Peugeot-Partner: „Mal eins auf die Nase und dann weiter“

Von Christoph Baeuchle

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Weniger Modelle, Cabrios gestrichen, Servicenetz gekündigt: Bei Peugeot-Partnern müsste die Stimmung am Boden sein. Ist sie aber nicht. Im Gespräch mit »kfz-betrieb« erläutern die Partner ihre Sicht der Dinge.

(Foto:  Peugeot)
(Foto: Peugeot)

Peugeot bringt quasi im Monatstakt neue Fahrzeuge. Kommt der Handel mit dem Verkaufen der Fahrzeuge noch nach?

Albert Schwinn: Damit hat der Handel kein Problem. 2008 und 308 laufen gut, im Juli kommt der 108, er bringt einen weiteren Impuls.

Warum sieht man das nicht an den KBA-Neuzulassungen?

Ulrich Bebion: Peugeot hat die Tageszulassungen kräftig zurückgefahren und den Mietwagenabsatz gekürzt. Aber wir haben auch Wartezeiten: Beim 308 SW und beim 2008 betragen sie zwischen vier und fünf Monaten. Also da kommt noch was im zweiten Halbjahr.

Sind die ursprünglichen Ziele von Peugeot – beim Pkw-Absatz einen Zuwachs von rund 16 Prozent auf 66.000 Einheiten – noch zu erreichen?

Bebion: Ende Mai hatten wir 28.000 Neuzulassungen. Wenn nun im Juni weitere 5.000 Einheiten dazukommen, haben wir in der ersten Jahreshälfte 50 Prozent des Jahresziels erreicht. Es wird also schwer, aber nicht unmöglich.

Was ist notwendig, um das Ziel zu erreichen?

Bebion: Lukas Dohle, der neue Marketingdirektor von Peugeot Deutschland, hat neue Ideen mitgebracht. Die können das Geschäft beleben. Ganz wichtig für uns sind mehr verkaufsstützende Maßnahmen als im ersten Halbjahr. Da haben wir viel Luft nach oben.

Schwinn: Wir brauchen bessere Vertriebsaktionen, um mithalten zu können. Das können zum Beispiel Bankprodukte sein, die verkaufsfördernd wirken.

In London hat Peugeot das neue Flaggschiff 508 vorgestellt. Trifft es die Händlererwartungen?

Bebion: Da fehlen uns bislang die Informationen. Wir kennen das Fahrzeug nur vom Foto.

Laut Peugeot-Markenchef Maxime Picat soll es statt 22 Modellen künftig nur noch 13 geben.

Schwinn: Peugeot bleibt auch weiterhin ein Generalist, das ist wichtig für uns. Der Plan sieht vor, dass lediglich am Rande das Motorenangebot eingeschränkt wird oder Nischenmodelle wie der 807 wegfallen. Das ist für uns kein Problem.

Aber der Händlerwunsch – ein neues Cabrio – bleibt auf der Strecke.

Bebion: Das schmerzt auf jeden Fall. Für uns waren die Cabrio-Modelle immer Volumenbringer. Es ist eine Nische, in der sich Peugeot deutlich von Wettbewerbern absetzen konnte. Nicht zuletzt, weil diese immer Probleme mit ihren Dächern hatten. Das gab es bei Peugeot nicht.

Schwinn: Peugeot hat nicht nur eine lange Tradition mit Cabrios, sondern ist in dem Segment auch Marktführer. Ich fürchte, dass uns die Werkstattkunden verlassen werden.

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Allerdings zeichnete sich der Rückzug aus dem Cabrio-Segment schon länger ab. Dennoch scheinen die Händler zufriedener als zwölf Monate zuvor, glaubt man dem Marken-Monitor. Was hat sich geändert?

Schwinn: Der Umzug von Saarbrücken nach Köln hat tiefe Spuren hinterlassen. Das war ein herber Rückschlag, entsprechend groß war die Unzufriedenheit. Ihren Tiefpunkt erreichte sie 2012/2013. Jetzt kehren wir langsam auf Normalniveau zurück.

Bebion: Es muss noch besser werden. Wir gehen davon aus, dass sich die Marke weiter darum bemüht.

Vor allem beim Umgang mit Internet-Neuwagenportalen äußerten die Händler Kritik. Was muss sich aus Händlersicht ändern?

Bebion: Mit diesem Problem haben ja die meisten Marken zu kämpfen. Wir gehen das Thema gemeinsam mit Peugeot an.

Der neue 108 ist noch nicht bei einem Neuwagenportal zu finden…

Bebion: …und beim Peugeot 308 SW beträgt der Nachlass nur gut zehn Prozent. Das sind erste gute Zeichen.

Aber den Citroën C1, das Schwestermodell vom Peugeot 108, gibt es mit mehr als 20 Prozent Nachlass. Das strahlt aus.

Bebion: Das müssen Sie mit Citroën besprechen, aber wir werden das natürlich auch mal zur Sprache bringen.

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