Peugeot-HV: Mit Hartnäckigkeit zum Ziel

Autor / Redakteur: Elvira Minack / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Der Peugeot-Händlerverband meldet deutliche Verbesserungen in Sachen Verkaufsförderung. Schwache Renditen und weiter sinkender Marktanteil bereiten jedoch nach wie vor Sorgen.

Der Peugeot-Händlerverband hat am Montag auf seiner Jahrestagung in Schweinfurt eine wichtige Satzungsänderung beschlossen: Demnach ist es dem Verband künftig möglich im Streitfall auch rechtliche Schritte gegen den Importeur einzuleiten. „Dennoch sind wir nicht auf Streit aus“, betonte Verbandspräsident Gerhard Stach. Vielmehr versicherte er, dass es im Moment „keinen konkreten Anlass für eine solche Entscheidung“ gebe. Im Gegenteil: Es sei dem Verband „durch kontinuierliche, zielstrebige und hartnäckige Arbeit“ gelungen, eine ganze Reihe Forderungen gegenüber dem Importeur durchzusetzen.

Wichtige Forderungen durchgesetzt

So etwa habe sich der Händlerverband jüngst mit seiner Forderung nach „überschaubaren, einfach abzuwickelnden und langfristig wirkenden“ Verkaufsförderaktionen durchgesetzt. Seit dem 1. November gebe es eine solche Aktion, die dabei helfen soll den Abverkauf jener 15.000 Neuwagen zu beschleunigen, die derzeit auf den Höfen der deutschen Peugeot-Händler stehen. Zudem werde es ab Januar 2009 eine „gerechtere Vorführwagenregelung“ geben. Ebenso habe der Importeur die Jahresziele der Händler für das letzte Quartal 2008 um fünf Prozent zurückgeschraubt. Dies geht den Verbandsoberen allerdings noch nicht weit genug. Laut Dirk Lambeck, Leiter des Arbeitsbereichs Vertrieb, werde der Verband hierüber Ende November noch einmal mit Peugeot Deutschland verhandeln. Offen sei ebenfalls noch die Entscheidung des Importeurs über die Forderung des Händlerverbands, künftig bereits den Kaufvertrag und nicht erst die Zulassung zum Maßstab der Zielerfüllung zu machen.

Rendite schwächelt weiter

Als besonders wichtig erachtete Händlersprecher Gerhard Stach die erreichten Verbesserungen in Sachen Verkaufsuntertützung. Diese seien auch dringend nötig. Schließlich hätten die Händler ihre Geschäftsplanung fürs laufende Jahr auf einen prognostizierten Marktanteil von 5,5 Prozent ausgerichtet - tatsächlich aber liege der Marktanteil der Marke Peugeot in Deutschland per Ende Oktober bei nur drei Prozent. Dringend geboten scheinen die angemahnten Verbesserungen aber auch unter anderem Aspekt. Denn die Händler seien im Laufe des Jahres 2008 arg gebeutelt worden. Laut Vorstandsmitglied Dieter Weiland lag die durchschnittliche Rendite der Händler im Sommer noch bei bescheidenen 0,7 Prozent - bis zum Jahresende erwartet Weiland ein weiteres Abschmelzen der Händlerrendite auf kaum mehr vertretbare 0,2 Prozent.

Dauerthema Garanteivergütung

Eher in Grenzen hielten sich - trotz engagierter Arbeit - derweil die Erfolge des Arbeitskreises Technik. So verwies dessen Leiter Albert Schwinn darauf, dass beim Dauerthema Garantie immer noch keine Einigkeit mit dem Importeur erzielt werden konnte. Für Schwinn und seine Mitstreiter ist es deshalb schon erfreulich, dass sie eine zusätzliche Verschärfung bei der Aufwandsentschädigung stoppen konnten. Peugeot-Deutschland-Geschäftsführer Olivier Dardart stellte im Rahmen des Händlertreffens allerdings „gewisse Verbesserungen“ auch beim Thema Garantie in Aussicht. Wie diese konkret aussehen könnten, möchte Dardart den Händlern allerdings erst auf einer Importeursveranstaltung Ende November verraten. Wie «kfz-betrieb» am Rande der Händlertagung erfuhr, geht es dabei vor allem um verbesserte Kulanzbedingungen und um Prozessveränderungen, durch die die Händler schneller zu ihrem Geld kommen sollen. Damit möchte der Importeur sowohl die Zufriedenheit der Kunden als auch die der Händler erhöhen.

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