Otto Hahn ist verstorben

Redakteur: Christoph Baeuchle

Nach langer Krankheit ist Otto Hahn im Alter von 65 Jahren gestorben. Mit ihm verliert das Kfz-Gewerbe eine herausragende Persönlichkeit.

Otto Hahn ist nach langer Krankheit am 12. Mai verstorben. Der langjährige ZDK-Vizepräsident und Ehrenpräsident des Deutschen Kfz-Gewerbes wurde 65 Jahre alt.

Der Stuttgarter Automobilunternehmer prägte die Entwicklung des Verbandes und der Branche – im Ländle und darüber hinaus. Mehr als 30 Jahre hat er sich in zahlreichen Ehrenämtern engagiert: Von 1991 bis 2008 war Hahn Präsident des aus den beiden Verbänden Baden-Württemberg und Südbaden fusionierten Landesverbands. Beim ZDK war Hahn rund zehn Jahre, von 1993 bis 2002, als Vizepräsident und Vorsitzender der Fachgruppe im Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes aktiv. Über 20 Jahre wirkte er als Vorsitzender des Porsche-Händlerverbandes.

„Mein Großvater Ernst Hahn und mein Vater Fritz Hahn waren bereits in der Innung beziehungsweise im Verband aktiv. Und so sind diese Dinge schubweise auch auf mich zugekommen, ich habe diese Familientradition fortgesetzt“, erinnerte sich Hahn im Gespräch mit dem »kfz-betrieb« vor knapp zwei Jahren.

„Mit Otto Hahn verliert das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe eine seiner großen Persönlichkeiten“, schreibt der ZDK. Otto Hahn sei ein Vollblutunternehmer, der mit strategischem Weitblick, Zuversicht und geradezu unerschütterlicher Ruhe anderen Orientierung gab.

Inbegriff des erfolgreichen Autohändlers

In Baden-Württemberg gilt Hahn als Inbegriff des erfolgreichen Autohändlers. In dritter Generation trat er 1969 in das Unternehmen Hahn ein. Es war die Zeit des Umbruchs: „Beispielsweise hat Porsche 1969 seine alte Vertriebsorganisation, bestehend aus Großhändlern und Händlern, gekündigt und die VW-Porsche-Vertriebsgesellschaft gegründet. Von da an gab es keine 25 Großhändler mehr, sondern fünf Zentralhändler mit Großhandelsfunktion. Und auch Volkswagen begann, seine Großhandelsstufe umzustrukturieren“, sagte Hahn. Kein Stein sei damals auf dem anderen geblieben.

Hahn hatte als Vollblutunternehmer seine eigenen Ideen. Für ihn zählten nicht nur Zahlen. „Ein Teil meiner Philosophie war immer: Wir brauchen auch den Spaß am Geschäft. Und das ist mehr als nur eine schwarze Zahl“, erklärte Hahn. Der Spaß am Geschäft bringe Motivation und motivierte Mitarbeiter. Dann könne man mit einer Belegschaft auch einmal durch stürmische Zeiten gehen.

Zahlreiche Auszeichnungen für sein Engagement

Dem Unternehmen und der Branche blieb der Vater zweier Kinder bis zu seinem Tode treu. Die aktuellen Entwicklungen hat er stets verfolgt. „Unser Nachwuchs braucht vor allem Mut, viel Mut. Ferner muss die Nachfolgegeneration sehr gut ausgebildet sein. Dazu gehört auch, eine gewisse Zeit in einem fremden Betrieb zu arbeiten“, gab er dem Nachwuchs mit auf den Weg.

Für seine langjährigen hervorragenden Verdienste erhielt er die Goldene Ehrennadel des ZDK und das Bundesverdienstkreuz am Bande. Vom Kraftfahrzeugverband Baden-Württemberg wurde Otto Hahn im April 2008 zum Ehrenpräsidenten ernannt.

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