Personalführung: Auf einmal Angestellter

Redakteur: Dr. Martin Achter

Zeitpunkt für eine Neuorientierung: Der scharfe Wettbewerb führt immer wieder dazu, dass große Autohäuser andere Betriebe übernehmen – mitsamt den bisherigen Inhabern.

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(Foto: kite_rin - Fotolia)

Für das Ehepaar Kaufmann im sächsischen Lauter-Bernsbach hat sich das Leben 2014 von Grund auf geändert – und doch blieb irgendwie alles beim Alten. 19 Jahre hatten die Kaufmanns ihr eigenes Autohaus im Erzgebirge betrieben, „W+K Automobile“. Sie verkauften die Opel-Schwestermarke Chevrolet, ein Produkt, das in die Region passte. Doch dann gab der US-Mutterkonzern General Motors (GM) Ende vergangenen Jahres überraschend bekannt, das Fabrikat vom europäischen Markt zu nehmen. Plötzlich stand für die Kaufmanns alles auf der Kippe.

„Für uns war das wie ein Schlag ins Genick“, sagt Reiner Kaufmann. Schon im Sommer stellte GM den Vertrieb faktisch ein. Zwar erlebte der Familienbetrieb durch das angekündigte Aus für Chevrolet noch mal eine Sonderkonjunktur; der Abverkauf brachte reichlich Kunden. „Das Geschäft lief im ersten Halbjahr so gut wie nie“, betont Kaufmann. Trotzdem entschloss sich das Ehepaar am Ende, das Unternehmen an die Autohaus-Chemnitz-Gruppe (AHC) zu veräußern. Nun arbeiten die Kaufmanns nach wie vor im Betrieb an der Staatsstraße 48 – nur sind sie dort nicht mehr Chef und Chefin, sondern angestellt als Verkaufsberaterin und Werkstattleiter.