Personeller Aderlass bei Seat Deutschland
Beim Importeur knirscht es derzeit. Mehrere Führungskräfte sind nicht mehr aktiv. In Seat-Handelskreisen ist teilweise von Freistellungen die Rede. Auf jeden Fall kommt der Zeitpunkt aufgrund der laufenden Prozesse überraschend.

Die Personalstrukturen von Seat Deutschland werden derzeit ordentlich durcheinandergewirbelt. Trotz augenscheinlich guter Absatzentwicklung sind zwei Regionalleiter Vertrieb nicht mehr im Amt, der Händlernetzentwickler ist gegangen und die Leiterin der Verkäuferausbildung ist auch nicht mehr aktiv.
Bereits vor einigen Wochen wurde in Händlerkreisen bekannt, dass Holger Müller das Unternehmen verlässt. Der Leiter der Händlernetz-Entwicklung hat seinen Schreibtisch inzwischen geräumt, das Mobiltelefon ist abgeschaltet. Müller war seit gut fünf Jahren im Unternehmen. Zuvor war er mehrere Jahre im Fiat-Vertrieb tätig gewesen. In den vergangenen Jahren hatte er sich um die Umsetzung des neuen CI-Konzepts im Handel gekümmert und für seine Dialogbereitschaft mit den Vertriebspartnern viel Lob aus dem Handel bekommen. Die Umsetzung der Außen-CI ist inzwischen zu gut 75 Prozent abgeschlossen.
Auch in der Vertriebsorganisation gibt es einschneidende personelle Veränderungen. Der Regionalleiter Süd, Lars Freyhofer, sowie der Regionalleiter Nord, Thomas Djuren, sind laut Informationen aus dem Markt freigestellt worden. Auf Nachfrage von »kfz-betrieb« bestätigte der Importeur nur, dass beide Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben. Ebenfalls nicht mehr im Amt ist die bisherige Leiterin der Verkäuferausbildung, Andrea Zlotowitz. Über eine Nachbesetzung der frei gewordenen Stellen sei noch nicht entschieden, heißt es weiter.
Die Personalien kommen zu einem überraschenden Zeitpunkt. Der Seat-Vertrieb läuft in Deutschland auf vollen Touren, die Neuzulassungen legten im Januar um 11,4 Prozent zu. Und nach einer Absatzdelle im ersten Halbjahr 2016, lief es im zweiten Halbjahr deutlich besser. Unter dem Strich schloss Seat das vergangene Jahr mit einem Absatzplus von 3,1 Prozent ab. Auch der Ausbau des Händlernetzes ist noch nicht abgeschlossen. Zudem steht seit Jahresanfang die flächendeckende Erneuerung der Innen-CI auf dem Programm. Und in der Verkäuferausbildung gibt es wegen der neuen Produkten (Ibiza V, Leon Facelift) viel Arbeit.
Bereits vor einigen Wochen war zudem bekannt geworden, dass das Ressort Flotten und Remarketing dem Vertriebsressort von Markus Leinemann zugeschlagen wird. Auslöser war hier allerdings, der Wechsel des bisherigen Ressortchefs Marcus Hoffmann in die Seat-Zentrale nach Barcelona.
(ID:44510498)