liegt auf Fahrzeugdiagnose und -technik.“
Schulung in Diagnose
Etwa 150 Werkstattbetreiber und -mitarbeiter aus der Ukraine ließen sich von Thomas Popp, Ausbilder an der Fahrzeugakademie Schweinfurt, in die Feinheiten moderner Diagnosetechnik einführen. Die Teilnehmer waren gut informiert und wissbegierig. „Die Zahl der Betriebe wächst, die auf westeuropäischem Niveau arbeiten“, sagt Elmar Bauer.
Als nächsten Schritt führt ZF Trading seine Detailkonzepte OSS und Boge Service ein. Bis Ende des Jahres wollen Elmar Bauer und sein ukrainischer Repräsentant Andrij Svyatny 100 Partner gewinnen. Ende 2008 sollen es schon 300 sein, zudem startet Lemförder Plus.
Das Bindeglied zwischen Lieferant und Werkstatt sind die Importeure. Insgesamt arbeitet ZF Trading mit neun Importeuren zusammen, deren Aufgabe neben dem Vertrieb die Schulung der Werkstätten ist. Nach dem Prinzip „Train the Trainer“ schult das Schweinfurter Unternehmen Mitarbeiter dieser Partner, die ihre Kenntnisse wiederum an die einzelnen Kfz-Betriebe weitergeben.
Die Autoverliebtheit der Ukrainer hilft, hochwertige Ersatzteile zu vermarkten. „Das Markenbewusstsein ist hier sehr stark ausgeprägt“, sagt Elmar Bauer. „Das gilt selbst für die Stoßdämpfer.“
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